Panorama

Tödlicher Messerangriff ohne Motiv? Mordprozess beginnt

Ein 16-Jähriger wird mitten in einem Supermarkt erstochen. Nun beginnt der Prozess. Wird er Klarheit bringen, weshalb der Jugendliche überhaupt sterben musste?

27.02.2026

Einsatzkräfte sicherten nach der Tat Spuren in dem Supermarkt. (Archivbild)Christian Müller/dpa

Einsatzkräfte sicherten nach der Tat Spuren in dem Supermarkt. (Archivbild)Christian Müller/dpa

© Christian Müller/dpa

Nach einer tödlichen Messerattacke mitten in einem Supermarkt in Lemgo beginnt bald der Prozess. Ein 33-Jähriger steht wegen Mordes vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sein nur 16 Jahre altes Opfer bis in den Supermarkt verfolgt und dort im Bereich der Kassen auf den Jungen eingestochen zu haben.

In dem Fall sind weiterhin entscheidende Fragen offen: So haben die Ermittler bislang kein Motiv für die Tat finden können. Die Strafkammer werde nun im Laufe des Prozesses versuchen, die Hintergründe der Tat zu beleuchten, sagte ein Sprecher des Landgerichts Detmold. Die Staatsanwaltschaft hatte früher bereits die Vermutung geäußert, dass der 16-Jährige ein Zufallsopfer gewesen sein könnte. Täter und Opfer kannten sich den Ermittlungen zufolge nicht.

Erster Verhandlungstag ist am 19. März.

Angriff begann auf dem Parkplatz

Viele Zeugen hatten die Tat im vergangenen Oktober mit ansehen müssen. Außerdem gibt es Videoaufnahmen. Deshalb ist der Ablauf der Tat relativ eindeutig: Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass der 33-jährige Deutsche mit einem Messer bewaffnet zu dem Supermarkt gegangen ist. Auf einem Parkplatz sei er auf eine Gruppe junger Leute zugegangen, zu der auch der 16-Jährige gehörte.

Als die Gruppe das Messer bei dem 33-Jährigen bemerkte, seien einige Personen geflüchtet. Der 16-Jährige habe den Angreifer noch zu Boden gestoßen und sei dann in den Supermarkt geflüchtet. Doch der Angreifer habe ihn verfolgt.

Stiche in Brust und Kopf

Als der 16-Jährige im Bereich der Kassen ausrutschte, habe ihn der 33-Jährige eingeholt und ihm sofort mit voller Kraft das Messer in die Brust gestoßen. Ein zweiter Stich traf den Jugendlichen im Kopf. Laut Obduktion war der Jugendliche auf der Stelle tot.

Nach der Tat flüchtete der Angreifer, wurde aber wenig später auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt festgenommen. Viele Zeugen, die die Tat mit angesehen hatten, mussten später psychologisch betreut werden, um das Erlebte verarbeiten zu können.

Für den Prozess sind zunächst drei Verhandlungstage bis zum 14. April geplant.