Panorama

Tödlicher Erbstreit: Sieben Familienmitglieder vor Gericht

In Gelsenkirchen wird ein Mann erstochen. Jetzt stehen sieben Mitglieder seiner eigenen Familie vor Gericht. Hintergrund ist angeblich ein Erbstreit.

30.03.2026

In einem tödlichen Erbstreit sind sieben Familienmitglieder angeklagt. (Symbolbild)Bernd Thissen/dpa

In einem tödlichen Erbstreit sind sieben Familienmitglieder angeklagt. (Symbolbild)Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Nach einer tödlichen Messerattacke müssen sich sieben Mitglieder einer Gelsenkirchener Familie seit Montag vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Männern und drei Frauen vor, am 28. September vergangenen Jahres mit Messern und Baseballschlägern auf Verwandte losgegangen zu sein. Ein 56-Jähriger wurde durch einen Stich ins Herz getötet, weitere Personen lebensgefährlich verletzt. Zum Prozessauftakt am Essener Landgericht haben sich die 16- bis 53-jährigen Angeklagten nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Hintergrund der Bluttat soll ein Erbstreit gewesen sein, in dessen Mittelpunkt zwei Schwestern stehen. Laut Staatsanwaltschaft ging es um ein Grundstück in der Türkei, das einst den Eltern gehörte.

Am Tattag sollen die Angeklagten im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck mehrere Personen ihrer eigenen deutsch-türkischen Familie angegriffen haben. Als sich der später Getötete laut Anklage schützend vor seine Ehefrau stellte, traf ihn der tödliche Messerstich. Der 16-jährige Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft einem anderen Mann von hinten in den Kopf gestochen haben. Eine der angeklagten Frauen soll später gerufen haben: „Das ist für euch noch zu wenig. Wir werden euch die Hölle erleben lassen.“

Die Anklage lautet auf Totschlag, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Die Richter haben Verhandlungstage bis Mitte Juni angesetzt.