Panorama

Todesfalle: die Schlacht im Hürtgenwald 1944/45

Dichter Wald, steile Hänge und deutsche Verteidigung machten den Hürtgenwald kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs für die US-Armee zum Alptraum. Warum die Kämpfe bis heute Spuren hinterlassen.

14.08.2026

Im Hürtgenwald kann man noch an vielen Stellen Hinterlassenschaften des Krieges sehen. (Archivbild)picture alliance / dpa

Im Hürtgenwald kann man noch an vielen Stellen Hinterlassenschaften des Krieges sehen. (Archivbild)picture alliance / dpa

© picture alliance / dpa

Im Herbst und Winter 1944/45 tobte in der Nordeifel eine der brutalsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Schauplatz war der Hürtgenwald, ein rund 140 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Aachen, Düren und dem Fluss Rur. Für die US-Armee, die von Belgien aus Richtung Rhein und Köln vorstoßen wollte, war es im Rückblick eine der verlustreichsten Schlachten im Zweiten Weltkrieg in Europa. US-Soldaten nannten den Hürtgenwald „Death Factory“ - Todesfabrik. 

Wegen Nachschubproblemen und den deutschen Befestigungsanlagen am Westwall mussten die Amerikaner ihren Vormarsch im September 1944 zunächst verlangsamen. Diese Verzögerung nutzte die Wehrmacht, um ihre Verbände neu zu formieren und Verteidigungsstellungen im Hürtgenwald auszubauen. Sie errichtete Bunker, brachte schwere Geschütze in Stellung und legte Minenfelder an. 

Herausforderung für den Kampfmittelräumdienst

Das Gebiet südöstlich von Aachen wurde für die GIs so zu einem unerwarteten Hindernis. Die Kämpfe in der schroffen Eifellandschaft mit ihren engen Tälern und steilen Hängen waren für die Einheiten der US-Armee ungewohnt, der dichte und dunkle Wald erschwerte den Einsatz von Panzern und Flugzeugen. 

Je tiefer die US-Soldaten in den Hürtgenwald vordrangen, desto mehr büßten sie ihre militärische Überlegenheit ein. Der als Kriegsreporter mitreisende Schriftsteller Ernest Hemingway soll später das Erlebnis des sinnlosen Tötens in seinem Roman „Über den Fluss und in die Wälder“ mitverarbeitet haben. Erst Anfang März 1945 erreichte die US-Armee schließlich den Rhein. 

Doch selbst nach dem Krieg blieb es im Hürtgenwald wegen der vielen Minen gefährlich. So bleibt das Gebiet eine Herausforderung für den Kampfmittelräumdienst.