„Ted Lasso“-Star Hannah Waddingham als Killerin
Was hält eine Freundschaft aus? Das muss sich Octavia Spencer als Debbie fragen, als sie erfährt, dass ihre engste Vertraute für Geld Menschen tötet. Das Duo muss gemeinsam fliehen, um zu überleben.
Hannah Waddingham und Octavia Spencer spielen ziemlich beste Freundinnen in der neuen Serie „Ride or Die“.Prime Video/dpa
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Man stellt sich vor, die beste Freundin und Vertraute ist eine Auftragsmörderin - und man wusste, vielleicht ja zum Glück, bislang davon nichts. Denn dass diese Wahrheit in der neuen Prime-Video-Serie „Ride or Die“ herauskommt, bedeutet: Ein Auftrag der Killerin ist schiefgelaufen und sie muss fliehen. Dummerweise muss die Freundin mit, denn auch sie bekommt Probleme mit diesen Kriminellen.
Diese Geschichte scheint bester Stoff für eine Mini-Serie mit acht Folgen je gut 50 Minuten zu sein. Die Besetzung ist es auch: Dargestellt werden die Freundinnen von „Ted Lasso“-Star und Emmy-Gewinnerin Hannah Waddingham als Profimörderin Judith Burton und Oscar- und Golden-Globe-Preisträgerin Octavia Spencer („The Help“) als Debbie Claybourne.
Die eine lügt im Buchclub, die andere tötet
Die Frauen in der Geschichte kennen sich seit 20 Jahren, wirken so unterschiedlich, aber teilen einige Leidenschaften und Hobbys - und zumindest bis zu Judiths nicht ganz freiwilligem Geständnis über ihren wahren Beruf, dachten sie auch voneinander, jedes Geheimnis der anderen zu kennen.
Doch Judith ist berüchtigt unter dem Namen „Whiptail“, „und ich töte beruflich Menschen“, stellt sie sich zu Beginn der Serie selbst vor. Debbie hingegen ist auf den ersten Blick das genaue Gegenteil der toughen Judith: Sie jagt keine Kriminellen, sondern Antiquitäten.
Vor allem aber ist die ehemalige Juristin Mutter und die Frau im Schatten eines bekannten Politikers, dessen Karriere sie bis zum Premierminister-Posten treiben will. Sie ist überzeugt: „Denk mal, was er erreichen, was ich erreichen kann, wenn wir es schaffen!“. Ihr bislang schlimmstes größtes Geheimnis: Morgen trifft sich der Buchclub und sie hat das Buch nicht gelesen.
Die Jägerin wird zur Gejagten
Doch beider Frauen Welt gerät kurz darauf aus den Fugen: Killerin Judith wird von ihrem auftraggebenden Unternehmen dezent darauf hingewiesen, sie könnte sich zur Ruhe setzen - mit nicht einmal 50. Denn sie hat ein paar nicht ganz gelungene Einsätze hinter sich. Nach einem weiteren, diesmal komplett missglückten, Auftrag wird die berüchtigte Jägerin zur Gejagten, sie soll getötet werden.
Und Debbie: Ihr Mann, für den sie vermeintlich alles tut und regelt, möchte sich von ihr scheiden lassen. Obendrein gerät sie ins Visier von Kriminellen. Denn wie sich herausstellt, hat ihr Mann durchaus auch etwas selbst auf die Reihe bekommen: Er ist in korrupte Machenschaften verstrickt, hat viele Millionen gestohlen und wird auf einer Veranstaltung ermordet. Bei dieser konnte auch Judith ihren letzten Auftrag nicht erfüllen, der mit all dem zusammenhängt.
Für die beiden Frauen beginnt von England aus eine gemeinsame Flucht quer durch Europa.
Bleiben sich die Freundinnen treu?
Es ist nicht nur eine Frage des Überlebens für die Frauen. Sondern auch, ob ihre Freundschaft die Flucht, die Angst ums Leben und die Wahrheit darüber, dass eine von beiden Menschen tötet, übersteht. Judith und insbesondere Debbie müssen sich aufeinander verlassen: Sind sie also ihr Serientitel gebendes „Ride or Die“ - wie im Englischen eine Person genannt wird, die loyal zu jemandem steht, gar bedingungslos in jeder Lebenslage für den anderen einsteht?
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Wer den gar nicht so unähnlichen Film „Mr. & Mrs. Smith“ (2005) mit Angelina Jolie und Brad Pitt über zwei Eheleute, die unbemerkt voneinander Profikiller sind und nach Enttarnung gemeinsam fliehen müssen, gerne sah, mag auch diese Serie.
Die Action-Komödie bietet die vom Genre erwartbaren Stunts, Situationskomik und Hannah Waddingham darf obendrein einen sonst männertypischen Bond-Moment haben - also verführen und sich hinterher cool mit einem Sprung vom Balkon auf und davon machen.
Die beiden Hauptdarstellerinnen harmonieren miteinander, was „Ride or Die“ zu einer guten, kurzweiligen, aber insgesamt wenig anspruchsvollen Reihe zum Binge-Watching macht - einem Serienmarathon, wenn man mal vom Alltag abschalten und sich berieseln lassen möchte.