Panorama

Tausende Handys in NRW-Gefängnissen entdeckt

Mehr als 6.800 Handys wurden seit 2022 in NRW-Gefängnissen entdeckt. Ein Bericht für den Landtag zeigt, wo besonders viele Geräte auftauchen.

07.09.2026

Ein Justizangestellter kontrolliert in der JVA Köln Zellen. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

Ein Justizangestellter kontrolliert in der JVA Köln Zellen. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

In nordrhein-westfälischen Gefängnissen sind seit 2022 bereits 6.839 Mobiltelefone gefunden worden. Das geht aus einem aktuellen Bericht von Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) an den Rechtsausschuss des Landtags hervor. Demnach wurden alleine in diesem Jahr schon 1.011 Mobiltelefone bei Gefangenen entdeckt.

Aus einer Liste des Justizministeriums geht hervor, dass vor allem in Anstalten des offenen Vollzugs viele Handys auftauchen: Alleine in der JVA Bielefeld-Senne waren es seit 2022 demnach 1.141. Im geschlossenen Vollzug in Bielefeld waren es im gleichen Zeitraum 63 Handys. In der JVA Bochum fand man sogar 389 Mobiltelefone.

Handys und Drogen spielen auch in den aktuellen Ermittlungen um mutmaßliche Straftaten in mehreren Gefängnissen eine Rolle. Wie das Ministerium in einem weiteren Bericht an den Landtag schreibt, werden sichergestellte Handys aus den Justizvollzugsanstalten Rheinbach, Euskirchen und Siegburg jetzt von einer Fachfirma für digitale Forensik untersucht.

Der Rechtsexperte der FDP-Fraktion im Landtag, Werner Pfeil, sagte der dpa: „Mit jedem Bericht, den wir als Opposition anfordern, kommen neue erschreckende Details ans Licht. Minister Limbach bewundert das immer größer werdende Problem in seinem Justizvollzug, statt etwas dagegen zu unternehmen.“