Susanne Daubner wird bei „LOL Next“ zur „sicken Chaya“
Ein Lachen reicht fürs Aus: Beim Ableger der Comedyshow treten zehn Stars aus dem Internet gegeneinander an. Hazel Brugger überwacht die Runde, und die „Tagesschau“-Sprecherin schaut als Gast vorbei.
Für „LOL Next“ wurden diesmal zehn Comedy-Stars eingeladen, die aus dem Internet bekannt sind. (Archivbild) Soeren Stache/dpa
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Wenn Susanne Daubner junge Comedians mit professioneller „Tagesschau“-Miene als „Geringverdiener“ bezeichnet oder sich selbst „sicke Chaya“ nennt, könnte es schwierig werden, ernst zu bleiben. Genau darum geht es jedoch bei „LOL Next“: Zehn Teilnehmende versuchen, einander zum Lachen zu bringen – und dürfen dabei selbst nicht lachen. Daubner ist zwar keine Kandidatin, könnte mit ihrem Gastauftritt jedoch schnell zur Falle werden.
Die „yoloshow“, wie die „Tagesschau“ in diesem Format kurzerhand umgetauft wurde, ist nur eine der vielen Nummern, mit denen der neue Ableger von „LOL: Last One Laughing“ die Comedians aus der Fassung bringen soll. Diesen Donnerstag (10. September) startet die Show bei Prime Video – mit einer etwas anderen Besetzung als sonst, einer neuen Gastgeberin und etwas schärferen Regeln als beim Original.
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Was hat sich verändert?
Am Grundprinzip ändert sich wenig: Zehn Comedians sitzen zusammen in einem Raum und versuchen sich mit vorbereiteten Sketches oder spontanen Einfällen zum Lachen zu bringen. Hinzukommen Hürden, die von außen hereingebracht werden, um die Teilnehmenden aus der Fassung zu bringen.
Dabei werden sie von mehr als 40 Kameras beobachtet, um zu schauen, ob nicht doch irgendwo wer lacht.
Bei „LOL Next“ wird allerdings strenger aussortiert. Beim Vorreiter-Format gibt es nach dem ersten Lacher noch eine Verwarnung. Diesmal reicht schon ein Lachen, und man ist raus. Auch die Runde ist etwas kürzer: Statt sechs verbringen die Kandidaten nur vier Stunden miteinander, die Staffel hat entsprechend vier statt sechs Folgen. Wer am Ende übrig bleibt, darf 50.000 Euro für einen guten Zweck spenden.
Anders ist auch, wer gegen wen antritt. So sind die Teilnehmenden bei „LOL Next“ ausschließlich Comedians, die ihr Publikum vor allem im Internet gefunden haben. Mit dabei sind diesmal: Aditotoro, Helge Mark, Laura Larsson, Maria Ziffy, Marti Fischer, Freshtorge, Paul Luca Fischer, SelfieSandra, Phil Laude und Alina Bock.
Endlich Gott spielen
Nicht nur vor den Kameras wurde das Personal ausgetauscht. Beim klassischen „LOL“ sitzt Michael „Bully“ Herbig im Kontrollraum und überwacht jede verdächtige Mimik. Bei „LOL Next“ übernimmt diese Rolle Hazel Brugger. Die Komikerin kennt die Situation im Raum bestens. Bereits viermal war sie bei „LOL“ als Kandidatin dabei – und musste jedes Mal versuchen, möglichst lang ernst zu bleiben. Gewonnen hat die 32-Jährige jedoch nie.
Zuvor war Hazel Brugger in vier Staffeln als Teilnehmerin dabei. (Archivbild) Soeren Stache/dpa
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Nun darf sie zuschauen und vor allem das tun, was für alle anderen verboten ist. „Ich habe es endlich geschafft und darf lachen. Ich soll lachen“, sagt Brugger im dpa-Interview über den Seitenwechsel. Der Stress sei mit dem als Kandidatin kaum zu vergleichen. „Das ist so viel geiler, es ist einfach super, Gott zu sein.“
Ganz ohne Anspannung war die neue Rolle als Moderatorin für sie trotzdem nicht. Je weiter die Sendung fortschreite, desto größer werde der Ehrgeiz derjenigen, die noch dabei sind. Sie selbst wolle einerseits jemanden beim Lachen erwischen, andererseits aber nicht den Spielfluss kaputtmachen. „Ich will eigentlich, dass es immer weitergeht und nie endet“, sagt Brugger. Deshalb habe sie durchaus eine „leichte innere Zerrissenheit“ gespürt.
Spannend fand die Schweizerin zudem, wie sehr sich die Stimmung im Raum verändert, sobald jemand gehen muss. Das Ganze zu beobachten „ersetzt auch, glaube ich, ein Psychologiestudium“, scherzt die Komikerin.
Verstecken hilft nicht
Wie angespannt das Ganze werden kann, lässt sich auch an den kleinen „Fluchtversuchen“ beobachten. Die Teilnehmenden laufen durch den Raum, hauen auf die Couch, wenden sich weg, stopfen sich Essen in den Mund oder suchen Ecken, in denen sie sich für einen Moment unbeobachtet fühlen. Brugger kennt das aus ihren eigenen „LOL“-Teilnahmen. „Man denkt, man kann entkommen, aber es ist halt gar nicht so.“ So lautet Bruggers Fazit nach dem Seitenwechsel: Es gibt kein Entkommen vor den Kameras.
Staffel zwei kommt
Und wenn man schon neue Besetzungen ausprobiert: Warum nicht irgendwann auch Politiker in den „LOL“-Raum setzen? Ganz aus der Luft gegriffen wäre die Idee bei Brugger nicht. 2018 hatte sie im „taz“-Interview über Karl Lauterbach gesagt: „Der Einzige, der witziger war als ich, war Karl Lauterbach von der SPD. Den fand ich megalustig.“
Eine Politiker-Runde fände sie grundsätzlich super. Ob aktive Politiker sich tatsächlich auf so ein Spiel einlassen könnten, ist für sie allerdings fraglich. Bei „LOL“ müsse man sich schließlich „durch die Schichten des menschlichen Unterbewusstseins bohren“ und gleichzeitig irgendwie die eigene Wirkung im Griff behalten. Eine ehemalige Kanzlerin traut sie sich trotzdem gut in der Runde zu: „Ich glaube auch, Angela Merkel wäre Endboss.“
Für ein Format mit Politikern wäre Merkel „Endboss“, wie Brugger findet. (Archivbild) Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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Auf die Frage, wer noch dazukommen könnte, fällt schnell wieder Lauterbach: Der müsse „safe auch mit rein, einfach als K.O.-Element“. Gregor Gysi sei ebenfalls „auf jeden Fall ‚ne Addition“. Neben Politikern fielen noch die Namen des Sängers Udo Lindenberg, dem „Bares für Rares“-Host Horst Lichter, das Rap-Duo Celo und Abdi und natürlich Susanne Daubner.
Ob es eine solche „LOL“-Ausgabe jemals geben wird, bleibt fragwürdig. Witzig wäre sie sicherlich. Weiter geht es mit „LOL Next“ aber auf jeden Fall: Noch bevor die erste Staffel gestartet ist, hat Prime Video bereits eine zweite für 2027 angekündigt. Wer dann mitmacht, steht noch nicht fest.
Es ist nicht der erste Auftritt von Daubner bei einem „LOL“-Format. (Archivbild)Ulrich Perrey/dpa
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