Panorama

Sturmtief „Luise“ hält Feuerwehren im Dauereinsatz

Das herbstliche Sturmtief hat in NRW zahlreiche Schäden verursacht. Auch am Sonntag könnten stürmische Böen und Unwetter wieder viele Einsätze auslösen.

24.10.2026

Bei Weeze im Kreis Kleve knickte ein Windrad um und stürzte auf ein Feld. Verletzte gab es nicht.Guido Schulmann/dpa

Bei Weeze im Kreis Kleve knickte ein Windrad um und stürzte auf ein Feld. Verletzte gab es nicht.Guido Schulmann/dpa

© Guido Schulmann/dpa

Sturmtief „Luise“ hat Nordrhein-Westfalen kräftig durchgeschüttelt. Umgestürzte Bäume, beschädigte Gebäude und Störungen im Bahnverkehr hielten die Einsatzkräfte in mehreren Städten und Gemeinden auf Trab. Und eine Entspannung der Wetterlage ist vorerst nicht in Sicht: Auch in der Nacht zu Sonntag drohen erneut kräftige Böen und teils unwetterartiger Regen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorhersagt.

Am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag richtete „Luise“ in NRW zahlreiche Schäden an. Bäume und größere Äste stürzten auf Straßen, Gehwege und Gebäude. Auch der Bahnverkehr war betroffen. Bei Weeze im Kreis Kleve knickte ein Windrad um und stürzte auf ein Feld. 

Das stürmische Wetter bleibt Nordrhein-Westfalen erst einmal erhalten.Thomas Banneyer/dpa

Das stürmische Wetter bleibt Nordrhein-Westfalen erst einmal erhalten.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Zahlreiche Feuerwehreinsätze

Die Einsatzkräfte in NRW waren unermüdlich über im Einsatz. Besonders häufig musste die Feuerwehr in Essen ausrücken: Binnen 24 Stunden sei sie 110 Mal sturmbedingt zu Hilfe gerufen worden, bilanzierte sie am Nachmittag. Herabstürzende Äste beschädigten Autos, Straßenlaternen und Stromleitungen, Straßen mussten freigeräumt werden. Ein Baum stürzte auf ein Hausdach, verletzt wurde aber niemand. 

Auch in Duisburg ging es turbulent zu - rund 40 Einsätze wegen Sturmschäden wurden gezählt. Ein Baum stürzte auf einen Kiosk, weitere fielen auch hier in Stromleitungen. Zudem fuhr eine Autofahrerin gegen einen umgestürzten Baum. Verletzte wurden nicht gemeldet.

In anderen Städten des Landes richtete der Sturm ebenfalls Schäden an. In Wuppertal rückte die Feuerwehr zu 54 wetterbedingten Einsätzen aus, in Bottrop wurden zwischen Freitagnachmittag und Samstagmorgen 23 Einsätze gezählt. In Leverkusen waren es bis Mitternacht 18. Dort mussten Straßen wegen umgestürzter Bäume zeitweise vollständig gesperrt werden.

In Remscheid stürzte ein größerer Baum gegen eine Lärmschutzwand an einer Autobahn. Weil er in die Fahrbahn ragte und weiter auf die Autobahn zu kippen drohte, wurde die Strecke in Richtung Köln vorübergehend gesperrt. Auch in Pulheim mussten Feuerwehrkräfte unter anderem an der Bundesstraße 59 umgestürzte Bäume beseitigen.

Die Sonne zeigt sich hinter dunklen Wolken.Thomas Banneyer/dpa

Die Sonne zeigt sich hinter dunklen Wolken.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Weitere Einsätze gab es in Mülheim an der Ruhr, Mönchengladbach und Bedburg-Hau. In Mülheim an der Ruhr zählte die Feuerwehr mehr als 30 unwetterbedingte Hilfeleistungseinsätze. Gemeldet wurden unter anderem lose Bauteile, beschädigte Ampelanlagen, verschobene Baustellenabsperrungen und umgestürzte Bäume. In Mönchengladbach arbeiteten die Einsatzkräfte zwischen Freitagmittag und Samstagmorgen 28 sturmbedingte Einsatzstellen ab. In zwei Fällen beschädigten umgestürzte Bäume Hausdächer. In Bedburg-Hau beseitigte die Feuerwehr drei Bäume, die Straßen blockierten.

Bahnverkehr durch umgestürzte Bäume gestört

Auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr in Nordrhein-Westfalen war von den Auswirkungen des Sturms betroffen. Auf mehreren Strecken lagen Bäume auf den Gleisen oder waren in Oberleitungen gestürzt. Dadurch kam es zu Sperrungen, Verspätungen und Zugausfällen. Am Samstag gibt es immer noch Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr. Reisende müssen Geduld mitbringen. In Legden im Kreis Borken wurden nach Medienberichten rund 30 Fahrgäste aus einer entgleisten Bahn evakuiert, ein Baum hatte die Gleise blockiert. 

Nächstes Sturmtief zieht heran

Nach einer vorübergehenden Abschwächung des Windes am Samstag müssen sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen auf weitere unbeständige und teils stürmische Stunden einstellen. In der Nacht zum Sonntag zieht das nächste Sturmtief heran. Der Deutsche Wetterdienst erwartet starke Bewölkung und örtlich Regen. Die Temperaturen erreichen am Samstag 10 bis 13 Grad, im Bergland 6 bis 9 Grad. Der Südwestwind weht mäßig bis frisch und bringt starke bis stürmische Böen mit sich.

In der Nacht zum Sonntag droht heftiger Regen

In der Nacht zum Sonntag wird verbreitet Regen erwartet, örtlich kann es länger anhaltend und kräftig regnen. Besonders in Staulagen des Bergischen Landes und der Eifel sind laut Vorhersage Regenmengen möglich, die unwetterartige Ausmaße erreichen. Dazu können Sturmböen, vereinzelt auch schwere Sturmböen, auftreten.

Am Sonntag bleibt es stark bewölkt und schaueranfällig. Am Nachmittag sind örtlich Gewitter möglich, gegen Abend soll der Niederschlag nachlassen.