Streusalzverbot aufgehoben – hohe Nachfrage in Baumärkten
Nach Aufhebung des Streusalzverbots steigt in Hamburger Baumärkten die Nachfrage. Warum Umweltschützer und der Verkehrssenator dennoch zum Verzicht oder zumindest sparsamen Einsatz raten.
Nach dem vorübergehenden Ende des Streusalzverbots in Hamburg ist die Nachfrage nach Taumitteln in den großen Hamburger Baumarktketten groß. (Symbolfoto)Sina Schuldt/dpa
© Sina Schuldt/dpa
Nach dem vorübergehenden Aufheben des Streusalzverbots in Hamburg sehen sich die großen Baumarktketten mit einer deutlich anziehenden Nachfrage nach Auftausalz konfrontiert. „Besonders in Hamburg hat die Aufhebung des Verbots der privaten Verwendung von Streusalz zu einem nicht vorhersehbaren Anstieg der Nachfrage geführt, weshalb die OBI Märkte sich dort mit einem deutlich anderen Kaufverhalten konfrontiert sehen, als aufgrund der üblichen Gesetzeslage zu erwarten war“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage.
Hohe Nachfrage nach Streusalz in Hamburger Baumarktketten
Bei Hornbach hieß es, dass am Mittwoch aufgrund der kurzfristig erhöhten Nachfrage in Hamburg weder Streusalz noch weiteres Streugut verfügbar gewesen seien. Am Donnerstag sollte aber wieder Nachschub kommen. Kundinnen und Kunden könnten sich über die Website oder telefonisch im Markt über die aktuellen Verfügbarkeiten des gewünschten Streuguts informieren, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage.
Auch die Baumarktkette Toom stellte nach eigenen Angaben aufgrund der derzeitigen Wetterlage eine entsprechend erhöhte Nachfrage fest. Bundesweit gebe es jedoch genügend Bestände an Streusalz und Streusplitt, um die Kundschaft versorgen zu können. Ähnlich äußerte sich die Baumarktkette Bauhaus. Die Warenverfügbarkeit in den Fachmärkten sei noch gut und erforderliche Nachlieferungen seien zeitnah gewährleistet.
Kundschaft kann sich Streusalz auch liefern lassen
Auch OBI versicherte, dass derzeit leergekaufte Märkte die Möglichkeit hätten, benötigte Mengen zentral nachzuordern. Ob der nächstgelegene OBI Markt Bestände führe, sei auf der jeweiligen Website zu sehen. Dort könne die Kundschaft Streusalz auch online bestellen und sich nach Hause liefern lassen.
Die Umweltorganisation BUND appellierte unterdessen an Hausbesitzer, auf Streusalz zu verzichten und stattdessen Sand, Kies, Sägespäne oder umweltzertifizierte Streumittel zu nutzen. Salz dringe mit dem Schmelzwasser in den Boden ein und sammele sich dort über die Jahre an. Es verändere den Nährstoffgehalt des Bodens und führe zu Schäden an Wurzeln.
BUND warnt: Streusalz schädigt Pflanzen und Tiere
Die Folgen zeigten sich besonders im Sommer, wenn Pflanzen auf einen intakten Wasserhaushalt angewiesen seien. Besonders betroffen vom Salz seien Straßenbäume wie Linde, Ahorn und Rosskastanie sowie einige empfindliche Heckengehölze. Aber auch Tiere litten unter Streusalz.
Normalerweise ist das Ausbringen von Streusalz auf Gehwegen und Nebenflächen verboten. Angesichts der heftigsten Schneefälle seit 15 Jahren und dem ständigen Wechsel von Tau- und Frostzeiten hat die Verkehrsbehörde in Hamburg das Verbot jedoch bis zum 21. Januar aufgehoben. Es sei eine Allgemeinverfügung erlassen worden, wonach Hamburgerinnen und Hamburger in dieser Zeit Tausalz auf die Wege streuen dürfen, um vereiste Gefahrenquellen zu beseitigen.
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hatte jedoch gleichzeitig appelliert: „Ich bitte trotzdem alle Hamburgerinnen und Hamburger Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und maßvoll Gebrauch vom Tausalz zu machen.“