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Spendenbetrug mit Tierleid: So erkennen Sie Fake-Videos

Herzzerreißende Tier-Videos auf Social Media? Ihre Spende kann helfen? Nicht immer stecken Tierschützer dahinter. Welche Tricks Betrüger nutzen und woran Sie Fakes erkennen.

15.05.2026

Straßenhunde brauchen vielerorts Hilfe. Doch hinter Spendenaufrufen verbergen sich leider auch immer wieder Betrüger.picture alliance / dpa Themendienst

Straßenhunde brauchen vielerorts Hilfe. Doch hinter Spendenaufrufen verbergen sich leider auch immer wieder Betrüger.picture alliance / dpa Themendienst

© picture alliance / dpa Themendienst

Videos von leidenden Tieren werden immer wieder missbraucht, um Spenden zu generieren. Das Geld fließt direkt in die Taschen von Betrügern. Die Welttierschutzorganisation weist auf einen aktuellen Fall aus Uganda hin. 

Dort soll ein Mann über Monate hinweg Hunde misshandelt und für die Produktion mitleiderregender Inhalte auch absichtlich verletzt haben. Er wurde nun festgenommen. Darüber berichtet die Welttierschutzgesellschaft (WTG) übereinstimmend mit der BBC.

User sollten deshalb, bevor sie für Tiere in Not spenden, genau hinsehen – auch wenn es nicht immer einfach ist, Fakes zu erkennen.

Diese Checkliste hilft dabei, Betrügern auf die Spur zu kommen:

  • Wird nur die Rettungsaktion oder auch der Verbleib der Tiere gezeigt? Denn Fake-Profile zeigen häufig nur Ersteres. Werden überwiegend Videos gezeigt, die Tiere in gefährlichen Situationen darstellen, und fehlen Informationen zum Verbleib der Tiere nach der Rettung, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass der Inhalt inszeniert ist, so die WTG.
  • Zeigen die Retter ihr Gesicht und wirken sie professionell? In vielen Fake-Videos erscheinen Retter in alltäglicher Kleidung und zeigen ihr Gesicht nicht. Die medizinischen Einrichtungen oder der Bereich, in dem das Tier angeblich behandelt wird, wirken zudem nicht professionell oder zweckmäßig.
  • Wie schnell greifen die Retter ein? Ein sehr starkes Indiz dafür, dass es sich um eine inszenierte Rettung handelt, sei das verzögerte Eingreifen: Tiere würden in den Videos sichtbar manchmal mehrere Minuten lang in der Gefahrensituation gelassen und aus unterschiedlichen Perspektiven gefilmt, so die Tierschutzorganisation.
  • Häufig wird im Video gezeigt, wie eine Person vermeintlich zufällig ein Tier in Not antrifft. Typischerweise enthält der Inhalt jedoch zahlreiche Schnitte und Szenen. Das Szenario wird aus mehreren Kamerawinkeln gefilmt. Für eine Zufallsbegegnung ist dies unglaubwürdig.
  • Werden Tiere wiederholt in Fake-Rescue-Videos gezeigt? Auch das kommt vor, wenn Tiere für Videoproduktionen gezielt an Betrüger vermittelt werden.
  • Überprüfen Sie unbedingt die Quelle. Ist der Retter mit einer offiziellen, seriösen und eingetragenen Tierschutzorganisation verbunden? Und lässt sich dies nachprüfen?