Panorama

So schützen Sie sich vor dem Fuchsbandwurm

Infektionen mit dem Kleinen Fuchsbandwurm kommen zwar nicht häufig vor, sind dann aber sehr gefährlich. Das Risiko lauert im Wald an Pilzen und Beeren. Naturschützer geben Empfehlungen für den Alltag.

11.10.2026

Der Fuchsbandwurm stellt zwar eine seltene, aber ernstzunehmende Gefahr dar, auf das Sammeln von Pilzen und Beeren muss deshalb jedoch nicht generell verzichtet werden.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Der Fuchsbandwurm stellt zwar eine seltene, aber ernstzunehmende Gefahr dar, auf das Sammeln von Pilzen und Beeren muss deshalb jedoch nicht generell verzichtet werden.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

© Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Herbstzeit ist Pilzzeit: Viele Menschen sind derzeit zum Sammeln von Pilzen oder Beeren im Wald unterwegs. Dabei wird immer wieder vor dem Fuchsbandwurm gewarnt, der auch für Menschen gefährlich werden kann. Wie groß ist das Ansteckungsrisiko tatsächlich, und wie kann man sich schützen?

Wie groß ist die Gefahr einer Infektion - und wie steckt man sich an?

Der Kleine Fuchsbandwurm gilt nach Angaben des Landesuntersuchungsamts Rheinland-Pfalz (LUA) in Mitteleuropa als der für den Menschen gefährlichste Parasit. Die Eier des Kleinen Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) werden von Füchsen mit dem Kot ausgeschieden. Werden sie über den Mund aufgenommen, können sie eine Infektion auslösen. 

Unbehandelt ende diese fast immer tödlich. Bei einer Infektion könne es zur lebensbedrohlichen und unheilbaren „Alveolären Echinokokkose“ kommen. Die Symptome - meist Schmerzen im Oberbauch und Funktionsstörungen der Leber - treten unter Umständen erst Jahre nach der Ansteckung auf. Erkrankte müssen lebenslang Medikamente einnehmen.

Nach Einschätzung des Naturschutzbundes (Nabu) ist das Risiko sich zu infizieren für Menschen aber eher gering. Pilz- und Beerensammler müssen sich daher nicht übermäßig sorgen.

Was sollte man beim Sammeln von Pilzen, Beeren und Co. beachten?

Auf Waldfrüchte, Pilze oder Obst aus dem Freiland muss nach Einschätzung der Naturschützer wegen des geringen Erkrankungsrisikos nicht verzichtet werden. Dennoch sollten ein paar Hinweise beachtet werden: Rohe Lebensmittel sollten gründlich gewaschen, besser noch auf mehr als 60 Grad erhitzt werden, wie der Nabu rät. Es reiche nicht aus, die Fundstücke auf bis zu minus 20 Grad zu kühlen oder in Alkohol einzulegen.

Nach Kontakt mit Erde sollte man sich die Hände waschen. Gartengeräte, Schuhe und Kleidung sollten möglichst nicht mit ins Haus genommen werden.

Sind Haustiere eine Gefahr? 

Hunde und Katzen können sich mit dem Fuchsbandwurm infizieren, wenn sie befallene Nagetiere wie Mäuse fressen, wie der Nabu erklärt. Meist zeigen sie demnach keine oder nur unspezifische Symptome. Doch: Über Bandwurmeier am Fell könnten sich Menschen theoretisch anstecken. Hunde und Katzen sollten deshalb regelmäßig und nach Rücksprache mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt entwurmt werden.