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So können Sie Marderschäden vorbeugen

Marderschäden am Auto können teuer werden. Wie Sie Warnsignale erkennen, welche Schutzmaßnahmen helfen können und welche Versicherung dafür aufkommt.

18.06.2026

Marder sehen niedlich aus, sind aber kleine Raubtiere und können auch am Auto einigen Schaden anrichten.picture alliance/dpa

Marder sehen niedlich aus, sind aber kleine Raubtiere und können auch am Auto einigen Schaden anrichten.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Marder schauen putzig aus, haben es aber faustdick hinter den Ohren und vor allem in den Zähnen. Das merken Autofahrer schlimmstenfalls an zerbissenen Kabeln, Schläuchen, Gummiteilen und Dämmmaterialien am Auto. Das kann teils sehr kostspielige Reparaturen nach sich ziehen - speziell bei E-Autos.

Die Mardersaison startet schon im März, wenn die Steinmarder-Männchen im Motorraum Duftmarken verteilen, um ihr Revier abzustecken, bevor nun im Sommer die Paarungszeit beginnt. Jetzt suchen die Tiere bis teils in den Hochsommer hinein auch Unterschlupf in Motorräumen. Der Platz unter der Motorhaube dient unter anderem als Proviantlager, heißt es vom Deutschen Jagdverband (DJV). Es finden sich deshalb dort oft etwa Hühnereier, Würste oder Fleischreste.

Treffen sie dort auf Gerüche von Nebenbuhlern, können sie im Wortsinn wütend werden und sich in Bauteile wie Kabel, Dämmmaterial oder Schläuche verbeißen. Davon sind nicht selten Pendler betroffen. Denn die fahren mit dem Auto – unbewusst – jeweils in ein neues Marderrevier und stellen es dort ab, so Torsten Reinwald vom DJV. Riecht dann der „Lokalmatador“ den Rivalen, der ja eigentlich Kilometer weit weg aktiv ist, spielen die Hormone verrückt, es komme zu „wilden Beißereien“.

So finden Sie Hinweise auf Marderbesuche

Vor allem, wer regelmäßig im Freien parkt, sollte genau auf Warnsignale achten, so der Auto Club Europa (ACE): Pfotenabdrücke am Auto oder im Motorraum, Bissspuren an Kabeln, zerfetzte Dämmmatten, lose Leitungen und ungewöhnliche Gerüche sprechen für einen Marderbesuch.

Auch ein unruhiger Motorlauf, austretende Flüssigkeiten, Startprobleme oder eine aufleuchtende Warnlampe des Motormanagements seien ernstzunehmende Warnzeichen. Dann im Zweifel lieber das Auto stehenlassen oder Fachleute zurate ziehen, um einen etwaigen Schaden nicht noch größer werden zu lassen.

Diese Maßnahmen können Marderbisse verhindern helfen 

Die Tiere kommen meist über den Unterboden in den Motorraum. Schützen können daher Motorraum-Abschottungen, die den Eindringling fernhalten sollen. Bei einigen Herstellern gibt diese ab Werk als Sonderausstattung, so der ADAC auf seiner Seite. Für einige Modelle sind solche Motorwannen zum Nachrüsten verfügbar.

Bereits eine Drahtmatte, die unter dem Bereich abgelegt wird, kann helfen. Denn die Tiere empfinden das Drauftreten dort als unangenehm. Zusätzlichen Schutz für empfindliche Leitungen können spezielle Ummantelungen bieten. Dies sollte man sich fachgerecht von einer Werkstatt nachrüsten lassen, so die Autoclubs. Duftmarken der Tiere lassen sich kurzzeitig durch eine fachgerechte Motorwäsche entfernen. Für Abhilfe können auch Ultraschallgeräte mit wechselnden Frequenzen sorgen, die zwar der Marder, aber nicht der Mensch hören können.

Für hilfreich halten Fachleute Anlagen, die ähnlich wie etwa bei einem Weidezaun Stromschläge verteilen. Dabei werden Kontaktplättchen an typischen Einstiegsorten platziert und unter Spannung gesetzt. Wenn der Eindringling drauftapst, bekommt er einen leichten Schlag. Der Einbau der Geräte, die mit mehreren Hundert Volt Spannung, aber ungefährlichen Strömen arbeiten, sollte laut ADAC gut überlegt und sach- sowie fachgerecht ausgeführt werden.

Der Schaden ist da – welche Versicherung kann helfen?

Wer Schäden entdeckt, sollte sie am besten für die Versicherung fotografieren. Eine Teil- oder Vollkaskoversicherung kommt in der Regel für Marderschäden auf. Aber der Umfang der Leistungen kann sich den Angaben zufolge sehr unterscheiden. Einige ersetzen nur die konkret beschädigten Teile, während andere auch für teure Folgeschäden aufkommen. Etwa, wenn angebissene Zündkabel zu Fehlzündungen führen und am Ende den Katalysator beschädigen.

E-Autos sind zwar nicht gefährdeter als Verbrenner, sondern sind - wie viele moderne Fahrzeuge allgemein - besser gegen Angriffe geschützt. Aber falls es doch zu Schäden an Hochvoltkabeln kommt, kann der Austausch ganzer Kabelstränge erforderlich sein. Das kann gut und gerne schon mal fünfstellige Beträge kosten, so der ACE.