So bleibt man im Tunnel ruhig und sicher am Steuer
Tunnel können beklemmend wirken – doch mit einfachen Tricks bleibt man entspannt. Was für stressfreie Fahrten geraten wird und wie man richtig reagiert, wenn es doch mal zu Unfällen oder Pannen kommt.
Keine Panik im Tunnel: Regelmäßig tief ein- und ausatmen hilft, die Nerven zu beruhigen.Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn
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Gerade eben war es noch taghell und sonnig - doch nun reißt die Tunnelröhre ihren dunklen Schlund auf und will einen samt Auto und Haaren verschlingen. Der Puls steigt, die Hände am Steuer werden klamm. So mag sich mancher fühlen, dem Tunnel eher unvertraut sind, wenn sie sich auf dem Weg zum Ziel aber dennoch auftun.
Die gute Nachricht: „Längere Tunnelabschnitte werden überwacht und die Sicherheitsstandards sind außerdem insgesamt hoch“, äußert sich Andreas Hölzel vom ADAC. „Es besteht somit keine außergewöhnliche Gefahr.“ Die Aussage gelte vor allem für Deutschland, Österreich und die Schweiz, aber natürlich hätten auch andere Länder wie - um nur zwei Beispiele zu nennen - Frankreich oder Slowenien sichere Tunnels.
Doch Unwohlsein und Fahrangst sind laut ADAC weit verbreitet. Ein mögliches Gegenmittel: „Bei einem mulmigen Gefühl vor der Einfahrt in einen Tunnel kann es helfen, bewusst und regelmäßig tief ein- und auszuatmen“ rät Andreas Hölzel. „Das trägt zur Entspannung bei.“
Angst und Panikattacken - dann besser in ärztliche Behandlung
Wenn das schlechte Gefühl sich aber stärker zeigt oder sogar Panikattacken drohen, sollte man sich in ärztliche Behandlung begeben und zunächst längere Tunnelstrecken meiden. Diese lassen sich zuweilen mit Routenplanern vermeiden - was man sich je nach Strecke aber mit einer längeren Fahrtzeit erkauft.
Doch manchmal ist vielleicht auch nur Unsicherheit und Unkenntnis die Ursache, dass ein mulmiges Gefühl entsteht. Wie verhält man sich am besten - und ist zu tun bei Pannen, Unfällen oder einem Brand?
- Wichtige Informationen merken: Schon beim Reinfahren in den Tunnel achtet man auf Hinweise zu Notausgängen und Notrufstationen - und stellt das Radio mit Verkehrsfunk an. Auch auf etwaige Anweisungen des Tunnelpersonals etwa durch Lautsprecherdurchsagen achten. Tabu: niemals im Tunnel wenden - es sei denn, Rettungskräfte fordern dazu auf.
- Das geltende Tempolimit und ausreichenden Abstand zum Vorausfahrenden einhalten.
- Bei Stau im Tunnel die Warnblinker anschalten und Abstand halten. Außerdem: Rettungsgasse bilden. Der ADAC rät, bei Stillstand im Idealfall mindestens fünf Meter Abstand zum Fahrzeug voraus einhalten zu können. Das erhöht bei Bedarf die Rangierfähigkeit, etwa für anrückende Rettungskräfte.
Im Auto bleiben und dabei die Fenster geschlossen halten und die Lüftung auf Umluft stellen, bis die Tunnellüftung automatisch einsetzt. Generell läuft die laut ADAC an, wenn die Luftqualität etwa durch einen Stau zu schlecht wird. Bei längerem Stillstand des Verkehrs den Motor ausschalten.
- Im Pannenfall rechts ran. Auch bei einer Panne gilt: Zunächst Warnblinker an und auf dem Seitenstreifen halten, sofern vorhanden. Im Idealfall erreicht man noch eine Pannenbucht. Ist das nicht der Fall: das Auto so weit wie möglich rechts an der Fahrbahn abstellen, um die Wege so wenig wie möglich zu blockieren.
Dann Hilfe über die ausgeschilderten Notruftelefone und nicht über Handy holen, denn so können die Verantwortlichen die Stelle orten. Nicht vergessen: Beim Aussteigen die Warnweste anlegen.
- Unfälle mit kleinem Schaden: Im Idealfall schafft man es noch, selbstständig aus dem Tunnel oder in eine Pannenbucht zu fahren. Falls nicht, dann so weit wie möglichst rechts ranfahren.
Die nächsten Schritte: Motor ausstellen, aber den Zündschlüssel vor dem Verlassen des Autos stecken lassen. Das erleichtert es Rettungskräften, das Fahrzeug aus dem Weg zu bringen. Mit angelegter Warnweste die Unfallstelle absichern. Dann Hilfe über Notrufstation holen und - falls nötig - Verletzte versorgen.
- Bei Rauch und Feuer beim eigenen Auto: Wenn das eigene Auto beginnt zu rauchen, sollte man zunächst ebenfalls versuchen, mit aktivierter Warnblinkanlage noch aus dem Tunnel herauszukommen.
Schafft man das nicht mehr sicher, wird der Wagen ebenfalls so weit wie möglich rechts abgestellt. Die nächsten Schritte: Motor aus, Schlüssel stecken lassen, an der Notrufstation Feueralarm auslösen und einen Notausgang nutzen.
- Brennt ein anderes Auto, Warnblinker einschalten und den größtmöglichen Abstand halten. Dann auch hier: Motor ausschalten, Schlüssel stecken lassen und schnell einen der ausgeschilderten Notausgänge nehmen.
Dabei auf andere achten und ihnen bei Bedarf helfen. Löschversuche nur im absoluten Anfangsstadium selbst unternehmen, rät der ADAC, ansonsten schnell weg vom Feuer.