Panorama

Sex, Drogen und Gewalt: Der Hype um „Euphoria“

„Euphoria“ machte Zendaya, Jacob Elordi und Sydney Sweeney zu Stars. Vier Jahre sind seit der zweiten Staffel verstrichen. Nun starten die neuen Folgen. Warum ist die Serie popkulturell so besonders?

13.04.2026

Nun startet die dritte Staffel der Teenie-Drama-Serie „Euphoria“. (Handout)Warner/HBO Max Sky/Wow/dpa

Nun startet die dritte Staffel der Teenie-Drama-Serie „Euphoria“. (Handout)Warner/HBO Max Sky/Wow/dpa

© Warner/HBO Max Sky/Wow/dpa

Werden die neuen Folgen je das Tageslicht erblicken? Diese Frage trieb viele Fans der gehypten Teenie-Drama-Serie „Euphoria“ um. Denn die dritte Staffel mit den mittlerweile zu Stars avancierten Schauspielern Zendaya („Dune“), Jacob Elordi („Frankenstein“) und Sydney Sweeney („The Housemaid“) ließ rund vier Jahre lang auf sich warten.

Seitdem ist viel passiert. So starben etwa die beiden „Euphoria“-Darsteller Eric Dane und Angus Cloud. Heute startet die dritte Staffel bei den Streamingdiensten HBO Max und Sky/Wow. 

Was macht den Hype um die Serie von Sam Levinson aus, die mit ihrer expliziten Darstellung von Sex, Drogenkonsum, Gewalt und nackter Haut für Aufsehen sorgte? Einige Fragen und Antworten.

Worum geht es? 

„Euphoria“ - die Adaption einer gleichnamigen israelischen Miniserie - dreht sich allgemein gesagt um die Probleme von High-School-Schülern in den USA. Sie greift Themen wie Freundschaft, Sexualität, Drogen, Erwachsenwerden, aber auch Traumata sowie psychische und physische Gewalt auf. 2019 liefen die ersten Folgen, 2022 folgte die zweite Staffel. 

Im Mittelpunkt steht die drogensüchtige Rue (Zendaya), die nach einem Entzug in ihren Alltag zurückkehrt, aber immer wieder von ihrer Sucht, Rückfällen und psychischen Problemen eingeholt wird. Sie freundet sich mit ihrer Mitschülerin Jules (Hunter Schafer) an, die trans und bisexuell ist.

Jacob Elordi ist mittlerweile ein international gefragter Schauspieler (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Jacob Elordi ist mittlerweile ein international gefragter Schauspieler (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

© Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Neben Rue wird die Geschichte von Figuren wie Nate (Elordi) erzählt, einem beliebten, toxisch männlichen Footballspieler mit Wut- und Gewaltproblemen. Er beginnt eine Affäre mit Cassie (Sweeney), die gerade bei Männern nach Liebe und Bestätigung sucht.

Wann sind die neuen Folgen zu sehen? 

Wöchentlich soll ab 13. April eine neue Episode erscheinen. Wer alle acht Folgen an einem Stück gucken möchte, muss sich bis zum 1. Juni gedulden - dann läuft die letzte Episode. „Euphoria“ gehört zu den meistgesehenen Serien aus dem Hause HBO.

Was unterscheidet „Euphoria“ von anderen Coming-of-Age-Serien?

Klar ist: Die Serie polarisiert. Der „Guardian“ fragte nach dem Finale von Staffel zwei, wie „Euphoria“ zur meist geliebten und zugleich meist gehassten Serie im Fernsehen werden konnte. Sie besteche etwa durch einen gewagten Stil, eine unverwechselbare, extravagante Mode und Szenen, die sich hervorragend für Memes eigneten. „Kurz gesagt: ein gefundenes Fressen für die Online-Community“. Gleichzeitig gibt es aber auch kritische Stimmen, die der Serie zu viel Provokation vorwerfen, wodurch sie inhaltlich an Tiefe verliere.

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Tatsächlich fällt „Euphoria“ mit einer besonderen Ästhetik auf, vor allem durch den atmosphärischen Soundtrack des britischen Musikers Labrinth in den ersten beiden Staffeln, eine Mischung aus Pop und elektronischen Klängen. 

Der „Hollywood Reporter“ stellte fest, bei Musik, Beleuchtung und Erzählstruktur gehe es weniger darum, das Leben von Teenagern realistisch darzustellen, als vielmehr darum, die rasanten Stimmungsschwankungen der Jugend einzufangen.

Dass eine Coming-of-Age-Serie so freizügig mit den Themen Drogensucht und Sex umgeht, ist zudem ungewöhnlich. Ein Beispiel: In einer Folge aus der ersten Staffel sollen gleich 30 Penisse zu sehen sein. Einige Kritiker merken aber auch an, dass gerade diese Inszenierung die Figuren (zu) stark sexualisiere und so der Eindruck entstehe, dass die Serie vor allem aus einer männlichen Perspektive („male gaze“) erzählt werde.

Wie geht es jetzt in der dritten Staffel weiter?

Seit dem Ende von Staffel zwei im Jahr 2022 sind vier Jahre vergangen, die Hauptdarsteller sind älter geworden. Daher macht auch die Handlung der dritten Staffel einen Zeitsprung von fünf Jahren. Rue und ihre früheren Mitschüler Cassie, Nate, Jules, Lexi und Maddy schlagen sich nun als junge Erwachsene durch das Leben.

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Rue gerät wieder in Konflikte mit Kriminellen, sie schuldet ihrer alten Drogendealerin eine Menge Geld. Cassie und Nate sind - zur Überraschung vieler Fans nach der Trennung am Ende von Staffel zwei - verlobt und planen die gemeinsame Hochzeit. Und Cassie will durch erotische Aufnahmen im Internet berühmt werden.

Welche Schauspieler sind wieder mit dabei - und wer fehlt?

Neben der zweifachen Emmy-Preisträgerin Zendaya sowie Elordi und Sweeney kehren etwa Hunter Schafer und Colman Domingo in ihre alten Rollen zurück. Mit dabei sind zudem wieder Alexa Demie (Maddy) und Maude Apatow (Lexi). 

Eric Dane starb im Februar, ist aber in der neuen Staffel noch zu sehen (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Eric Dane starb im Februar, ist aber in der neuen Staffel noch zu sehen (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

© Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Auch Eric Dane ist in seiner Rolle als Nates Vater Cal zu sehen. Dane („Grey’s Anatomy“) starb im Februar im Alter von 53 Jahren. Er litt an der unheilbaren Krankheit ALS, stand für „Euphoria“ aber noch vor der Kamera. Er ist nicht der einzige gestorbene Schauspieler aus dem Cast. Angus Cloud (25), der in den ersten beiden Staffeln den gutmütigen Drogendealer Fezco verkörperte, starb 2023 an einer versehentlichen Überdosis von Drogen und Medikamenten.

Es gibt auch prominente Neuzugänge: Sowohl Hollywoodstar Sharon Stone („Basic Instinct“) als auch die spanische Sängerin Rosalía („Berghain“) übernehmen Rollen.

Wieso hat es so lange gedauert, bis die dritte Staffel fertig wurde? 

Diese Frage griff auch Serienschöpfer Levinson bei der Premiere der dritten Staffel in Los Angeles auf. Wie das Branchenmagazin „Deadline“ berichtete, nannte Levinson unter anderem „offensichtliche Faktoren“ wie den monatelangen Streik von Drehbuchautoren und Schauspielern in den USA im Jahr 2023. Auch sei es schwierig gewesen, einen Drehplan mit dem vollen Terminkalender der Stars auf die Beine zu stellen.

Die meiste Zeit habe er mit Blick auf den Tod von Cloud und den verstorbenen Produzenten Kevin Turen damit verbracht, einen Weg zu finden, „denjenigen, die wir verloren haben, unseren Respekt zu zollen.“ 

Der „New York Times“ sagte Levinson über Cloud: „Sein Verlust brachte mich dazu, innezuhalten und nachzudenken: Welche Geschichte möchte ich wirklich erzählen? Was ist im Leben wirklich wichtig? Und durch diese Selbstreflexion begann sich die dritte Staffel zu konkretisieren.“

Zendaya bei der Premiere der neuen Staffel in Los Angeles, sie spielt in „Euphoria“ die Hauptrolle (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Zendaya bei der Premiere der neuen Staffel in Los Angeles, sie spielt in „Euphoria“ die Hauptrolle (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

© Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Schauspielerin Sydney Sweeney wurde durch „Euphoria“ zum Star (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Schauspielerin Sydney Sweeney wurde durch „Euphoria“ zum Star (Archivbild).Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

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