Panorama

Schulstress bei Kindern: Woran Eltern Belastung erkennen

Erstmals seit der Pandemie nehmen psychische Belastung bei Schülern wieder zu, zeigt eine Studie. Auch Leistungsdruck spielt eine Rolle. Wie Eltern ihre Kinder bei Schulstress unterstützen können.

18.03.2026

Leistungsdruck: 2025 fühlte sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland psychisch belastet.Matthias Balk/dpa/dpa-tmn

Leistungsdruck: 2025 fühlte sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland psychisch belastet.Matthias Balk/dpa/dpa-tmn

© Matthias Balk/dpa/dpa-tmn

2025 fühlte sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler psychisch belastet, zeigt das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung. Einer der möglichen Gründe ist den Autoren der regelmäßig erscheinenden Befragung unter Schülerinnen und Schülern zufolge Leistungsdruck.

Das Thema Stress und Druck im Kontext der Schule löst auch bei Eltern häufig Sorgen aus: Wie können sie erkennen, ob ihr Kind psychisch belastet ist? Und wie können sie ihr Kind bei Stress und Leistungsdruck unterstützen?

„Jedes Kind reagiert anders auf Schulstress“, heißt es vom Familienportal NRW. Es gibt aber eine Reihe von Anzeichen, auf die Eltern bei ihren Kindern achten können. Dazu können zum Beispiel unspezifische Bauchschmerzen zählen, ein plötzlicher Leistungsabfall, sozialer Rückzug oder Wut und Aggressionen. Auch Schlaf- oder Essstörungen zählen zu den häufigsten Stresssymptomen. 

Probleme ernst nehmen und zuhören

Wer solche Anzeichen wahrnimmt, sollte sich auf Ursachensuche machen. Was löst den Schulstress aus? Wichtig ist, dass Eltern ihr Kind und seine Symptome ernst nehmen. 

Am besten nehmen sich Eltern Zeit, Sohn oder Tochter in entspannter Atmosphäre von den Problemen erzählen zu lassen und aufmerksam zuzuhören. Statt pauschaler Aufmunterungsversuche („Das schaffst du schon“) sollten Eltern signalisieren, dass sie ihr Kind unterstützen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

In einem ersten Schritt gegen Schulstress können Eltern laut Familienportal NRW auf einen verlässlichen Tagesablauf sowie einen geregelten Schlafrhythmus für ihre Kinder achten. Zeit für Bewegung im Freien sorgt für körperlichen Ausgleich. 

Auch die eigene Haltung als Vater oder Mutter kann eine Rolle beim Thema Leistungsdruck spielen. Die sollten Eltern reflektieren. Hilfreich sind Fragen wie: 

  • Überfordere ich mein Kind? Ist das Lerntempo individuell angemessen? 
  • Kritisiere ich mein Kind - womöglich auch unbeabsichtigt oder unterbewusst - für Fehler? Bekommt es unabhängig von schulischen Leistungen Lob? 
  • Spielen Noten eine Rolle dabei, wie ich meinem Kind begegne? Schlechte Noten sollten kein Anlass für Strafen oder Liebesentzug sein. 
  • Vergleiche ich mein Kind mit anderen? Oder vermittle ich selbst Gelassenheit? 

Externe Hilfe in Anspruch nehmen

Nicht zuletzt können Eltern Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ihr Kind unter Schulstress und Leistungsdruck leidet. Erste Anlaufstellen können Lehrkräfte sein. Der Klassenlehrer oder eine Vertrauenslehrerin können dabei helfen, das Ausmaß der Belastung richtig einzuschätzen. 

Daneben begleitet und berät der schulpsychologische Dienst Schülerinnen und Schüler bei Lernauffälligkeiten und psychischen Krisen. Angebote der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie gibt es aber nicht an allen Schulen, was etwa von Schulleitungen regelmäßig kritisiert wird.

Zeigen sich gesundheitliche Probleme über längere Zeit, sollten ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden – etwa beim Kinder- und Jugendarzt. In psychischen Krisen helfen zudem spezialisierte Familienberatungsstellen oder die Elternberatung der Telefonseelsorge.