Panorama

Reifendruckleuchte: Nicht immer droht sofort eine Panne

Die Reifendruckleuchte geht an – doch nicht immer steckt gleich eine Panne dahinter. Welche Ursachen infrage kommen und wann Autofahrer besser nicht weiterfahren.

05.11.2026

Auch Kälte kann die Reifendruck-Warnleuchte auslösen.Armin Weigel/dpa/dpa-tmn

Auch Kälte kann die Reifendruck-Warnleuchte auslösen.Armin Weigel/dpa/dpa-tmn

© Armin Weigel/dpa/dpa-tmn

Leuchtet die Warnleuchte des Reifendruckkontrollsystems auf, muss das nicht immer sofort auf eine Reifenpanne hinweisen. Allerdings ist entweder zu wenig Druck im Reifen oder die Sensoren sind nach einem Reifenwechsel noch nicht kalibriert worden.

Weniger Druck in den Reifen kann laut TÜV-Nord-Station Hannover-Anderten auch mit sinkenden Temperaturen zusammenhängen. Demnach verändert sich mit fallenden Temperaturen auch der Druck im Reifen. Pro zehn Grad Unterschied kann er um etwa 0,1 bar abnehmen, so die Prüforganisation. Und war der Druck im Pneu eh schon eher niedrig, kann das die Warnmeldung auslösen. Also schnellstmöglich nachfüllen.

Es kann auch einfach am Sensor liegen

Aber gibt es einen starken Druckverlust oder man erkennt sichtbare Reifenschäden, dann nicht mehr einfach weiterfahren und im Zweifel den Pannendienst holen.

Auch der Wechsel auf die Winterräder kann die Ursache sein. Ein Reifendruckkontrollsystem ist schon seit 2014 für Neuwagen Pflicht, doch es gibt verschiedene Systeme. So muss bei indirekt messenden Systemen die Elektronik nach dem Radwechsel und nach einer Druckkorrektur in der Regel neu kalibriert werden.

Dagegen haben direkt messende die Sensoren in den Rädern. Hier ist laut ADAC bei modernen Sensoren nach dem erstmaligen Anlernen der Sensoren eine neuerliche Initialisierung nach Reifendruckkorrektur und dem Räderwechsel nicht nötig.

Bei Warnungen handeln und selbst den Luftdruck kontrollieren

Gibt es eine Reifendruckwarnung, sollte man aber nicht einfach die Anzeige zurücksetzen. Sondern der TÜV Nord rät, den wirklichen Luftdruck an allen Reifen zu checken und diese bei Bedarf aufzupumpen.

Gemessen wird an kalten Reifen und orientiert bei den Werten an den Herstellerangaben. Diese finden sich in der Regel in der Bedienungsanleitung, am Türholm oder auf der Innenseite des Tankdeckels. Erst wenn die Werte stimmen, sollte das Kontrollsystem, falls nötig, neu initialisiert werden.

Wichtig: Tauchen Warnungen immer wieder auf, kann das ein Hinweis auf einen schleichenden Luftverlust sein. Daher der TÜV-Tipp: „Wer immer wieder Luft nachfüllen muss, sollte Reifen und Ventile in einer Werkstatt überprüfen lassen.“

Leuchtet die Warnleuchte trotz richtigem Druck weiter, kann auch eine Störung des Kontrollsystems die Ursache sein. Auch wenn es gut ist, eines an Bord zu haben: Es ersetzt nicht die regelmäßige manuelle Kontrolle des Luftdrucks.