Prozess um betrügerischen Hauskauf
Zwei mutmaßliche Hauskauf-Nomaden stehen in Mönchengladbach vor Gericht. Die Eheleute sollen über ein Jahr in einem nicht bezahlten Haus gewohnt haben.
Am Landgericht hat ein Prozess um einen mumaßlich betrügerischen Hauskauf begonnen. (Archivbild) Marius Becker/dpa
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Ein Ehepaar zieht in ein Haus, zahlt den Kaufpreis nicht und bleibt über ein Jahr lang bis zur Zwangsräumung dort wohnen: So soll es sich in Hückelhoven im Kreis Heinsberg zugetragen haben. Vor dem Amtsgericht Mönchengladbach hat nun der Prozess gegen die Eheleute wegen besonders schweren Betrugs begonnen.
Laut Anklage hatte der 59-jährige Ehemann den Kaufvertrag über 745.000 Euro unterschrieben und war zwei Monate später mit seiner Frau in das Haus gezogen. Nach einer Anzahlung von 100.000 Euro soll dann aber kein weiteres Geld geflossen sein.
Käufer hatte sich als Millionär ausgegeben
Der 39 Jahre alte Hausverkäufer schilderte als Zeuge vor Gericht, der Angeklagte habe sich beim Kauf als Millionär ausgegeben, der ein Hotel auf Mallorca besitze. „Das Auftreten hat nicht nur mich, sondern auch meinen Makler überzeugt. Daher haben wir damals nicht weiter nachgeforscht.“
Auch dass dann die Ehefrau kurzfristig als Käuferin den Vertrag aufgenommen werden sollte, habe ihn nicht stutzig gemacht, sagte der 39-Jährige. Hinsichtlich der ausbleibenden Zahlung sei er immer wieder vertröstet worden.
Angeklagter bestreitet betrügerische Absicht
Erst eineinhalb Jahre nach dem folgenschweren Verkauf räumte das angeklagte Ehepaar das 240-Quadratmeter-Haus - einen Tag vor der vom Besitzer erfolgreich eingeklagten Zwangsvollstreckung.
Der angeklagte 59-Jährige räumte am ersten Verhandlungstag zwar ein, die vereinbarte Summe nicht gezahlt zu haben. Dies habe er aber nicht aus betrügerischer Absicht getan, sondern weil es erhebliche Mängel am Haus gegeben habe. Seine Frau habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Die Angeklagte schwieg vor Gericht.