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Omas Trick: Ist es wirklich sinnvoll, Eier anzupieksen?

Ob sonn- oder werktags, daheim oder im Hotel - viele Menschen lieben morgens ein gekochtes Ei. Wer selbst kocht, steht vor der Frage: anpieksen oder nicht?

01.04.2026

Mythos oder Wahrheit: Das Anstechen von Eiern vor dem Kochen soll das Platzen verhindern, doch wissenschaftlich bewiesen ist diese Methode nicht.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Mythos oder Wahrheit: Das Anstechen von Eiern vor dem Kochen soll das Platzen verhindern, doch wissenschaftlich bewiesen ist diese Methode nicht.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

© Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Konnten Generationen von Hausfrauen oder -männern irren? Damit das Ei nicht platzt, haben sie es vor dem Kochen angepiekst. Schließlich gibt es dafür ja sogar extra ein kleines Gerät. Stellt man das Ei darauf und drückt es runter, kommt ein Stachel hoch und pikst das Ei an. 

Die Idee hinter dem Piks: Beim Erhitzen dehnt sich Luft im Ei aus. Durch das kleine Loch in der Schale soll Luft entweichen können und so das Platzen des Eis verhindert werden. „Obwohl vermutlich die meisten das Ei anpieksen, ist es tatsächlich gar nicht nötig. Es gibt keinen Beleg dafür, dass das Anpieksen wirklich verhindert, dass das Ei platzt“, sagt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. 

Große Temperaturunterschiede sind schuld an Rissen

Worauf es wirklich ankommt, sei die Temperatur: „Wenn ich ein eiskaltes Ei aus dem Kühlschrank ins kochende Wasser gebe, ist der Temperaturunterschied ziemlich groß und die Schale kann eher reißen.“ Krehls Tipp für den Alltag, lautet daher: Die Eier einfach ein paar Minuten vor dem Kochen aus dem Kühlschrank holen und mit dem Löffel ganz vorsichtig ins kochende Wasser heben“. So sei der Temperaturunterschied zum Kochwasser geringer und verhindere Risse in der Schale - ganz ohne Eierpieksen. 

Wie lange ein Ei gekocht wird, hängt dann vor allem vom persönlichen Geschmack ab. Faustregel der Verbraucherzentrale: Nach etwa sechs Minuten ist es wachsweich, nach rund zehn Minuten hart.

Und wie sieht es mit dem Abschrecken von Eiern aus? 

Das eiskalte Wasserbad nach dem Kochen sorgt nach Omas Überlieferung dafür, dass man die Schale besser pellen kann und sie nicht am Häutchen kleben bleibt. Das ist aber auch ein Mythos. Ob die Schale hartnäckig am Ei kleben bleibt, hängt nicht vom Abschrecken ab, sondern vom Alter der Eier. „Wenn die Schale schlecht abgeht, sind die Eier nur wenige Tage jung. Ältere Eier lassen sich leichter pellen, weil die dünne Haut um das Eiklar herum mit der Zeit elastischer wird“, klärt die Verbraucherzentrale Brandenburg auf. 

Abschrecken sei nur sinnvoll für diejenigen, die ein wirklich weichgekochtes Ei genießen wollen, denn die Kälte unterbricht den Garprozess. 

Kontraproduktiv ist Abschrecken allerdings, wenn man gekochte Eier lagern möchte, etwa die buntgefärbten zu Ostern. Dann sollte sowohl auf das Anpieksen als auch auf das Abschrecken mit kaltem Wasser verzichtet werden. Denn durch den starken Temperaturunterschied beim Abschrecken können laut Daniela Krehl Risse in der Schale entstehen. Durch diese können Bakterien und Mikroorganismen ins Innere des Eis gelangen eindringen. 

Stattdessen sollte man die Eier in Ruhe abkühlen lassen und dann im Kühlschrank aufbewahren - so bleiben sie am besten geschützt. Dort zwischen 2 bis 6 Grad gelagert, sind sie überraschend lange haltbar: „Bis zu 4 Wochen“, so Krehl.