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Oldtimer bewegen oder schonen? Darauf kommt es im Winter an

Ein Oldtimer im Winter: Regelmäßige Ausfahrten können zwar vor Standschäden schützen. Doch Streusalz auf den Straßen wiederum kann dem Klassiker zusetzen. Wann ist die Straße sicher genug?

14.10.2026

Rostgefahr durch Streusalz: Unterboden und Radkästen sollten nach einer Winterfahrt schonend gesäubert werden.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Rostgefahr durch Streusalz: Unterboden und Radkästen sollten nach einer Winterfahrt schonend gesäubert werden.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Klar, der Herbst bietet bestimmt noch den ein oder anderen völlig trockenen und sonnigen Tag - beste Bedingungen für eine Ausfahrt im Oldtimer. Doch der Winter naht - und dann? Einmotten oder das alte Schätzchen noch das eine oder andere Mal rausholen? Darüber gehen in der Szene die Meinungen weit auseinander, hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) beobachtet. Sie hat einige Pros und Cons wie auch Tipps zusammengestellt.

Winterliche Ausfahrten können Standschäden vermeiden helfen

Der beste Grund, auch im Winter die eine oder andere Ausfahrt zu unternehmen: Das kann die Technik vor Standschäden schützen. Vor allem, wenn Öl und Wasser auf einer längeren Ausfahrt auf Normaltemperatur kommen können. Auch wenn Bremsen betätigt, Lager bewegt und Dichtungen beansprucht werden, sei das gut gegen Standschäden.

Das gilt auch für die Reifen, wenn sie nicht monatelang auf einer Stelle stehen. Und es macht natürlich Spaß. Ausfahrten sind immer dann möglich, wenn der Klassiker ganzjährig angemeldet ist. 

Die Rostgefahr ist da - wie man sie minimieren kann

Doch dann ist da die Salzgefahr: Um schon gründlich vorzubeugen, ist der vorhandene Korrosionsschutz inklusive der Hohlraumkonservierung zu überprüfen und bei Bedarf zu erneuern. Denn feuchtes Streusalz birgt trotz aller Vorbereitung Risiken. Es fördert die Korrosion, wenn es sich in beispielsweise in Radkästen, Schwellern, Fahrwerksteilen oder Bremsen festsetzt.

Wer auf solchen gesalzenen Straßen gefahren ist, sollte das Auto „gründlich und schonend“ reinigen. Speziell sollte dabei der Unterboden und die Radkästen berücksichtigt werden. Danach trocknet das Auto idealerweise in einer trockenen und gut belüfteten Garage.

Zwar würden die Winter „im langfristigen Mittel milder“, so die GTÜ. Doch zugleich hätten ihre Niederschlagsmengen in Deutschland zugenommen. Vorteil für Oldies: Ein kräftiger und andauernder Regen kann Rückstände von Salz von der Straße spülen. Wie schnell das geht, hängt jedoch von der Menge des Niederschlags, der vorherigen Salzbelastung und den Bedingungen vor Ort ab, so die GTÜ. Ihr Tipp: „Weiße oder hellgraue Schlieren auf trockener Fahrbahn können auf Streusalzrückstände hindeuten.“

Umgekehrt bedeute das Fehlen solcher Spuren allerdings nicht, dass die Straße bereits salzfrei sei. Viele warteten daher sicherheitshalber ein paar Tage bis zur nächsten Winterausfahrt.

Aber trotz aller Vorsicht: „Klassiker in sehr gutem Zustand sind für Wintereinsätze zu schade“, ist sich die GTÜ sicher. 

Autofahren im Winter ist nicht einfach - im Oldie erst recht nicht

Nicht vergessen: Auch an Oldtimern müssen sich auf winterlichen Straßen zugelassene Winterreifen drehen. Diese müssen das „Alpine“-Symbol tragen.
Und besonders mit älteren Modellen sollte man noch umsichtiger und vorausschauender fahren: Denn ein Auto etwa auf schneebedeckter Straße zu beherrschen, sei generell eine Herausforderung.

Zudem müssen viele Oldies freilich noch komplett ohne Assistenzsysteme wie etwa ABS, ESP und Traktionskontrollen auskommen. Und Fahrwerk, Bremsanlage und Beleuchtung sind naturgemäß eben auch nicht auf dem Stand moderner Technik.