Panorama

Ohne Passwort ins Postfach: Web.de und GMX starten Passkeys

Der Kreis der Onlinedienste, die den Log-in mit Passkeys anbieten, hat sich wieder vergrößert - um zwei populäre E-Mail-Anbieter. Wie das neue Verfahren funktioniert und warum es als sehr sicher gilt.

24.07.2026

Passwortlos einloggen: Web.de und GMX ermöglichen jetzt eine Anmeldung per Passkeys.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Passwortlos einloggen: Web.de und GMX ermöglichen jetzt eine Anmeldung per Passkeys.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

© Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Zum Einloggen bei Web.de und GMX benötigt man ab sofort nicht mehr zwingend ein Passwort: Die E-Mail-Dienste unterstützen nun nämlich auch die Anmeldung über sogenannte Passkeys, wie die 1&1-Tochterunternehmen mitteilen.

Das Verfahren ermöglicht schnelles, passwortloses Anmelden über ein automatisch erstelltes, kryptografisches Schlüsselpaar. Es gilt deshalb als besonders sicher, weil Passkeys anders als Passwörter nicht einfach erbeutet, gestohlen, erraten oder auch vergessen werden können.

So funktionieren Einrichtung und Anmeldung

Um bei Web.de oder GMX einen Passkey einzurichten, geht man auf der jeweiligen Webseite am Rechner oder in der Mobilgeräte-App in die Einstellungen und weiter zu „Login & Sicherheit/Passkeys anlegen und verwalten/Passkey hinzufügen“. Dort gibt man dann sein Passwort ein und folgt den Anweisungen.

Um sich dann per Passkey bei den E-Mail-Diensten anzumelden, muss man:

  • Am Rechner auf der jeweiligen Seite auf „Login“ klicken, die E-Mail-Adresse eingeben, dann „iPhone, iPad oder Android-Gerät“ wählen, den angezeigten QR-Code scannen, „Passkey verwenden“ antippen und die Anmeldung per Biometrie oder PIN bestätigen.
     
  • Am Smartphone die jeweilige App öffnen, auf „Login“ tippen, E-Mail-Adresse eingeben, dann „Passkey verwenden“ antippen und die Anmeldung per Biometrie oder PIN bestätigen.

Wer Passkeys aktiviert, riskiert nichts: Das gewohnte Passwort funktioniert bei Web.de und GMX weiterhin parallel. Das ist nützlich, falls die Anmeldung per Passkey fehlschlägt, das Smartphone gerade nicht zur Hand ist oder abhandengekommen ist.

So funktionieren Passkeys grundsätzlich

Und das läuft bei der Passkey-Anmeldung im Detail ab: Die Webseite fragt den beim Nutzer gespeicherten privaten Kryptoschlüssel ab. Die Echtheit der Abfrage muss nur kurz per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder PIN verifiziert werden. Dann wird der private Schlüssel mit seinem beim Dienst gespeicherten Gegenstück, dem öffentlichen Schlüssel, abgeglichen - und der Log-in ist perfekt.

Speichern kann man seine Passkeys etwa in (mobilen) Betriebssystemen wie Android, iOS/MacOS oder Windows, aber auch in kompatiblen Passwortmanagern von Drittanbietern wie etwa „Bitwarden“ oder „KeePassXC“. Bereits in Manager-Programmen gespeicherte Passwörter bleiben von den Passkeys übrigens unberührt und können wie gewohnt weiter genutzt werden.