Nur ein Ketchup trifft beim Geschmack voll ins Tomatenherz
Die einen kleckern ihn über Pommes und Gegrilltes, andere über alles: Im Test erzielt nur ein Ketchup geschmacklich die Traumnote 1,0. Worauf die Tester noch achteten und wofür es Abzüge gibt.
Große Auswahl, wenige Spitzenreiter: Von 23 getesteten Ketchups schneiden nur zwölf mit „gut“ ab, darunter auch günstige Eigenmarken.Christin Klose/dpa-tmn
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Lieben Sie Ketchup auch am liebsten so: Er soll schön fruchtig nach reifen Tomaten schmecken, angenehm würzig sein, leicht süß, aber nicht zuckrig und fein säuerlich belebend, aber auf keinen Fall essigsauer stechend? Es gibt einen einzigen Ketchup unter insgesamt 23, der im Geschmacks-Test dem Ideal entspricht und bei „Stiftung Warentest“ die Traumnote 1,0 kassiert:
- Born Tomatenketchup für 1,99 Euro für 450 ml Inhalt (0,44 Euro pro 100 ml).
Doch die geschmackliche Seite ist nicht die Einzige, die für die Warentester zählt. Die Prüfer haben für ihre Zeitschrift (Ausgabe 4/2026) auch Zutaten, Textur, Schadstoffe, Verpackung und Deklaration unter die Lupe genommen - und da gibt es im Gesamturteil kein Produkt mit der Note „sehr gut“. Neben dem Ketchup von Born schneiden elf weitere „gut“ ab, die zwischen 0,26 und 1,33 Euro pro 100 ml kosten.
Unter den „guten“ Tomatenketchups landen auch einige Bioprodukte und drei Ketchups, die speziell für Kinder aufgemacht sind. Zum besten Kinderketchup wurde gekürt:
- Bioanbieter Byodo für 3,99 für 300 ml (1,33 Euro pro 100 ml).
Die günstigsten unter den besten Ketchups sind:
- Edeka Gut & Günstig für 1,29 Euro für 500 ml (0,26 Euro pro 100 ml).
- Lidl Kania Classic für 1,29 Euro für 500 ml (0,26 Euro pro 100 ml).
Siebenmal gab es „befriedigend“ (0,26 bis 0,83 Euro/100 ml, dreimal „ausreichend“ (0,70 bis 1,33 Euro/100 ml) und einmal „mangelhaft“ (1,33 Euro/100 ml). Dafür haben die Tester unterschiedliche Gründe:
Gifte von schwarzem Schimmel
Einer davon sind möglicherweise schädliche Toxine: Auf spät geernteten oder zu feucht gelagerten Tomaten zeigen sich oft schwarze Stellen, die von Schimmelpilzen stammen. In drei Fällen wurden Richtwerte für diese Alternaria Toxine überschritten. Sie ähneln von der Struktur her laut „Stiftung Warentest“ erbgutschädigenden und krebserregenden Substanzen. Es sei zwar bisher nicht geklärt, ob sie für Menschen kritisch seien. Sicherheitshalber sollte man aber so wenig wie möglich davon aufnehmen.
Ketchup als Zuckerfalle?
Die Sorge um zu viel Zucker im Ketchup bei den Testern war unberechtigt. Bis auf zwei Ausreißer mit 26,6 g und 21 g pro 100 ml sind die Zuckerwerte nicht so hoch wie befürchtet, liegen zwischen 3,6 und 19,3 g pro 100 ml. Im Schnitt kommen die Tester auf 16 g je 100 ml.
Ein Ketchup verzichtet komplett auf Zucker oder Süßstoff und erreicht auch ohne ein „gut“. Denn Tomaten selbst bringen auch schon einiges an natürlichem Zucker mit, loben die Tester - in dem Fall 5,6 g pro 100 ml.
Der Haken an den Süßstoffen
Vorsicht vor Aufschriften wie: „Mit weniger Zucker.“ Der Test ergab, dass zuckerreduzierte Ketchups teils mit Süßstoffen gesüßt sind. Das bringe zwar weniger Kalorien, aber oft Geschmacksfehler. Süßstoffnoten oder sehr starke Süße störten die Tester, was meist in der geschmacklichen Note nicht besser als ein „befriedigend“ einbringt.
Auch darüber hinaus sieht „Stiftung Warentest“ Süßstoffe kritisch:
- Mit ihnen gewöhne man sich die Vorliebe für Süßes nicht ab und könnte dadurch auch andere süße Lebensmittel bevorzugen, die dann reichlich Zucker intus haben.
- Ketchups mit dem Süßstoff Sucralose werden abgewertet, weil er biologisch schwer abbaubar ist und die Umwelt belastet. Denn Klärwerke können ihn nicht vollständig aus dem Abwasser entfernen.
Glas- oder Kunststoff-Flasche?
Die Tester haben noch einen Umwelttipp: Sie raten zum Kauf von Ketchup in Glasflaschen. „Die im Test lassen sich nach unserer Einschätzung wieder zu
Glas verarbeiten. Nicht alle der Kunststoff-Flaschen sind recyclingfähig“, schreibt Stiftung Warentest.
Selbstgemachter Ketchup: So geht es
Wer weder Lust auf Zucker noch Süßstoff und damit Geschmacksfehler im Ketchup hat, könnte sich seinen Ketchup auch selbst machen. Wie das für die leichtere Variante geht, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE):
- Eine Zwiebel wird fein gehackt und mit Knoblauch in einem großen Topf angedünstet. Dazu werden je nach Wahl geviertelte Tomaten hinzugefügt.
- Man lässt sie bei geringer Hitze köcheln und rührt gelegentlich um.
- Gewürzt wird mit Apfelessig, Senf und etwas Honig, Salz und Pfeffer.
- Je nach Geschmack kann man auch Möhren und weitere Gewürze wie Chili, Ingwer, Koriander oder Curry hinzufügen.
- Die eingekochte Masse pürieren und noch heiß in kleine, saubere Schraubgläser füllen.
Der selbstgemachte Ketchup hält sich mehrere Wochen.
Born Tomatenketchup überzeugt im Geschmackstest: Als einziger Ketchup erhält er die Traumnote 1,0 bei Stiftung Warentest.Ralph Kaiser/Stiftung Warentest/dpa-tmn
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Byodo Kinderketchup: Der beste Kinderketchup im Test überzeugt durch Bioqualität mit ausgewogener Süße.Ralph Kaiser/Stiftung Warentest/dpa-tmn
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Günstig und gut: Edekas Gut & Günstig Ketchup bietet soliden Geschmack für nur 1,29 Euro pro 500 ml.Ralph Kaiser/Stiftung Warentest/dpa-tmn
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Lidl Kania Classic: Unter den günstigen Ketchups überzeugt dieser mit einem guten Testergebnis.Ralph Kaiser/Stiftung Warentest/dpa-tmn
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