Panorama

Null Eigenkapital beim Hauskauf? Experten warnen vor Risiken

Ein Immobilienkauf ohne Eigenkapital klingt verlockend - doch Verbraucherschützer warnen: Hohe Zinsen und fehlende Rücklagen können schnell zur Schuldenfalle werden.

06.07.2026

Die schöne Fassade täuscht nicht über die Rechnung hinweg: Ohne 20 bis 30 Prozent Eigenkapital wird die Vollfinanzierung laut Verbraucherschützern schnell zur Wette.picture alliance/dpa

Die schöne Fassade täuscht nicht über die Rechnung hinweg: Ohne 20 bis 30 Prozent Eigenkapital wird die Vollfinanzierung laut Verbraucherschützern schnell zur Wette.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Immobilienfinanzierung ganz ohne Eigenkapital? Das geht bei manchen Anbietern grundsätzlich. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt allerdings vor wohlklingenden Werbeaussagen und allgemein vor dieser Art der Finanzierung. Der Grund: Die damit einhergehenden hohen Risiken, die bis in die Überschuldung führen können.

„Eine gute Finanzierung braucht Eigenkapital“, sagt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn das Eigenkapital senke die Zinskosten in erheblichem Umfang - ganz gleich, ob die Immobilie vermietet oder selbst bewohnt werden soll. Ohne eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises seien 100-Prozent-Finanzierungen riskante Wetten - sowohl für Kreditnehmerinnen und -nehmer als auch für die finanzierende Bank. 

Hohe Zinslast kann Instandhaltung erschweren

Finanzieren Banken den Kauf einer Immobilie in vollem Umfang, lassen sie sich das Risiko meist mit üppigen Zinssätzen vergüten. Diese hohe Zinsbelastung könne dazu führen, dass Eigentümerinnen und Eigentümern das Geld für notwendige Reparaturen oder die energetische Sanierung fehlt. Für die Instandhaltung empfehlen die Verbraucherschützer eigentlich, mindestens einen bis eineinhalb Prozent des Gebäudewerts pro Jahr zurückzulegen. Ist das nicht drin, kann es eng werden, wenn Heizung oder Dach kaputtgehen.

Auch wenn bei einer vermieteten Immobilie plötzlich Mieteinnahmen ausblieben, könne das zu ernsthaften Schwierigkeiten führen. Ohne Rücklagen ist in einer Notlage oft der Verkauf der letzte Ausweg - und das nach Einschätzung der Verbraucherschützer in der Regel mit massivem Verlust.

„Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Erfolgsgeschichten blenden“, rät Sandra Klug. „Gute Finanzierungen brauchen Eigenkapital, eine solide Bonität, realistische Zinsbindungen, Puffer für Rücklagen und eine Immobilie ohne versteckte Mängel“, so Klug. Eine Abkürzung, die diese Grundlagen aushebelt, gebe es nicht.