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Niemals ohne Aufsicht: So schnorcheln Kinder sicher

Warum die richtige Passform bei Schnorchelmasken für Kinder entscheidend ist – und welche Symptome Eltern sofort ernst nehmen sollten, wenn ihr Kind schnorchelt.

24.07.2026

Sichere Ausrüstung wählen: Kinder benötigen Schnorchel und Masken, die perfekt passen und den Sicherheitsnormen entsprechen.Mascha Brichta/dpa-tmn

Sichere Ausrüstung wählen: Kinder benötigen Schnorchel und Masken, die perfekt passen und den Sicherheitsnormen entsprechen.Mascha Brichta/dpa-tmn

© Mascha Brichta/dpa-tmn

Wenn Kinder die faszinierende Unterwasserwelt erkunden möchten, benötigen Sie zum einen die richtige Schnorchelausrüstung. Zum anderen sollten Eltern einige wichtige Verhaltensregeln mit ihnen besprechen - etwa, dass sie nie auf eigene Faust und unbeaufsichtigt schnorcheln gehen dürfen, und dass man mit einer Vollgesichtsmaske niemals abtauchen darf, erklärt der Tüv-Verband.

Bei der Ausrüstung seien vor allem Konstruktion, Luftführung und Passform entscheidend. Preis und Design sagten hingegen wenig über die Sicherheit des Equipments aus, so die Experten. Grundsätzlich gibt es zwei Schnorchel-Systeme:

  • Die klassische Kombination aus Tauchmaske und separatem Schnorchel
  • Die Vollgesicht-Schnorchelmaske

Schnorcheleinstieg mit Vollgesichtsmaske einfacher

Das Benutzen des Mundstücks bei der klassischen Ausrüstung kann für jüngere Kinder anstrengend sein. Mit Vollgesicht-Schnorchelmasken, die das gesamte Gesicht umschließen und ein großes, durchgehendes Sichtfeld bieten, können Kinder natürlich durch Mund und Nase ein- und ausatmen. Aus Sicht der Experten erleichtert das den Einstieg ins Schnorcheln erheblich.

Nach Einschätzung des TÜV-Verbands ist keines der beiden Systeme grundsätzlich gefährlicher als das andere. Entscheidend sei, dass die Ausrüstung zum Einsatzzweck und zur Person passt, gut verarbeitet ist und richtig verwendet wird.

Mal eben kurz abtauchen? - Auf keinen Fall mit Vollgesichtsmaske!

Obwohl prinzipiell an der Wasseroberfläche geschnorchelt wird mit eingetauchtem Gesicht und dem Schnorchel über Wasser zum Atmen, tauchen Kinder gerne kurz unter die Oberfläche.

Bei einer klassischen Tauchmaske und einem separaten Schnorchel ist das auch kein Problem: Man hält einfach kurz die Luft an. Nach dem Auftauchen kann eingedrungenes Wasser dann aus dem Schnorchel ausgeblasen werden, bevor weitergeatmet wird. Die Tauchmaske kann sogar ohne Schnorchel genutzt werden.

Mit einer Vollgesichtsmaske ist selbst kurzes Abtauchen jedoch gefährlich und sollte unbedingt unterbleiben. Das Problem: Ein Druckausgleich über die Nase ist hier nicht möglich. Schon in geringer Tiefe könnten schmerzhafte Druckunterschiede sowie Verletzungen an Augen oder Ohren entstehen, warnt der Tüv-Verband.

Exakte Passform bei Kindern besonders wichtig

Kinder haben ein geringeres Atemvolumen als Erwachsene, weshalb eine exakte Passform für sie besonders wichtig ist. Sitzt die Maske schlecht, kann einströmendes Wasser zu Unsicherheit oder Panik führen.

Wenn möglich, sollte die Maske vor dem Kauf anprobiert werden. Dabei empfiehlt der Verband, die Maske ohne die Bänder leicht ans Gesicht zu drücken und leicht einzuatmen: Sie sollte dann halten, ohne abzufallen. Haare sollten nicht unter dem Silikonrand liegen, da sie die Abdichtung stören.

Dichtränder und Mundstücke sollten aus weichem, elastischem Material bestehen, geruchsneutral sein und keine scharfen Kanten aufweisen. Eltern sollten die Größenangaben des Herstellers beachten und nur altersgerechte Modelle kaufen.

Auf Schnorchel-Norm, Signalfarbe und Ventil achten

Für Kinder gilt beim Schnorchel eine eigene Normvorgabe: Der Abstand zwischen Mundstück und Lufteinlass darf maximal 35 Zentimeter betragen (bei Erwachsenen: 38 cm). Ein zu langer oder zu enger Schnorchel erhöht den Atemwiderstand oder führt dazu, dass ausgeatmete, sauerstoffarme Luft wieder eingeatmet wird, was die körperliche Belastung erhöht.

Ein oberes Schnorchelende in leuchtender Signalfarbe verbessert die Sichtbarkeit im Wasser und hilft dabei, dass Kinder von Booten und anderen Wassersportlern rechtzeitig erkannt werden.

Für Anfänger im Allgemeinen und insbesondere für Kinder empfiehlt sich zudem ein Schnorchel mit sogenanntem Dry-Top-System oder automatisch schließendem Ventil, die das Eindringen von Wasser in den Schnorchel verringern oder verhindern sollen.

Für klassische Masken mit Schnorchel gibt es eigene Normen

Beim Kauf lohnt es sich, unter anderem zu prüfen, ob der Hersteller Normen ausweist und sich damit an festgelegten Sicherheitsanforderungen orientiert: Klassische Tauchmasken sollten einen Hinweis auf die DIN EN 16805 tragen, die Anforderungen an Sichtscheibe, Kopfband und Gesichtsdichtung festlegt. Für Schnorchel regelt die DIN EN 1972 unter anderem Länge und Innendurchmesser für eine sichere Atmung.

Sichtscheiben aus gehärtetem Sicherheitsglas sind kratzfester und widerstandsfähiger - erkennbar am Scheiben-Aufdruck „Tempered Glass“ oder einfach nur „T“. Vorsicht ist dem Verband zufolge bei Importartikeln geboten: Riechen diese stark nach Weichmachern oder Chemikalien, sollte man sie besser nicht kaufen.

Bislang keine europäische Produktnorm für Vollgesichtsmasken

Für Vollgesichts-Schnorchelmasken existiert bislang keine harmonisierte europäische Produktnorm, erklärt der Tüv-Verband. Eltern sollten daher besonders auf vollständige Herstellerangaben, verständliche Sicherheitshinweise und eine nachvollziehbare Beschreibung des Belüftungssystems achten.

Denn bei Vollgesichts-Schnorchelmasken müssen Frischluft und Ausatemluft über getrennte Luftkanäle geführt werden. Ist das nicht der Fall, sammele sich unter Umständen CO2-reiche Atemluft in der Maske an, so die Experten.

Folgen könnten Schwindel, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden sein. Im Extremfall drohe sogar Bewusstlosigkeit. Treten solche Symptome auf, sollte man die Maske sofort abnehmen und das Wasser verlassen.

Im Überblick: Das müssen Eltern und Schnorchelkinder wissen

Diese Verhaltensregeln und Tipps sollten Eltern beachten und nach Angaben des Tüv-Verbandes gezielt mit ihren Kindern absprechen:

  • Kinder sollten beim Schnorcheln niemals unbeaufsichtigt bleiben - unabhängig von ihrer Erfahrung.
     
  • Besondere Vorsicht mit Vollgesichtsmasken: Abtauchen verboten - auch wenn es nur kurz ist!
     
  • Stimmt irgendetwas nicht oder tritt Unwohlsein auf, Maske sofort abnehmen und das Wasser verlassen.
     
  • Ein Schnorchelkurs kann Kindern helfen, den sicheren Umgang mit Maske und Schnorchel sowie die richtige Atemtechnik zu erlernen.
     
  • Schnorcheln in Gewässern mit Bootsverkehr ist gefährlich; eine zusätzliche Boje erhöht die Sichtbarkeit.
     
  • Gegen Sonnenbrand auf dem Wasser schützt Wassersportkleidung mit UV-Schutz.

On top: Worum sich Eltern auch noch kümmern müssen

Die Ausrüstung sollte pfleglich behandelt werden. Denn schon die ganz normale Nutzung setzt ihr mitunter zu: Salzwasser, Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Sonnencreme können die Materialien spröde machen oder Dichtungen beschädigen. Sand und Salzablagerungen können Ventile oder Luftkanäle blockieren. Deshalb gilt den Experten zufolge:

  • Vor jedem Einsatz die Ausrüstung überprüfen.
     
  • Gerade nach längerer Lagerung sollten Maske, Schnorchel und Ventile sorgfältig auf Risse, Verformungen, poröse Stellen und Schimmel untersucht werden.
     
  • Beschädigte Ausrüstung sollte ausgetauscht werden.
     
  • Nach jedem Einsatz Maske und Schnorchel mit Süßwasser abspülen und vollständig trocknen lassen.
     
  • Eine trockene Lagerung verlängert die Lebensdauer der Ausrüstung und trägt zu einer sicheren Nutzung bei.