Panorama

Nicht ganz gut und günstig: Der Nissan Qashqai II bei der HU

Nissans Qashqai ist ein Vorreiter: Die Modellreihe zählt zu den ersten Kompakt-SUV. Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) stellt er sich dagegen nicht vorn an: Sein Auftritt ist Mittelmaß.

11.09.2026

Kriegt er die Kurve auch aus zweiter Hand? So schlägt sich der Nissan Qashqai II bei ADAC und TÜV.Davidlfsmith/Nissan/dpa-tmn

Kriegt er die Kurve auch aus zweiter Hand? So schlägt sich der Nissan Qashqai II bei ADAC und TÜV.Davidlfsmith/Nissan/dpa-tmn

© Davidlfsmith/Nissan/dpa-tmn

Dass der Schein oft genügt - dafür ist der Qashqai ein gutes Beispiel: Er sieht aus wie ein Geländewagen und hat auch das entsprechende technische Rüstzeug. Die Kundschaft aber verzichtet nur allzu oft auf den optional erhältlichen Vierradantrieb. So sind unter den Bestandsfahrzeugen viele Fronttriebler - meist als Benziner ausgelegt.

Was Interessenten auch wissen sollten: Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) hat der Crossover laut „Auto Bild TÜV-Report 2026“ so seine Aussetzer.

  • Modellhistorie: Von 2014 bis 2021 war die betrachtete zweite Generation des japanischen Modells im Handel. Im Jahr 2017 stand die Modellpflege an: Die Frontpartie samt Motorhaube wurde neu gestaltet, ebenso die Rückleuchten. Nissan stimmte die Fahrwerkskomponenten neu ab und optimierte die Fahrassistenzsysteme.

    Auch an der Geräuschdämmung arbeitete Nissan weiter. Ab 2019 ergänzte eine neuer 1,3-Liter-Benziner das Angebot. Seit Sommer 2021 ist die hier nicht weiter berücksichtigte Drittauflage im Verkauf.
     
  • Karosserie und Varianten: Der Qashqai ist ein fünftüriges Kompakt-SUV mit entsprechend hohem Aufbau. Den Vorgänger, die erste Generation, hatte es noch mit verlängerter Karosserie als Siebensitzer gegeben.
     
  • Abmessungen (laut ADAC): 2. Generation: 4,38 m bis 4,39 m x 1,81 m x 1,59 m bis 1,60 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 430 l bis 1.585 l.
     
  • Stärken: Geräumig ist der Qashqai und vergleichsweise günstig in der Anschaffung, hält der „Auto Bild TÜV-Report 2026“ fest. Bei der HU bleiben unauffällig: Lenkanlage, Antriebswellen, Feder und Dämpfer sowie das Abblendlicht und die Funktion von Fuß- und Feststellbremse.
     
  • Schwächen: Bei den ersten Pflichtuntersuchungen im Alter von drei und fünf Jahren liegen die Beanstandungsquoten bei vorderer und hinterer Beleuchtung hoch, auch verschlissene Bremsscheiben sind eher früh ein Problem. Im mittleren Alter ab sieben Jahren, also zur dritten HU, geraten Achsaufhängungen (ausgeschlagene Trag- und Führungsgelenke) und Lenkgelenke (ausgeschlagene Spurstangenköpfe) verstärkt in die Kritik. Die Abgasuntersuchung (AU) ist alles andere als ein Selbstläufer.
     
  • Pannenverhalten: In der ADAC-Pannenstatistik deckt der Qashqai das ganze Spektrum ab: Exemplare der Erstzulassungsjahre 2014 bis 2020 stuft der Club als „unzuverlässig bis sehr unzuverlässig“ ein, einzig 2017er schneiden mittelmäßig ab. Immerhin Qashqai von 2021 seien zuverlässig.

    Als Pannenschwerpunkte nennt der Autofahrerclub den Generator bei Autos von 2014, die Motorkühlung (2019) und das Thermostat (2019). Die Starterbatterie gilt als eher schwächlich.
     
  • Motoren: 2. Generation: Benziner (Vierzylinder mit Frontantrieb): 85 kW/115 PS bis 120 kW/163 PS; Diesel (Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 81 kW/110 PS bis 110 kW/150 kW.

Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern - drei Preisbeispiele:

  • Qashqai 1.6 DIG-T Acenta 4x2 (6/2015); 120 kW/163 PS (Vierzylinder); 146.000 Kilometer; 7.678 Euro.
  • Qashqai 1.7 dCi N-Connecta 4x4 (6/2020); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 108.000 Kilometer; 15.830 Euro.
  • Qashqai 1.3 DIG-T Shiro (6/2021); 103 kW/140 PS (Vierzylinder); 76.000 Kilometer; 12.596 Euro.