Neues Zelt: Worauf es beim Kauf wirklich ankommt
Sie überlegen sich ein neues Zelt zu kaufen? Wurf-, Trekking- oder Familien-Zelt - was ist das passende Modell? Hier einige Tipps, worauf es bei der Suche ankommt und welche Ausstattung wichtig ist.
Gefühl von Freiheit: Faktoren wie Gewicht, Komfort oder Packmaß spielen bei der Wahl des richtigen Zeltes eine große Rolle.Philipp Laage/dpa-tmn
© Philipp Laage/dpa-tmn
Wer ein neues Zelt kaufen will, findet eine große Auswahl im Handel. Um sich darüber klarer zu werden, welche Anforderungen das Zelt erfüllen muss, kann man sich vorab einige Fragen stellen:
- Wohin geht die Reise und welches Klima herrscht dort?
- Wie wird das Zelt transportiert?
- Wie lange ist man unterwegs?
- Und wie viel Platz braucht man?
Bevor man sich für ein Modell entscheidet, muss man abwägen, was Priorität hat - Mobilität, ein schneller Aufbau oder Wohnkomfort, so Morten Rosenfeld, Produktexperte bei TÜV SÜD.
Zeltarten - für jeden etwas dabei
Zunächst geht es also darum, das passende Modell zu finden. Rosenfeld erklärt einige Unterschiede:
- Kompakte Trekkingzelte eignen sich für Radreisen oder Wandertouren. Sie wiegen dank moderner Leichtbaumaterialien oft weniger als zwei Kilogramm.
- Camping- und Familienzelte bieten mehr Platz, Stehhöhe, getrennte Schlafkabinen und zusätzlichen Stauraum. Sie haben aber ein größeres Packmaß und sind entsprechend schwerer.
- Wurf- oder Pop-up-Zelte eignen sich eher für kurze Ausflüge - sie lassen sich besonders schnell aufbauen.
- Bus- und Vorzelte erweitern den Wohnraum, wenn man mit dem Caravan oder Van unterwegs ist.
- Kuppel- oder Igluzelte gelten als besonders anfängerfreundlich.
Wichtig: Die Personenzahl nicht zu knapp kalkulieren. Neben den Schlafplätzen sollte man auch genügend Platz für das Gepäck einplanen. Vorzelte und Apsiden können zusätzlich Stauraum für die Ausrüstung und Schuhe bieten.
Ausstattung - bei Wind und Wetter zelten
Damit das Zelt auch bei plötzlichen Wetterumschwüngen sowie bei Wind, Regen und Hitze schützt, sollte man auf eine gute Belüftung, Standfestigkeit sowie einen ausreichend hohen Wert bei der Wassersäule achten.
Dazu gibt Morten Rosenfeld einige Tipps:
- Belüftung: Bei Sonnenschein kann sich der Innenraum schnell aufheizen. Öffnungen mit Moskitonetzen fördern die Luftzirkulation und halten zugleich Insekten draußen. Ein doppelwandiger Aufbau mit Innen- und Außenzelt kann zudem Kondenswasser reduzieren, welches bei kühlen Temperaturen schnell entstehen kann. Die Konstruktion verbessert zudem das Raumklima und schützt besser vor Regen, so Rosenfeld. Wichtig: Die Lüftungsöffnungen sollten auch bei Regen nutzbar bleiben.
- Standfestigkeit: Kuppel- und Geodäten-Zelte gelten als besonders windstabil, da ihre Konstruktion Kräfte gleichmäßig verteilt. Zusätzlich sorgen flexible, bruchsichere Gestänge aus Aluminium oder Fiberglas, ausreichend Abspannleinen und stabile Heringe für Stabilität.
- Wasserdicht: Ab einer Wassersäule von 1.500 Millimeter gelten Zeltmaterialien als wasserdicht. Der TÜV SÜD empfiehlt jedoch höhere Werte - das Außenzelt sollte mindestens 3.000 Millimeter und Zeltböden noch mehr aufweisen.
Viele Zelte bestehen aus beschichteten Polyester- oder Nylonmaterialien - und sind so meist leicht, reißfest und wasserabweisend. UV-beständige Beschichtungen verhindern zudem, dass das Material schnell spröde wird.
Wer Nachhaltigkeit schätzt, der findet recycelte Zeltstoffe, PFC-freie Imprägnierungen und reparaturfreundliche Konstruktionen. Zudem lohnt es sich, auf eine saubere Verarbeitung zu achten - also etwa auf Reißverschlüsse, die robust, leichtgängig und möglichst gegen Regen abgedeckt sind.