Neue „Tatort“-Saison: Servus in München, Baba in Wien
Neubeginn in München, Abschied in Wien - und was sonst noch so ansteht beim „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Die ultimative ARD-Sonntagskrimi-Übersicht bis tief ins Jahr 2027 hinein.
Die Schauspieler Ferdinand Hofer (links) und Carlo Ljubek sind das neue „Tatort“-Team in München. (Archivbild)Felix Hörhager/dpa
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Fast hätte man in den vergangenen vier Monaten vergessen, dass es beim „Tatort“ ja nicht nur Wiederholungen gibt. Es ist so weit, es kommen wieder Erstausstrahlungen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Der erste neue „Tatort“ nach der 19-wöchigen Sommerpause ist ein Krimi mit Maria Furtwängler, die am Ausstrahlungstag (13.9.) 60 Jahre alt wird.
Ansonsten geht in den kommenden Monaten das österreichische Kultduo Eisner und Fellner verlustig, in Bayern gibt es nach mehr als drei Jahrzehnten Batic und Leitmayr einen Neustart mit Hammermann und Buvak - und vom populären Münster-„Tatort“ kommt natürlich auch ein neuer Quotenhit.
Nach derzeitigem Planungsstand gibt es 2026 laut ARD-Programmdirektion in München noch 14 neue „Tatort“-Krimis (16 gab es schon) sowie zwei „Polizeiruf 110“-Erstausstrahlungen (4 gab es schon). Auf die kommenden Krimis müssen Fans künftig nicht mehr bis zum Sonntagabend warten. Die ARD kündigte an, die Filme bereits am Freitag vorher in der Mediathek zu veröffentlichen. Auch die Folgen von „Polizeiruf 110“ sollen vor der Ausstrahlung im linearen TV im Netz zu sehen sein.
Seit 1970 liefen 1.338 Krimis mit „Tatort“-Label in der ARD und 426 „Polizeirufe“ im Fernsehen der DDR und dann Bundesrepublik.
Eine Umfrage bei den ARD-Sendern sowie dem österreichischen und Schweizer Fernsehen ergab folgenden Überblick bis Anfang 2027 (Gut zu wissen: Die Anzahl und vor allem Reihenfolge ist nicht endgültig fix, weil bei der ARD die Programmplanung nur mit etwa sechs Wochen Vorlauf richtig sicher erfolgt):
Ein Demenzdorf-„Tatort“ mit Maria Furtwängler (NDR)
Im Krimi „König in Gelb“ (13. September) ermittelt Charlotte Lindholm in einem Dorf in Niedersachsen, in dem Demenzerkrankten ein normales Alltagsleben ermöglicht wird. Einer der Bewohner soll ein Serienmörder sein. Kann das alles stimmen?
Der folgende Fall mit Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm ist dann laut NDR voraussichtlich an Neujahr zu sehen. Der Krimi „Schützenfest“ wurde im Sommer 2025 während des echten Schützenfests in Hannover gedreht.
Während des Schützenausmarsches 2025 in Hannover drehte Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm einen „Tatort“, der nun am Neujahrstag 2027 ausgestrahlt werden soll. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa
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Noch zwei „Tatort“-Krimis 2026 aus Köln (WDR)
Im 96. Köln-„Tatort“ versetzt die Bergung einer Weltkriegsbombe die Domstadt in einen Ausnahmezustand. Ballauf und Schenk müssen in „Die letzten Menschen von Köln“ (20. September) den Mord an einem jungen Berufsschullehrer aufklären, der in einem Park getötet worden ist. Dessen Schwester nimmt an einem Prepper-Workshop teil, dessen Gruppendynamik zu eskalieren droht.
Der 97. Kölner „Tatort“ kommt bis Jahresende - er trägt den Titel „Die guten Leute“ und dreht sich um einen Mord in einer Bio-Bäckerei.
Ein Stadtteil-Sheriff-„Tatort“ aus Ludwigshafen (SWR)
Im Krimi „Explosive Mischung“ (4. Oktober) führen Ermittlungen die Kommissarinnen Odenthal und Stern (Ulrike Folkerts und Lisa Bitter) in ein Stadtviertel, in dem es viele Machtkämpfe gibt und die Polizei nicht mehr ernst genommen wird.
Doppel-„Tatort“ des neuen Kieler Teams (NDR)
Der rätselhafte Tod einer jungen Frau, die an der Kieler Förde gefunden wird, entpuppt sich als komplexer Fall - ist es ein Wirtschaftsverbrechen oder eine Beziehungstat? Das neue Kiel-Team Sahin und Krieger (Almila Bagriacik und Karoline Schuch) steht vor einer Bewährungsprobe. In der Doppelfolge „Unter Freunden“/„Unter Feinden“ (11. und 18. Oktober) bekommt Kommissarin Sahin Unterstützung von einer Ermittlerin aus Berlin (gespielt von Lilith Stangenberg).
Beim Franken-„Tatort“ legt Rosalie Thomass los (BR)
Fabian Hinrichs als Felix Voss hat jetzt eine neue Kollegin: Rosalie Thomass spielt Emilia Rathgeber. In ihrem ersten gemeinsamen Fall namens „Gottesgarten“ (25. Oktober) werden sie zu einem Nürnberger Stundenhotel gerufen, in dem ein Travestiekünstler erstochen aufgefunden wurde.
Ein Rostocker Rotlicht-„Polizeiruf“ (NDR)
Im „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ (1. November) haben es König und Böwe (Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann) mit der Leiche einer vermutlich minderjährigen Prostituierten aus Osteuropa zu tun. Um die Identität der Namenlosen zu klären und die Mordverantwortlichen zu finden, tauchen die Kommissarinnen tief ins System der Ausbeutung in deutschen Bordellen ein.
Ein Karnevals-„Tatort“ und neuer Quotenhit aus Münster (WDR)
Der inzwischen 49. Fall mit Kommissar Thiel und Rechtsmediziner Prof. Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) führt in Abgründe des westfälischen Karnevals. Im Krimi „Narrentanz“ bricht der Leiter eines Münsteraner Vereins tot zusammen, Mord ist nicht ausgeschlossen. Auf der Suche nach Motiven wird auch bei den Gardetänzerinnen recherchiert.
Ein Rockermilieu-Krimi aus Zürich (SRF)
Im Zürcher „Tatort: Frei wie ein Adler“ wird der frühere Rocker-Boss Simon Bärfuss kurz nach seiner Haftentlassung mit dem Mord an seiner Ex-Frau und dem Verschwinden der gemeinsamen Tochter konfrontiert. Eine Schlüsselrolle in dem Fall spielt ein junger Mann mit Downsyndrom.
Ein Iran-„Tatort“ aus Frankfurt (HR)
Das mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Duo Azadi und Kulina (Melika Foroutan und Edin Hasanović) wird im Fall „Vier Finger“ (22. November) mit einer ungelösten Bombenexplosion aus den 90ern konfrontiert, die sich als politisches Attentat auf die iranische Opposition in Deutschland entpuppt. Maryam Azadi ermittelt in dem Fall seit Jahren heimlich auf eigene Faust.
Cybermobbing-„Polizeiruf“ aus Frankfurt (Oder) und Słubice (RBB)
Das Kommissarsduo Luschke und Rogov (Gisa Flake und Frank Leo Schröder) bekommt es im „Polizeiruf 110: Stalker“ mit dem Tod einer Kollegin vom polnischen Zoll zu tun. Masha wurde nicht nur im echten Leben bedroht, sondern war auch Opfer von Cybermobbing.
In Dortmund: erst ein Ex-Kollege, dann die neue Kommissarin (WDR)
Im Krimi „Heilung“ bekommt Faber (Jörg Hartmann) Unterstützung von seinem verhassten ehemaligen Kollegen Kossik (Stefan Konarske), der nun beim LKA arbeitet. Die Frage für die beiden lautet: Hängen die Morde an einer Kinderärztin und einer Medizinstudentin miteinander zusammen - oder nicht?
Im neuen Jahr tritt dann die neue Kommissarin des Dortmund-„Tatorts“, Leo Sturm (Sophia Mercedes Burtscher), das erste Mal auf. Der erste Fall vom Duo Faber/Sturm - „Blut und Wasser“ - dreht sich um ein Gewaltverbrechen, das tief in die Abgründe einer scheinbar perfekten Familie führt.
Ein Freundinnen-„Tatort“ aus Stuttgart (SWR)
Im „Tatort: Lucys Geburtstag“ wird in einem winterlichen Steinbruch die Leiche eines 80-Jährigen in einem gestohlenen Auto gefunden. Der Besitzer des Wagens bestreitet alles. Die Ermittlungen führen Lannert und Bootz (Richy Müller und Felix Klare) zu zwei jungen Frauen namens Lucy und Hümeyra, genannt Hummel. Sie waren mal Aushilfskräfte bei dem Tatverdächtigen und bauen gerade in Feierlaune eine Art Freundschaft auf.
Ein Gespenst-„Tatort“ mit Tukur (HR)
Voraussichtlich kurz vor Weihnachten kommt wieder ein schräger Krimi mit dem Wiesbadener LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur). Im Film „Murot und das Gespenst“ will sich die tote Altenpflegerin Roxy (gespielt von Emma Nova) nicht einfach als Hirngespinst abschütteln lassen, sondern Murot hartnäckig dabei helfen, ihre eigene Ermordung mit aufzuklären.
Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser verlassen die „Tatort“-Welt. (Archivbild)picture alliance / dpa
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Letzter Austro-„Tatort“ mit Eisner und Fellner (ORF)
Im letzten Fall von Moritz Eisner und Bibi Fellner (Harald Krassnitzer in seinem 63. Fall und Adele Neuhauser in ihrem 39. Fall) wird ein junger Mann unerwartet zum Transporteur gestohlenen Geldes - mitsamt der Diebin. Und das ausgerechnet im Auto des frisch aus der Haft entlassenen Inkasso-Heinzi (Simon Schwarz). Der Krimi trägt den Titel „Dann sind wir Helden“.
Das neue Österreich-Duo - Miriam Fussenegger und Laurence Rupp - ist dann auf den Bildschirmen ab 2027 im Einsatz.
Das neue Münchner Team (BR)
Der erste Fall vom neuen Team Hammermann und Buvak (Ferdinand Hofer und Carlo Ljubek) wird in der ersten Jahreshälfte 2027 ausgestrahlt. Kalli Hammerman steht vor der möglichen Beförderung zum Leiter der Mordkommission. Ein undurchsichtiger Fall - ein Raubmord im Stadtteil Neuperlach - führt zu einem schicksalhaften Zusammentreffen mit SEK-Schichtleiter Buvak. Filmtitel: „Zwischenwelten“.
Der zweite Fall des BR-Duos mit dem Titel „Der sichere Tod“, ebenfalls im ersten Halbjahr 2027 als Erstausstrahlung geplant, spielt im Umfeld der Münchner Sicherheitskonferenz.
Weitere Beispiele aus dem Jahr 2027 (Radio Bremen, SR, MDR etc.)
Neue Fälle aus Bremen und aus dem Saarland sind erst im ersten Halbjahr 2027 zu erwarten, auch der „Tatort“ aus dem Schwarzwald (von dem 2026 schon zwei liefen) ist im kommenden Jahr wieder im Programm, ebenso der Münchner „Polizeiruf“ und das NDR-„Tatort“-Ermittlerduo Falke/Schmitt (Wotan Wilke Möhring und Denis Moschitto).
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), der bekanntlich aus Spargründen ab 2027 drei Jahre bei der Produktion von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ aussetzen will, bringt im neuen Jahr lediglich zwei bereits fertiggestellte Krimis ins Erste: den Dresdner „Tatort: Was du zurücklässt“ wohl im ersten Quartal 2027 und den Magdeburger „Polizeiruf 110: Hilferuf“ im vierten Quartal 2027.