Neue Hitzebelastung und Rekordtief des Rheins
Hitze und Trockenheit belasten weiter NRW: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starker Wärme und rät, Sonne zu meiden und viel zu trinken. Der Rhein und andere Gewässer führen immer weniger Wasser.
Eine Frau schiebt in einem Pflegeheim einen Wagen mit Trinkbechern und Wasser. (Symbolbild)Elisa Schu/dpa
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Nach einer tropischen Nacht wieder Hitze bis zu 34 Grad: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt die Menschen in Nordrhein-Westfalen vor einer starken Wärmebelastung an diesem Dienstag. Nachdem eine Hitzewarnung am Montag für weite Teile des bevölkerungsreichsten Bundeslandes bestanden hat, ist am Dienstag das gesamte NRW betroffen.
Sonne meiden und viel trinken
Dem DWD zufolge sollte bei einer Hitzewarnung die direkte Sonne möglichst gemieden werden. Körperliche Aktivitäten im Freien sollten auf die frühen Morgenstunden verschoben werden. Der Wetterdienst empfiehlt regelmäßiges Trinken, leichte Kleidung, leichte Mahlzeiten und Alkoholverzicht. Wohnungen sollten vor Sonne geschützt und gelüftet werden, wenn es draußen kühler ist.
Eine Bewohnerin eines Seniorenheims hält bei sommerlichen Temperaturen ein Glas mit Wasser in ihrer Hand. (Symbolbild)Christoph Reichwein/dpa
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So empfiehlt die Stadt Bochum insbesondere älteren Menschen, Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen, sich „vor der Hitze zu schützen und bei Symptomen wie Schwindel oder Kopfschmerzen sofort Schatten aufzusuchen und Wasser zu trinken“. Die Stadt Bielefeld etwa erläutert, dass die Hitze alte und pflegebedürftige Menschen extrem belasten werde. Die Stadt Duisburg weist auf eine hohe Waldbrandgefahr hin. Bürger sollten deshalb in diesen Tagen besonders umsichtig handeln und offenes Feuer vermeiden.
Gewitter und Starkregen möglich
Die Nacht zum Dienstag bleibt laut DWD tropisch mit Tiefstwerten von 17 bis 22 Grad, in den Ballungsräumen bei teils 24 Grad. Am Dienstag bleibt es heiß bei bis zu 34 Grad. Im Laufe des Tages seien immer wieder Gewitter und Starkregen möglich. Einzelne Schauer gebe es auch am Mittwoch. Die Höchstwerte sinken in dieser Woche langsam. Bis zu 26 Grad werden für Donnerstag erwartet.
Durch das Niedrigwasser ist auf dem Rhein das Wrack des einstigen Holz-Frachtschiffes „De Hoop“ aus dem späten 19. Jahrhundert aufgetaucht. Federico Gambarini/dpa
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Immer weniger Wasser im Rhein
Das Rekord-Niedrigwasser des Rheins hat in Nordrhein-Westfalen seinen tiefsten Stand wahrscheinlich noch nicht erreicht. Laut Prognose des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein werden Donnerstag und Freitag noch drastischere Tiefstände für Köln, Düsseldorf, Duisburg-Ruhrort und Emmerich erwartet. „Es spitzt sich alles voraussichtlich noch stärker zu“, sagte der Sprecher des Amts, Moritz Axt, der Deutschen Presse-Agentur.
Am Pegel Köln werden für Freitag nur noch 63 Zentimeter erwartet. Dabei ist der alte historische Tiefstand 69 Zentimeter vom 23. Oktober 2018 gerade erst unterschritten worden. Der Pegelstand wurde am Samstag bei 67 Zentimeter abgelesen. Am Pegel Düsseldorf sind für Freitag 17 Zentimeter vorhergesagt. Hier waren erst am Sonntag 20 Zentimeter gemessen worden. Das waren drei Zentimeter weniger als der Tiefststand 23 Zentimeter vom 23. Oktober 2018.
Die Pegeluhr für den Rhein in Emmerich steht auf knapp unter Null. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa
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Schwimmer des Pegels Emmerich liegt trocken
Am Pegel Duisburg-Ruhrort lautet der neue Tiefststand 149 Zentimeter, gemessen am Sonntag. Das sind 4 Zentimeter weniger als am 23. Oktober 2018. Für Donnerstag und Freitag werden 144 Zentimeter vorhergesagt. Am Pegel Emmerich liege der Schwimmer des Pegels sogar trocken. Der Tiefstwert von minus 1 Zentimetern vom 18. August 2022 war am Samstag mit minus 2 unterschritten worden. Minus 9 Zentimeter werden am Donnerstag und Freitag erwartet. Die Fahrrinne ist deutlich tiefer als der Pegelstand Null am Ufer.
Ein Frachtschiff fährt bei Niedrigwasser auf dem Rhein an dem „Gerippe“ eines Bootes vorbei.Federico Gambarini/dpa
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Weniger als ein Viertel Ladung
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt weist angesichts der sehr niedrigen Wasserstände insbesondere am Rhein und an der Donau auf einen erheblichen Mehraufwand und Mehrkosten hin. „Je nach Ladung und Fahrtgebiet sind Schiffe mit weniger als einem Viertel der sonst üblichen Zuladung unterwegs“, verdeutlicht der Verband die Situation. Um dies zu kompensieren, müsse die Ladung auf mehrere Schiffe verteilt werden.
Die Rheinfähre, die Bad Breisig mit Bad Hönningen verbindet, legt an einer speziellen Niedrigwasserrampe an.Thomas Frey/dpa
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Auch in Ostwestfalen-Lippe Wasser knapp
Aber nicht nur am Rhein wird das Wasser knapp. So weist der Kreis Lippe darauf hin, dass die Wasserstände in den lippischen Gewässern einen kritischen Zustand erreicht hätten. Der Wasserstand der Werre am Pegel in Bad Salzuflen-Ahmsen habe am 3. August nur 26,7 Zentimeter betragen. Vor diesem Hintergrund appelliert der Kreis Lippe an alle Bürger, auf Wasserentnahmen aus den Gewässern etwa für die Bewässerung von Gartenflächen zu verzichten.