Nach Trennung: Neun Jahre Haft für Mordversuch im Maisfeld
Nach einer zuletzt konfliktreichen Ehe hatte sie sich von ihrem Mann getrennt - eine Entscheidung, die der 38-Jährige abstrafen wollte, so das Landgericht. Für seine brutale Tat muss er lange in Haft.
Vor dem Landgericht ist ein 38-Jähriger für einen brutalen Mordversuch zu neun Jahren Haft verurteilt worden. (Symbolbild)Roland Weihrauch/dpa
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Weil er im vergangenen September versucht hatte, seine getrennt lebende Ehefrau in einem Maisfeld zu erstechen, muss ein Mann aus Nottuln neun Jahre in Haft. Nach Überzeugung des Landgerichts Münster hatte der 38-Jährige geplant, sie zu töten.
Er habe sie abstrafen wollen, weil sie ihn verlassen hatte, so die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsbegründung. Er habe nicht ertragen, dass seine Frau ein eigenständiges Leben führen wollte und habe ihr ihre gute Integration nicht gegönnt.
Die Tat bei Nottuln im Kreis Coesfeld von September 2025, bei der die damals 47-jährige Frau lebensbedrohlich verletzt worden war, werteten die Richter dabei als heimtückischen Mordversuch aus niedrigen Beweggründen. Der Angeklagte hatte mehrfach in den Rücken, den Bauch und die Beine seiner ehemaligen Partnerin gestochen.
Konfliktreiche Partnerschaft zuvor am Ende
Bereits Monate vor der Tat hatte sie sich nach 14 Ehejahren von ihm getrennt. Gemeinsam waren die Eheleute acht Jahre zuvor aus ihrer Heimat Aserbaidschan nach Deutschland geflohen, ihre Asylanträge wurden aber abgelehnt. Sie integrierte sich gut, arbeitete als Pflegerin. Er war jedoch schon länger arbeitslos und trank viel Alkohol. Sie beschloss sich zu trennen und zog wegen mehrfacher Drohungen mit den beiden gemeinsamen Kindern an eine anonyme Adresse ins Münsterland.
Dennoch hatten beide am Tattag einen gemeinsamen Einkauf gemacht. Dabei hatte der Angeklagte zwei Messer gekauft, um sie nach Überzeugung des Gerichts später als Waffe einzusetzen. Nach dem Einkauf waren die beiden gemeinsam zur Bushaltestelle gegangen. Als sie für ihre Notdurft in ein angrenzendes Maisfeld verschwand, sei er ihr gefolgt und habe auf sie eingestochen.
Opfer schleppte sich noch zur Straße
Der Angeklagte hatte die Frau blutend im Feld zurückgelassen, sie hatte sich allerdings trotz ihrer schweren Verletzungen noch zur Straße geschleppt und ein Auto angehalten. Durch eine Notoperation konnte sie gerettet werden. Der Ehemann hatte sich nach der Tat der Polizei gestellt.
Im Prozess hatte der Mann die Stiche zwar eingeräumt, er habe aber keinerlei Reue gezeigt, so die Vorsitzende Richterin. Im Prozess habe er seinen ganzen Hass auf seine Frau zum Ausdruck gebracht.
Immer wieder weinend und in sich zusammengesunken nahm der Angeklagte das Urteil entgegen. Er wolle keine Rechtsmittel einlegen, erklärte er.