Panorama

„Nach Sonnenuntergang sind die Farben oft am schönsten“

Warum Regen und Nebel für spannende Urlaubsfotos sorgen, was Leben in Bilder bringt - und wie ein einziger Stein das Bergpanorama retten kann.

01.07.2026

Stimmungsvolle Urlaubserinnerung: Etwa 10 bis 20 Minuten nach Sonnenuntergang taucht das Abendlicht die Landschaft in besonders eindrucksvolle Farben.picture alliance / dpa

Stimmungsvolle Urlaubserinnerung: Etwa 10 bis 20 Minuten nach Sonnenuntergang taucht das Abendlicht die Landschaft in besonders eindrucksvolle Farben.picture alliance / dpa

© picture alliance / dpa

Geht es um Urlaubserinnerungen, dürfen Fotos nicht fehlen, auf denen die schönsten Momente festgehalten sind. Damit später daheim die Enttäuschung nicht groß ist, sollten die Bilder aber besser gelingen.

Dabei hilft Timing. Etwa, wenn es um den klassischen Sonnenuntergang am Meer geht: „Oft sind die Farben etwa 10 bis 20 Minuten nach Sonnenuntergang am schönsten“, erklärt Hendrik Vatheuer vom Fachmagazin „c’t Fotografie“.

In der prallen Sonne aus dem Schatten heraus fotografieren

Ansonsten sollte man möglichst nicht in der prallen Mittagssonne fotografieren, um gerade bei Porträts harte Schatten zu vermeiden. „Das beste Licht gibt es morgens oder auch abends“, sagt Vatheuer.

Sollte die Sonne aber dann doch hoch stehen oder zu stark sein, wenn man fotografieren möchte, sollte man möglichst aus dem Schatten heraus agieren oder zumindest die Sonne von hinten kommen lassen.

Keine Tiefe, null Weite: „Problembär“ Bergpanorama

Ein „Problembär“ unter den Urlaubsfotos sind Bergpanoramen, die später auf dem Bild - ganz anders als live - häufig Tiefe und Weite vermissen lassen. Doch auch hier gibt es handwerkliche Lösungen.

„Bergpanoramen wirken häufig flach, weil den Bildern ein Vordergrund fehlt“, erklärt Hendrick Vatheuer. „Gute Fotos leben von einem Vordergrund, also von einem Stein, einem Wanderer oder auch einem Baum im Vordergrund des Bildes.“ Das mache das Bild automatisch räumlicher. Außerdem wirkten Bilder mit einem Vordergrund immer spannender als ohne.

Nichts ist langweiliger als alles in der Mitte

Dazu kommt die gekonnte Bildkomposition, bei der man ja nicht alles mittig fotografieren sollte. „Das Bergpanorama also nicht immer in die Mitte setzen, sondern vielleicht auch mal etwas an den Rand und etwas verteilter komponieren“, rät Vatheuer.

Mieses Wetter ist übrigens kein Grund, das Fotografieren einzustellen - im Gegenteil, so der Experte: „Bei Regen, Nebel und grauem Himmel sollte man gerade die Kamera auspacken.“ Meist sorge schlechtes Wetter sogar für die spannenderen Bilder.

Pfützen spiegeln und Nebel schafft viel Stimmung

Als Beispiel nennt Vatheuer Spiegelungen im Regen oder in Pfützen. Und: „Nebel schafft viel Stimmung, und auch ein grauer Himmel mit dramatischen Wolken macht viele Fotos tatsächlich interessanter.“ Gerade Landschaftsbilder wirken spannender, wenn der Himmel nicht einfach nur blau ist.

Wer in Städten unterwegs ist, lenkt sein oder ihr Augenmerk schnell vor allem auf Architektur und Bauten. Ein Fehler, weiß Hendrik Vatheuer und rät: „In Altstädten sollte man am besten nicht nur die Gebäude fotografieren, sondern auch das Leben darin.“ Also Menschen, Cafés, kleine Details oder auch das Licht in den Gassen mit in den Fokus nehmen. Auch hier gelte wie am Meer oder bei Landschaftsaufnahmen: „Besonders schön ist das Licht dabei in den frühen Morgenstunden oder auch zur blauen Stunde am Abend.“