Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Hund Gras frisst?
Wau, lecker Gras: Aber warum fressen Hunde zarte grüne Halme? Eine Tierärztin entlarvt Mythen und erklärt, wann das Grasfressen harmlos bleibt – und wann es gefährlich sein kann.
Weit verbreitetes Verhalten: Etwa zwei Drittel aller Hunde fressen gelegentlich oder regelmäßig Gras.Jan Woitas/dpa/dpa-tmn
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Manche Hunde können auf Spaziergängen einfach nicht genug Gras bekommen. Ist das schlimm? Oder sogar gut? „Theorien wie ‚Gras reinigt den Magen‘ oder ‚Gras hilft gegen Würmer‘ sind Quatsch“, sagt Tierärztin Tina Hölscher vom Verein Aktion Tier. Warum Hunde überhaupt Gras fressen, sei wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, es gebe aber mehrere Erklärungsansätze.
Ein Blick in die Evolutionsgeschichte liefere einen davon: Als Wölfe pflanzenfressende Beutetiere erlegten, nahmen sie automatisch auch deren Magen-Darm-Inhalt samt Pflanzenfasern auf. Pflanzliche Kost gehört demnach seit jeher zum natürlichen Nahrungsspektrum von Hunden.
Zarte, leicht süßliche Halme - köstlich, sagen sich viele Hunde
Hinzu kommt: Manche Vierbeiner mögen den Geschmack von Gras schlicht gern, vor allem zarte, leicht süßliche Frühjahrshalme. Da Pflanzen zudem ballaststoffreich sind, könnte das Grasen auch der Verdauung zugutekommen.
Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland nennt als mögliche Gründe fürs Fressen von Gras außerdem:
- Langeweile
- Durst
- Stress
- Übelkeit und Verdauungsprobleme
- Verschluckte Fremdkörper
- Nährstoffmangel
Erst schlingen, dann würgen - wann Grasfressen bedenklich wird
Anders sieht es aus, wenn der Hund nach dem Grasfressen wiederholt erbricht. „Das ist sicher nicht normal“, warnt Hölscher. Typische Anzeichen: Der Hund reißt das Gras hastig ab und schlingt es herunter, wirkt dabei unruhig statt entspannt.
Kurz darauf folgen Würgen und Erbrechen von Schaum oder Mageninhalt. In solchen Fällen rät die Tierärztin zu einem Tierarztbesuch, um die Ursache abzuklären: „Das kann alles sein - von einer Magenverstimmung über Parasiten bis hin zu einem Fremdkörper“.
Ein Tipp zum Schluss: nicht überall grasen lassen
Auch wenn Grasfressen an sich meist harmlos ist, sollten Hunde nicht überall grasen: Halme am Straßenrand oder in der Nähe bewirtschafteter Felder können der Aktion Tier zufolge mit Abgas- oder Pestizidrückständen belastet sein und im schlimmsten Fall zu Vergiftungen führen.