Panorama

Mit Kontaktlinsen in den See? Keine gute Idee!

Wer kurzsichtig ist, will auch beim Schwimmen kein Blindfisch sein - das ist verständlich. Mit Kontaktlinsen im Auge zu baden, birgt allerdings Risiken für Augenentzündungen. Was tun?

07.07.2026

Bessere Sicht unter Wasser und Schutz für die Augen: Eine Schwimmbrille ist gleich aus mehreren Gründen nützlich beim Baden im See. Thomas Schulze/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Bessere Sicht unter Wasser und Schutz für die Augen: Eine Schwimmbrille ist gleich aus mehreren Gründen nützlich beim Baden im See. Thomas Schulze/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

© Thomas Schulze/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Beim Schwimmen nur verschwommen sehen? Das will niemand, der eine Fehlsichtigkeit hat. Mit der Alltagsbrille auf der Nase in den See zu gehen, ist aber keine gute Idee. Hat man Pech, geht die Sehhilfe verloren.

Auch Kontaktlinsen sind nicht die Lösung, wie Prof. Gerd Geerling von der Stiftung Auge warnt. Beim Schwimmen in Naturgewässern ist das Tragen von Kontaktlinsen nämlich Hauptrisikofaktor für schwere Entzündungen der Hornhaut.

Kleine Amöben dringen in die Hornhaut ein 

Konkret droht eine Akanthamöben-Keratitis. Akanthamöben sind winzige Lebewesen, die natürlicherweise in Badeseen und Flüssen, im Meer und auch im Leitungswasser vorkommen. 

Auf Kontaktlinsen - insbesondere den weichen Varianten - haften sie gut an, erklärt Augenarzt Geerling. Kommt es zu einer Mini-Verletzung der Hornhaut, etwa weil ein Staub- oder Sandkorn unter die Linse geraten ist, können die Amöben eindringen und eine Infektion auslösen.

Mit so einer Entzündung ist nicht zu spaßen: Sie bringt Augenschmerzen, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen und ein starkes Fremdkörpergefühl mit sich. Die Behandlung ist Geerling zufolge langwierig. Etwa jeder sechste Betroffene braucht eine Hornhauttransplantation.

Schwimmbrillen helfen - auch mit Sehstärke

Um sich vor einer Akanthamöben-Keratitis zu schützen, entfernt man am besten die Kontaktlinsen vor dem Schwimmen. Wer auf die Linsen gar nicht verzichten möchte, kann alternativ auch eine Schwimmbrille drüberziehen. „Sie muss aber gut abschließen und konsequent getragen werden“, sagt Geerling. 

Noch praktischer sind Schwimmbrillen mit Sehstärke. In vielen Fällen lassen sie sich modular zusammenbauen, sodass man für linkes und rechtes Auge unterschiedliche Sehstärken wählen kann.

Noch ein Tipp: Weil Akanthamöben auch im Leitungswasser vorkommen, sollten Kontaktlinsen niemals damit gereinigt werden, sondern nur mit dafür vorgesehenen Lösungen.