Panorama

Mercedes EQS setzt auf Kabel-Lenkung und Formel-1-Design

Im neuen EQS ersetzt Mercedes das mechanische Lenkgetriebe durch Elektronik. Wie das innovative Steer-by-Wire-System das Fahrerlebnis verändert.

02.04.2026

Revolutionäre Lenkung: Der Mercedes EQS erhält als erstes Modell der Marke die neue Steer-by-Wire-Technik, bei der Lenkvorgaben elektronisch statt mechanisch übertragen werden.Maximilian Balazs/Mercedes-Benz AG/dpa-tmn

Revolutionäre Lenkung: Der Mercedes EQS erhält als erstes Modell der Marke die neue Steer-by-Wire-Technik, bei der Lenkvorgaben elektronisch statt mechanisch übertragen werden.Maximilian Balazs/Mercedes-Benz AG/dpa-tmn

© Maximilian Balazs/Mercedes-Benz AG/dpa-tmn

Mercedes schlägt beim EQS einen neuen Kurs ein. Nicht nur, dass die Schwaben ihrem elektrischen Flaggschiff zum Sommer ein Facelift für mehr optische Präsenz spendieren. Als erstes Modell mit Stern wird es die Luxuslimousine auf Wunsch auch mit der sogenannten Steer-by-Wire-Technik geben, teilte der Hersteller mit und stellte einen Aufpreis von rund 1.500 Euro in Aussicht.

Statt wie bisher mit einem mechanischen Gestänge werden die Lenkvorgaben zwischen Lenkrad (Steering Wheel) und Vorderrädern dann per Kabel (Wire) elektronisch übertragen und von E-Motoren umgesetzt. Das ermöglicht völlig variable Übersetzungen und damit ganz neue Freiheiten für das Innenraumdesign.

Design vom Formel-1-Renner abgeguckt

Weil bei langsamen Geschwindigkeiten schon kleine Drehungen eine umso größere Wirkung haben können, wird das Lenkrad nicht mal mehr um 180 Grad gedreht und muss dann auch nicht mehr rund sein. Im EQS haben sie sich es deshalb besonders flach gestaltet und sich dabei an der Formel 1 orientiert. Das schafft mehr Raum für den Fahrer, erleichtert das Ein- und Aussteigen und verbessert zudem den Blick auf die Instrumente.

Das Lenkrad könnte viel flexibler eingebaut werden

Damit der Fahrer dabei das Gefühl für die Straße nicht verliert und entkoppelt wird, gibt es neben den Stellmotoren auch spezielle Erreger im Lenkrad, die analog zur Fahrsituation entsprechende Vibrationen erzeugen.

Und das ist nur der Anfang, erläutern die Entwickler: Ohne mechanisches Lenkgetriebe könne der Bauraum um Bug besser für andere Zwecke genutzt und das Lenkrad zudem auch im Cockpit an anderen Stellen montiert oder gar bewegt werden. So kann perspektivisch jeder mal Fahrer oder Beifahrer sein und wenn das Auto autonom unterwegs ist oder geparkt wird, zieht sich das Lenkrad ganz zurück.