Mehr Angst vor Internetbetrug in NRW – Studie zeigt Anstieg
Jeder Zweite in NRW ist beunruhigt, online betrogen zu werden - auch vor anderen Straftaten wächst die Sorge. Was eine Umfrage des Landeskriminalamtes über das Sicherheitsgefühl im Land verrät.
Viele Menschen in NRW haben Angst vor Internetbetrug. (Symbolfoto)Philip Dulian/dpa
© Philip Dulian/dpa
Die Furcht der Menschen in Nordrhein-Westfalen vor Betrug im Internet ist einer Umfrage zufolge in den vergangenen Jahren gestiegen. So gab 2024 mehr als jeder Zweite an, stark oder ziemlich beunruhigt davon zu sein, Opfer eines Internetbetrugs werden zu können, wie aus einer veröffentlichten Studie des Landeskriminalamtes hervorgeht. In der Vorläuferstudie 2020 hatte ein Anteil von 42 Prozent diese Sorge geäußert.
Mit der nach eigenen Angaben repräsentativen Studie sollen die Erfahrungen der Bevölkerung mit Kriminalität, das Sicherheitsgefühl sowie das Vertrauen in die Arbeit der Polizei erfasst werden. In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich rund 14.000 Menschen an der Umfrage.
Allgemein hohes Sicherheitsgefühl
Insgesamt sei das Sicherheitsgefühl der Menschen in NRW hoch, heißt es in der Studie: Nach der Sorge vor bestimmten Delikten gefragt, gaben je nach Straftat zwischen 48 und 81 Prozent an, gar nicht oder nur etwas beunruhigt zu sein.
Allerdings ist das Unsicherheitsgefühl im Vergleich zu 2020 bei allen abgefragten Delikten gestiegen: So ist der Anteil derer, die sich vor einer Beschädigung ihres Eigentums fürchten, auf 34 Prozent gestiegen (2020: 27 Prozent), ebenso viele sorgen sich, dass in ihre Wohnung eingebrochen werden könnte (2020: 32 Prozent), 31 Prozent treibt die Sorge vor einem Diebstahl um (2020: 25 Prozent). 29 Prozent zeigen sich angesichts von Körperverletzungsdelikten beunruhigt (2020: 22 Prozent), rund jeder Vierte wegen terroristischer Anschläge oder sexueller Belästigung.
Nachts steigt die Unsicherheit
Während sich die große Mehrheit der Menschen in ihrer eigenen Wohngegend eher oder sehr sicher fühlt, ist das Unsicherheitsgefühl vor allem nachts an Bahnhöfen oder in Parks erhöht, zeigen die Daten.
Abgefragt wurden auch die tatsächlichen Erfahrungen mit Kriminalität: Mehr als ein Drittel gab an, in den vergangenen zwölf Monaten Erfahrungen mit nicht gewalttätiger Kriminalität gemacht zu haben - besonders häufig wurden Sachbeschädigungen an Autos, Internetbetrug oder Fahrraddiebstähle genannt. Rund 22 Prozent gaben an, Erfahrungen mit Gewaltkriminalität gemacht zu haben, wobei psychische Formen der Gewalt am häufigsten genannt wurden, etwa verbale Gewalt im Internet.
Innenminister: Ergebnisse passen zur Polizeistatistik
Laut Innenminister Herbert Reul passen die Ergebnisse bezüglich des bei vielen Menschen bestehenden hohen Sicherheitsgefühls zu den Daten der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik. Demnach seien Gewaltdelikte und Straßenkriminalität zurückgegangen. „Gleichzeitig ist klar: Nicht überall ist alles top.“ Die Polizei sei daher rund um die Uhr im Einsatz, um Sicherheit zu gewährleisten und auch das Sicherheitsgefühl zu stärken.