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Manipulation im Job: Wann Hilfe von Dritten sinnvoll ist

Wer im Berufsleben manipuliert wird, traut sich oft nicht, das anzusprechen. Warum Austausch wichtig ist und warum es kein Zeichen von Schwäche ist, sich Hilfe zu holen, erklärt eine Expertin.

10.03.2026

Wer dauerhaft manipulativem Verhalten ausgesetzt ist, erlebt womöglich negative Folgen für Körper und Psyche. Dann sollte man sich Hilfe suchen.picture alliance / dpa-tmn

Wer dauerhaft manipulativem Verhalten ausgesetzt ist, erlebt womöglich negative Folgen für Körper und Psyche. Dann sollte man sich Hilfe suchen.picture alliance / dpa-tmn

© picture alliance / dpa-tmn

Erst ist es nur ein Gefühl: Nach einem Gespräch mit der Führungskraft oder einem Meeting im Team bleibt ein Rest Unsicherheit. Habe ich etwas falsch verstanden? Übertreibe ich? Oder stimmt hier tatsächlich etwas nicht? 

Wenn Beschäftigte sich nach Gesprächen regelmäßig verwirrt, schuldig oder unter Druck gesetzt fühlen, kann das ein Hinweis auf Manipulation im Job sein. Denn manche Führungskräfte oder Kolleginnen und Kollegen versuchen gezielt, andere zu kontrollieren, Macht auszuüben oder eigene Ziele auf Kosten anderer durchzusetzen. 

Doch wann ist Manipulation systematisch? „Das ist der Fall, wenn Muster sich wiederholen“, sagt die Diplom-Psychologin und Coachin Monika Matschnig. Berichten etwa mehrere Teammitglieder unabhängig voneinander Ähnliches, kann es sinnvoll sein, sich zu verbünden, um die eigene Wahrnehmung zu spiegeln und sich zu stärken. 

Hilfe holen ist Selbstführung, nicht Schwäche

Im nächsten Schritt können sich Betroffene etwa an die Personalabteilung oder gegebenenfalls den Betriebsrat wenden. Dort können Beschäftigte das Problem offen schildern und versuchen, gemeinsam mit dem Gremium Lösungen auszuloten.

Bei einzelnen Betroffenen kann Manipulation auch Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden und zum Beispiel den Selbstwert haben. „Wenn der Schlaf leidet und die Gedanken kreisen, trotz Nachdenken und Gesprächen, sollte man sich Hilfe in Form von Coaching, Supervision oder Therapie suchen“, rät Matschnig. Das sei kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck professioneller Selbstführung – und der Entscheidung, sich selbst ernst zu nehmen.