Panorama

Luft raus: Auch Mieter können Ihre Heizkörper entlüften

Wird vor dem Beginn der Heizsaison oft empfohlen: die Heizkörper entlüften. Doch wie funktioniert es richtig - auch ohne Zugang zur Heizungsanlage?

10.09.2026

Das Heizungsventil sollte so lange offenbleiben, bis der Heizkörper nicht mehr gluckert - und ein durchgängiger Wasserstrahl kommt.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Das Heizungsventil sollte so lange offenbleiben, bis der Heizkörper nicht mehr gluckert - und ein durchgängiger Wasserstrahl kommt.picture alliance/dpa/dpa-tmn

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Luft leitet Wärme schlechter als Wasser: Und das ist auch ein Grund, warum man die Heizkörper vor dem Beginn der Heizsaison entlüften sollte. Denn: „Gut entlüftete Heizkörper werden gleichmäßiger warm und arbeiten effizienter“, so Markus Lau vom Deutschen Verband Flüssiggas.

Ob sich Luft im Heizkörper befindet, kann man bei einer laufenden Heizung laut DIY Academy in Köln an einem gluckernden Geräusch erkennen. Auch wenn der Heizkörper trotz voll aufgedrehtem Thermostatventil vor allem im oberen oder hinteren Bereich nicht richtig warm wird, spricht das für zu viel Luft im Inneren.

Raus mit der Luft - auch in der Mietwohnung

In dem Fall und auch beim vorsorglichen Entlüften sollten Sie zunächst die Heizung und wenn möglich die Umwälzpumpe ausschalten. Das geht nicht, weil Sie in einer Mietwohnung leben? Dann können Sie Ihre Heizkörper trotzdem entlüften. 

„Das Abschalten der Pumpe ist zwar ideal, aber keine zwingende Voraussetzung“, erklärt Frank Hettler. Er leitet das Informationsprogramm Zukunft Altbau. „Bei laufender Pumpe zirkuliert die Luft weiter im Heizsystem, so dass das Entlüften eventuell etwas länger dauert und nicht ganz so effektiv ist. Aber es hilft.“ 

Mit Lappen, Eimer und Entlüftungsschlüssel

Fürs Entlüften brauchen Sie dann einen Lappen, einen Eimer, den Sie unter das Ventil stellen, und einen Vierkant-Entlüftungsschlüssel. Den gibt es etwa im Baumarkt. Mit ihm lässt sich das Ventil des Heizkörpers öffnen - am besten langsam und mit etwa einer Viertel- bis halben Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Falls Sie das noch nie gemacht haben: Das Entlüftungsventil findet sich normalerweise rechts oder links oben am Heizkörper. Auf der dem Thermostat gegenüberliegenden Seite. 

Zischt es nun hörbar, zeigt das an, dass Luft entweicht. Das Ventil sollte so lange offenbleiben, bis der Heizkörper nicht mehr gluckert - und gleichmäßig Wasser austritt. Nun das Ventil vorsichtig schließen. Am besten wiederholen Sie den Vorgang nach einigen Sekunden nochmals. Jetzt das Ventil mit dem Lappen abtrocknen und prüfen, ob es dicht ist. 

Am besten beginnt man mit dem Entlüften übrigens an dem Heizkörper, der am nächsten zur Heizungsanlage liegt. Nach und nach können Sie dann alle weiteren Heizkörper entlüften.

Passt der Wasserdruck?

Bevor Sie die Heizung nach dem Entlüften einschalten, sollten Sie, sofern das für Sie möglich ist, den Wasserdruck der Anlage einmal kontrollieren. Denn ein zu niedriger Druck beeinträchtigt die Heizleistung, so der Flüssiggas Verband. Das führt dazu, dass Heizkörper nicht richtig warm werden.

Ablesen können Sie den Wasserdruck übrigens am Manometer an der Heizungstherme. Er sollte im vorgesehenen Bereich liegen - bei vielen Anlagen ist dieser grün markiert - oder es gibt einen mit Strichen und den Markierungen „min.“ und „max.“ versehenen Normbereich. Der Druck ist zu niedrig? Dann muss womöglich etwas Wasser nachgefüllt werden. 

Mieter mit Zentralheizung schauen hier ein wenig in die Röhre. Wenn hier das Entlüften längerfristig ohne Erfolg bleibt, muss möglicherweise Wasser in das Heizungssystem nachgefüllt werden. Mehr als eine Mitteilung an die Hausverwaltung oder den Vermieter ist dann erst einmal nicht möglich.