Panorama

Lebenserwartung in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen

Die Deutschen werden im Schnitt immer älter - doch es gibt deutliche Unterschiede je nach Bundesland und Geschlecht. So ist die Entwicklung in NRW im Vergleich zu anderen Regionen.

04.11.2026

Trotz geringer Annäherung: Frauen werden im Schnitt weiterhin älter als Männer. Thomas Banneyer/dpa

Trotz geringer Annäherung: Frauen werden im Schnitt weiterhin älter als Männer. Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen werden statistisch gesehen immer älter. Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung stieg die durchschnittliche Lebenserwartung 2025 bei Männern auf 78,8 Jahre und bei Frauen auf 83,1 Jahre. Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Jahre bei Männern und um 0,2 Jahre bei Frauen. Damit liegt Nordrhein-Westfalen im Bundesländervergleich im Mittelfeld. 

So fällt der Ländervergleich aus

Ein Blick in die Daten der Bundesländer zeigt deutliche Unterschiede, regional und nach Geschlecht. So haben die Menschen in Baden-Württemberg statistisch gesehen mit 80,6 Jahren bei Männern und 84,6 Jahren bei Frauen die bundesweit höchste Lebenserwartung. 

Die Lebenserwartung von Männern ist in acht Bundesländern niedriger als in NRW. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, wo Männer eine Lebenserwartung von 76,8 Jahren haben. 

Bei den Frauen ging die Lebenserwartung in einigen Bundesländern sogar leicht zurück. Hier belegt das Saarland den letzten Platz mit 82,1 Jahren, während NRW auf dem elften Platz der 16 Bundesländer steht. 

Was könnte hinter den Unterschieden stecken?

Insgesamt sehen die Forscher keine großen Verschiebungen bei den bereits bestehenden regionalen Unterschieden. Sie sind unter anderem auf unterschiedliche Lebensbedingungen wie Einkommen, Bildung oder Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Bildung sterben im Schnitt früher. Auch die Ärztedichte sowie die Entfernung zu Kliniken und Fachärzten spielen eine Rolle.

Einen möglichen Grund für das Fortbestehen der deutlichen Geschlechterunterschiede sehen die Forscher im Tabakkonsum: „Unter Männern war starkes Rauchen im 20. Jahrhundert sehr viel weiter verbreitet als unter Frauen“, erklärt Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe Mortalität am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Frauen fingen hingegen erst in den 70ern verstärkt mit dem Rauchen an. Die damit verbundenen negativen Folgen schlagen sich jetzt auf die Sterblichkeitsrate nieder.