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Lade-Apps für E-Autos: So urteilt Stiftung Warentest

Ladesäulen finden, Preise checken, flexibler bezahlen – Lade-Apps bieten Vorteile. Aber auch physische Karten können manchmal noch sinnvoll sein, so Stiftung Warentest im Rahmen eines App-Tests.

30.09.2026

Lade-Apps vergleichen Preise: An derselben Ladesäule können je nach Anbieter unterschiedliche Tarife gelten.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Lade-Apps vergleichen Preise: An derselben Ladesäule können je nach Anbieter unterschiedliche Tarife gelten.Zacharie Scheurer/dpa-tmn

© Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Wer ein E-Auto fährt und nicht nur immer zu Hause mit günstigen Tarifen laden kann, sollte durchaus darüber nachdenken, sich mehrere kostenlose Lade-Apps herunterzuladen, etwa um Preise zu vergleichen oder ein größeres Gebiet abzudecken. Auch bei kostenlosen Ladekarten kann es sich lohnen, mehre dabei zu haben, um unterwegs mehr Flexibilität zu haben, rät die Stiftung Warentest. Welche Apps etwas taugen, zeigt auch ein aktueller Vergleich.

Stiftung Warentest (10/2026) hat 14 Lade-Apps geprüft. Das waren Programme von klassischen Energiekonzernen wie EnBW und Eon, aber auch Dienstleistern wie Digital Charging Solutions (Charge Now) und Plugsurfing, dann noch Apps von Autoherstellern wie Tesla und VW (Elli). Aber auch einige Apps von Tankstellenketten wie Aral und Shell.

Die meisten Apps erlauben das Normal- und Schnellladen, die Apps von Ionity und Tesla nur das Schnellladen. Im Test ging es unter anderem um:

  • Benutzerfreundlichkeit
  • Ladesäulen-Suche
  • Zuverlässigkeit der Angaben beim Ladevorgang
  • Verlauf des Ladevorgangs
  • Basisschutz persönlicher Daten und Mängel in den AGB

Fast die Hälfte der Apps ist gut

Von den Apps schneiden sechs mit gut ab und acht werden befriedigend. Die App „EnBW Mobililty+“ wird Testsieger (Note 1,7). In den meisten Prüfpunkten schneidet sie gut oder sehr gut ab. Speziell im Praxistest funktionierte die App „tadellos“. 

Neben dem Testsieger werden mit „gut“ bewertet die „Maingau Autostrom“ (2,0), die „Plugsurfing App“ (2,0) sowie die „EWE Go“ (2,1). Auch die „Allego App“ (2,2) und die „Ionity App“ (2,4) schneiden so ab.

Am Ende der Wertungstabelle fanden sich Apps auch deswegen, weil ihre Datenschutzerklärungen „deutliche Mängel“ aufwiesen.

Fehler, die im Test auftauchten, waren beispielsweise:

  • Die Ladesäule funktionierte nicht, obwohl die App die Säule als verfügbar anzeigte
  • Die App meldete ein Laden, obwohl gar nicht geladen wurde
  • Der Ladevorgang ließ sich nicht wie gewünscht beenden (in zwei Fällen musste das Auto erst auf 80 Prozent aufgeladen werden, obgleich das gar nicht gewünscht war)
  • Keine Verbindung möglich, weil App und Säule unterschiedliche Ladesäulennummern anzeigten

Das spricht generell für Lade-Apps

Die an sich kostenlosen Apps „vereinfachen das Bezahlen sehr“, schreiben die Warentester. Sie machen auch physische Ladekarten eigentlich obsolet. „Das Schöne, was mir die App bietet, sind die Informationen an einer Stelle“, sagt Alica Verwiebe als Projektleiterin bei der Stiftung.

Denn es sind ja nicht nur die Zahldaten hinterlegt. Sondern man bekommt unter anderem Hilfe bei der Ladesäulen-Suche und beim Preisvergleich. So können verschiedene Anbieter an derselben Ladesäule unterschiedliche Preise anbieten. Mit mehreren Apps kann geprüft werden, welcher Anbieter dort gerade günstiger ist. „Ich sehe die Preise für die konkrete Säule schon vor dem Ladevorgang und die Bezahlhistorie im Nachgang“, sagt Alica Verwiebe.

Dazu kommt: Auch kleinere, regionale Ladeanbieter können über Roaming-Partner ein großes Ladenetz anbieten, weil sie in ihren Apps neben eigenen auch zahlreiche fremde Ladesäulen anzeigen. „Dadurch könnten sie - je nach Tarif - selbst an diesen Säulen attraktive Preise anbieten.“

Tarife - welcher der beste ist, hängt vom Fahrprofil ab

Wer die Apps eben nicht nur nutzen will, etwa um Ladesäulen zu finden und um Preise zu vergleichen, kann beim Bezahlen auf unterschiedliche Möglichkeiten zurückgreifen - mit Grundgebühr oder ohne. Da muss man herausfinden, was zum eigenen Fahrprofil passt.

Mit Grundgebühr ist den Angaben zufolge meist der kWh-Strompreis günstiger als in Tarifen ohne Grundgebühr. Diese seien für Vielfahrer interessant, so die Stiftung. Und vergleichen der Tarife kann sich sehr lohnen: Denn im Praxistest wurden zwischen 45 Cent und 1,20 Euro pro Kilowattstunde verlangt.

Physische Karten zu haben, kann weiterhin Vorteile bieten

Trotz der Apps können zusätzliche physische Karten weiterhin praktisch sein. Etwa falls ein Ladevorgang mit der App nicht zu starten oder stoppen ist, kann dann die Karte versucht werden. Oder ganz einfach: „Falls mein Handy mit der App keinen Akku mehr hat, ich aber laden muss, kann ich die Karte nutzen“, sagt Alica Verwiebe. So seien von den meisten App-Anbietern Ladekarten für - einmalig - bis zu etwa 10 Euro zu haben. Oft gebe es sie kostenlos.

Aber es geht auch komplett ohne Vertrag, Ladekarte oder App - das sogenannte Ad-hoc-Laden. Das sei praktisch, aber fast immer teurer, schreiben die Warentester. Zudem seien Betreiber neuerer öffentlich zugänglicher Ladesäulen sind gesetzlich verpflichtet, das Ad-hoc-Laden anzubieten.