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Japan im Alleingang: Wie die Reise günstig wird

Der Inselstaat im fernen Asien gilt als ultrateure Destination. Dank des günstigen Wechselkurses gilt das nicht mehr. Auch die Gruppenreise muss nicht mehr sein. 9 wichtige Fragen und ihre Antworten.

05.07.2026

Von Touristen gern besucht - nicht nur wegen der bekannten Kreuzung: der Bezirk Shibuya im Zentrum von Tokio.picture alliance/dpa

Von Touristen gern besucht - nicht nur wegen der bekannten Kreuzung: der Bezirk Shibuya im Zentrum von Tokio.picture alliance/dpa

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Viele Jahrzehnte lang galt Japan als hochpreisige Luxusdestination, die man nur für viel Geld und per Gruppenreise besuchen konnte. Als Destination fürs dicke Portemonnaie oder eine, auf die man lange spart.

Aber das stimmt längst nicht mehr. Auf eigene Faust zu reisen ist nicht nur gut möglich, sondern bringt auch persönlichere Erlebnisse. Und ein wichtiger Grund für die neue Erschwinglichkeit ist der Wechselkurs des Yen. Seit Jahren machen Touristen einen guten Schnitt. Im Jahr 2012 bekam man für einen Euro 110 Yen, heute sind es rund 170 Yen.

Doch ordentlich zu Buche schlägt nach wie vor der Langstreckenflug, aber auch hier gibt es Sparpotenzial. Nimmt man eine Umsteigeverbindung und damit ein höheres Risiko für Verspätungen und Anschlussverlust sowie eine längere Reisedauer in Kauf, wird es mit Zwischenlandung etwa in Singapur, China oder Taiwan oft etwas billiger.

Kein Wunder, dass Japan ein Besucherhoch verzeichnet. 2025 kamen nach Angaben der Japan National Tourism Organization (JNTO) weit über 42 Millionen internationale Besucher, ein Rekordwert. Das waren 15,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Fragen und Antworten für Japan-Reisende oder die, die es werden wollen:

Wann ist die beste Reisezeit?

„Klimatisch verwöhnte Mitteleuropäer sollten bedenken, dass Japan teilweise auf den gleichen Breitengraden wie Nordafrika liegt“, sagt Stefan Zeidenitz, Vizepräsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Frankfurt. „In der Regenzeit im Juni und Juli ist es zwar noch nicht so heiß, aber sehr schwül.“ Und wer im August fährt, sollte die Hitze mögen. Temperaturen von um die 35 Grad bei ebenfalls hoher Luftfeuchtigkeit sind keine Seltenheit - zumindest im Süden.

Zur Kirschblüte besonders schön: Osaka Castle, eine bekannte Sehenswürdigkeit.---/Osaka Convention & Tourism Bureau/dpa-tmn

Zur Kirschblüte besonders schön: Osaka Castle, eine bekannte Sehenswürdigkeit.---/Osaka Convention & Tourism Bureau/dpa-tmn

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Angenehmer ist der Herbst. Hinzu kommt dann die Laubfärbung, es ist die „Kōyō“-Saison. Mit Blick aufs Budget aber ist der Februar die beste Wahl, dann winken die niedrigsten Preise, vor allem in den Unterkünften.

Und das Frühjahr? Eine wunderbare Zeit, nicht zuletzt dank der Kirschblüte – die es aber zur Hochsaison macht. „Dies gilt besonders für die „Goldenen Wochen“ Ende April/Anfang Mai, wenn mehrere Feier- und Brückentage zusammenkommen“, sagt Stefan Zeidenitz

Wie kommt man sprachlich zurecht?

Mit Englisch-Kenntnissen kommt man außerhalb der Großstädte und touristischen Hotspots nicht sehr weit. Im EF English Proficiency Index, der misst, wie gut Erwachsene in verschiedenen Ländern und Regionen Englisch als Fremdsprache beherrschen, steht Japan auf einem der hinteren Plätze. Als Reisender ohne Japanischkenntnisse sich hier und da als Analphabet zu fühlen, gehört dazu. 

Doch was Reisenden an sprachlichen Fertigkeiten fehlt, machen Japaner mit Hilfsbereitschaft und Geduld oft wett. Und zur Not gibt es schließlich Übersetzungs-Apps. In den Zügen und U-Bahnen aber werden die Haltestellen auf Englisch angesagt und angezeigt, und auch die Anzeigen in den Bahnhöfen sind nahezu immer auch auf Englisch.

Wie kann man günstig durchs Land reisen?

Bettina Kraemer von der JNTO in Frankfurt empfiehlt regionale Railpässe wie den JR East Pass. Nicht mehr erste Wahl sei der Japan Rail Pass, der deutlich teurer geworden sei.

Recht niedrige Preise versprechen auch Nachtbusse, Überlandbusse und Buspässe. Sie können vor allem in abgelegeneren Regionen jenseits der Ballungsräume eine gute Alternative zum Zug sein - wie auch Mietwagen.

Pünktliches, schnelles und damit oft bestes Verkehrsmittel, um im Land herumzukommen, ist der Shinkansen. Aber auch kein günstiges.picture alliance/dpa

Pünktliches, schnelles und damit oft bestes Verkehrsmittel, um im Land herumzukommen, ist der Shinkansen. Aber auch kein günstiges.picture alliance/dpa

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In abgelegenen Gegenden wie der Insel Shikoku ist der Mietwagen mangels öffentlichen Verkehrs die bessere Alternative. Nur muss man wissen: Es herrscht Linksverkehr. Oft schnellste Möglichkeit von A nach B zu kommen, ist nach wie vor der Schnellzug Shinkansen.

Wie viel sollte man für die Übernachtung einplanen?

Pro Übernachtung in Hotels westlichen Stils sind rund 80 bis 120 Euro realistisch; die Preise werden in der Regel pro Zimmer angegeben. Die Hotels lassen sich gut im Voraus über die üblichen Plattformen oder deutsche Veranstalter buchen.

Wer nach Japan kommt, kann auch in einem Ryokan nächtigen, also einem traditionellen Gästehaus - zu buchen ebenfalls schon von zu Hause aus über Plattformen, Veranstalter oder direkt. Oft haben sie eine eigene Onsen-Badeanlage und sind mit Futon-Betten ausgestattet. Sie bieten ein typisches Übernachtungserlebnis, bei dem Reisende die japanische Wohn- und Esskultur kennenlernen.

Zwei traditionelle Mahlzeiten sind meist im Preis enthalten, der allerdings oft ein gutes Stück höher liegt, als in einem Hotel. Die Spanne reicht von Luxus-Ryokans bis zu einfachen Ryokans, die moderate Preise verlangen. 

Futon-Bett und sonst nicht viel: in einem traditionellen Gasthaus, einem Ryokan, zu übernachten, ist ein typisch japanisches Erlebnis.picture alliance/dpa

Futon-Bett und sonst nicht viel: in einem traditionellen Gasthaus, einem Ryokan, zu übernachten, ist ein typisch japanisches Erlebnis.picture alliance/dpa

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Nicht zuletzt gibt es in Japan auch landesweit eine große Auswahl an Airbnb-Unterkünften, deren Preise meist auf Hotelniveau liegen.

Wie sicher ist das Reisen auf eigene Faust?

Bettina Kraemer von der JNTO sagt an: „Gerade im Bereich persönliche Sicherheit kann man sich sehr unbesorgt durchs Land bewegen.“ Auch laut offiziellen Stellen wie dem Auswärtigen Amt oder dem US-Außenministerium gilt Japan als ein sicheres Reiseland. 

Zudem seien keine besonderen Impfungen verpflichtend, Hygiene- und Gesundheitsstandards seien auf sehr hohem Niveau. Laut Auswärtigem Amt werden Standardimpfungen und ausreichender Schutz gegen Masern empfohlen. Nur bei Langzeitaufenthalten, vor allem in ländlichen Gebieten, wird zu einer Impfung gegen die Japanische Enzephalitis geraten.

Ist Japans Tierwelt für Reisende ein Risiko? 

„Bei Begegnungen mit Bären und Affen sollte man sehr vorsichtig sein“, warnt Kraemer. Es gibt eine größere freilebende Schwarz- und Braunbärenpopulation, und Tiere dringen auf Nahrungssuche auch in bewohnte Gegenden vor. Entsprechende Hinweisschilder sollten beachtet werden.

Weit verbreitet ist auch die Japanische Mamushi, eine giftige Viper. Nicht nur für Wanderurlauber ist es daher wenig ratsam, Abkürzung durch hohes Gras oder über Felder zu nehmen, egal wo im Lande. Auf Wegen zu bleiben und feste, knöchelhohe Schuhe zu tragen zählt auf Touren zu den vorbeugenden Maßnahmen. Bisse stellen einen medizinischen Notfall dar, auf den Japans Kliniken in der Regel eingestellt sind.

Und was ist mit den vielen Erdbeben?

„Japan wird zwar immer wieder von Erdbeben heimgesucht, diese sind aber meist schwach“, sagt Bettina Kraemer. Auf größere Erdbeben sei Japan gut vorbereitet, Warn- und Katastrophensystem sind eingespielt. „Die meisten neuen Gebäude sind erdbebensicher gebaut, und die Shinkansen-Züge stoppen automatisch.“ Im Fall der Fälle.

In Japan gibt es Erdbeben-Frühwarnungen, die auch auf vielen Handys angezeigt werden. Unter den Warn-Apps fürs Smartphone ist „Saftey tips“ auf Touristen zugeschnitten und meldet sich auch mit Tsunami-, Vulkan- oder Wetterwarnungen. In der Unterkunft ist es sinnvoll, sich mit Notausgängen, Fluchtwegen und Sammelpunkten vertraut zu machen. Verhaltenshinweise bei Erdbeben und Tsunamis kann man beim Deutschen GeoForschungsZentrum nachlesen. 

Auch Japan klagt über Overtourism - stimmt das? 

Ja und nein. „Derzeit sind nur einige wenige Regionen davon betroffen“, sagt Kraemer. In Kyoto drängten sich viele Besucher um dieselben Sehenswürdigkeiten. Wer nicht gleich von Touri-Hotspot zu Touri-Hotspot durchrauschen will, könne zwischen Kyoto und Tokio den Umweg mit dem Hokuriku Shinkansen über Fukui, Kanazawa und Nagano machen. 

Zu Gesicht bekommt man dann auch die großartige Natur der Japanischen Alpen bei Nagano, Gärten, Schlösser und Geishas in Kanazawa und das berühmte Zen-Kloster Eiheiji in der Präfektur Fukui, alles weniger frequentierte Ziele. 

Bislang nur wenige Besucher seien auch im Norden Japans unterwegs - ob in den Landschaften von Hokkaido oder zu den kulturellen Highlights von Nord-Honshu.

Kann man vor Ort spontan Guides buchen? 

Zumindest jenseits der Hauptreisezeiten könne man problemlos geführte Programme buchen, so die JNTO-Mitarbeiterin, ob in Hotels, bei Touristen-Informationen oder über GetYourGuide und andere Online-Anbieter. 

Die Möglichkeiten, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und besondere Begegnungen zu organisieren, sind da: Oft sind die Guides ehrenamtliche Einwohner aus dem jeweiligen Ort. Auch Homestays oder Kochen mit Japanern zu Hause sind im Angebot. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich schon von zu Hause aus kümmern.

Einer der berühmtesten und ältesten Schreine in Japan: der Fushimi Inari Shrine in Kyoto. Er datiert auf das 10. Jahrhundert.Everett Kennedy Brown/epa/dpa-tmn

Einer der berühmtesten und ältesten Schreine in Japan: der Fushimi Inari Shrine in Kyoto. Er datiert auf das 10. Jahrhundert.Everett Kennedy Brown/epa/dpa-tmn

© Everett Kennedy Brown/epa/dpa-tmn

Einer der bekanntesten buddhistischen Tempel in Kyoto: der Kiyomizu-dera mit Blick über die Stadt.Philipp Laage/dpa-tmn

Einer der bekanntesten buddhistischen Tempel in Kyoto: der Kiyomizu-dera mit Blick über die Stadt.Philipp Laage/dpa-tmn

© Philipp Laage/dpa-tmn