Panorama

Ist mein Smartphone wirklich neu? - Betrugs-Geräte entlarven

Europaweit agierende Betrüger haben aus gebrauchten Teilen Smartphones zusammengesetzt und als Neuware verkauft. Wer glaubt, betroffen zu sein, kann mit zwei Nummern die private Fahndung beginnen.

29.09.2026

Bei einer Razzia stellte der Zoll etliche Handys sicher. Wer beim Smartphone-Kauf Betrug vermutet, kann prüfen, ob das Gerät wirklich neu ist.picture alliance/dpa

Bei einer Razzia stellte der Zoll etliche Handys sicher. Wer beim Smartphone-Kauf Betrug vermutet, kann prüfen, ob das Gerät wirklich neu ist.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Vermeintlich neu, tatsächlich aber aus alten Komponenten zusammengeschustert: Wer den Verdacht hegt, ein von Betrügern falsch deklariertes, gebrauchtes Smartphone als Neuware gekauft zu haben, sollte sich an den Kundenservice des jeweiligen Herstellers wenden.

Dieser kann anhand der Seriennummer (S/N) sowie der sogenannten IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identity) Produktdetails und Echtheit überprüfen oder Ungereimtheiten erkennen.

Hinter den Nummern verbergen sich viele Details zum Gerät

Denn über die Nummern kann der Hersteller Berichte mit vielen Informationen zum Smartphone abrufen, etwa:

  • Garantiestatuts, Aktivierungs- oder Kaufdatum
  • Modellnummer und Spezifikationen wie Speichergröße oder Farbe
  • Meldungen als verloren, gestohlen oder gesperrt
  • Verkaufsregion beziehungsweise Kaufland

Auf die Verpackung schauen oder in die Einstellungen gehen

Seriennummer und IMEI-Nummern finden sich bei Samsung-Smartphones etwa auf einem Typenschild-Aufkleber auf der Original-Verpackung, können aber auch in den Einstellungen des Smartphones unter „Telefoninfo“ eingesehen werden. Bei älteren Modellen muss man unter Umständen auf die Menüpunkte „Geräteinformationen/Status“ tippen.

Der Samsung-Support ist unter anderem per Live-Chat direkt auf der Samsung-Seite zu erreichen („Samsung.com/de/support/livechat“) oder auch über WhatsApp („Samsung.com/de/support/contact/whatsapp“).

Mehr als eine Million Smartphones in ganz Europa betroffen

Fahndern war es jüngst gelungen, ein europaweit agierendes Betrüger-Netzwerk auszuheben: Die Kriminellen hatten aus gebrauchten Teilen zusammengesetzte Smartphones im Internet als Neuware verkauft - vornehmlich über Online-Marktplätze.

Mehr als eine Million Telefone sollen so seit 2018 in ganz Europa vertrieben worden sein. Mutmaßlich handelt es sich dabei überwiegend um Samsung-Geräte.

Für Käuferinnen und Käufer, die vermuten, betrogen worden zu sein, hat das Zollfahndungsamt Essen eine E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme eingerichtet: „Troja.GZD@zka.bund.de“.