Panorama

Investmentbetrüger nehmen Opfer oft ein zweites Mal aus

Falsche Retter am Werk: Wer sein Geld nach einem Betrug mit Fake-Investments zurückholen will, läuft Gefahr, erneut abgezockt zu werden. Wie die Masche funktioniert und was Betroffene wissen müssen.

06.05.2026

Nach dem Investment-Betrug klingelt schon der „Bankmitarbeiter“: Verbraucherzentralen warnen vor Rückhol-Betrügern, die Opfer ein zweites Mal abzocken wollen.picture alliance / dpa-tmn

Nach dem Investment-Betrug klingelt schon der „Bankmitarbeiter“: Verbraucherzentralen warnen vor Rückhol-Betrügern, die Opfer ein zweites Mal abzocken wollen.picture alliance / dpa-tmn

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Wer Investmentbetrügern auf den Leim gegangen ist, sucht oft verzweifelt nach Möglichkeiten, das verlorene Kapital zurückzuholen. Das nutzen dieselben oder auch andere Betrüger aus, um die verzweifelten Opfer wieder in die Falle zu locken, warnt die Verbraucherzentrale Hessen. Diese Masche nennt sich Recovery Scam.

Wer schon einmal Betrugsopfer geworden ist, ist den Angaben zufolge besonders anfällig für weiteren Betrug. Dahinter stehe die Hoffnung, das etwa durch Fake-Krypto-Investments verlorene Geld vielleicht doch noch zurückzubekommen. Mit diesem Ziel vor Augen schlagen viele Betroffene alle Warnsignale in den Wind.

Die Täter kennen ihre Opfer - oder die Geschädigten melden sich

Je nach Tätergruppe gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen:

  • Sind es dieselben Täter, haben sie ja bereits die Daten der Geschädigten, kontaktieren sie etwa per Anruf oder E-Mail, geben sich als Bankmitarbeiter, Polizeiermittler, Behördenmitarbeiter oder sogar als Verbraucherschützer aus und behaupten, das Geld sei gefunden und sichergestellt worden.
     
  • Sind es andere Täter, schalten diese Online-Werbung als angebliche Anwälte oder Dienstleister für die Rückholung von entwendetem Kapital durch Onlinebetrug und warten, dass sich Opfer melden. Die ködern sie dann etwa mit angeblichen Geldrückholgarantien, gefälschten Bewertungen oder Fake-Ausweiskopien vermeintlicher Mitarbeitender.

Heureka, das Geld ist wieder da!? - Aber erst noch etwas bezahlen

Ganz gleich, um welche Tätergruppe es sich handelt: Die Betrüger behaupten früher oder später immer, das Geld entdeckt zu haben und halten die Opfer dann mit Rückerstattungsversprechen bei der Stange.

Dann geht es um den eigentlichen, zweiten Betrug: eine zu leistende Vorabzahlung für angeblich fällige Steuern, Gebühren oder Bearbeitungskosten. Nach der Zahlung soll man sein verloren geglaubtes Geld zurückerhalten. Doch das passiert natürlich nicht - und die vermeintlichen Helfer sind über alle Berge.

Schutztipp Nummer 1: Hilfe aus heiterem Himmel ist verdächtig

Die Verbraucherzentrale gibt zum Schutz vor Recovery Scam folgende Tipps:

  • Wenn jemand ungefragt und unaufgefordert Hilfe anbietet, verlorenes Geld zurückzuholen, ist das höchst verdächtig: keine weiteren Daten preisgeben und den Kontakt abbrechen.
     
  • Bei vermeintlichen Dienstleistern genau prüfen, ob die im Impressum genannte Identität echt ist oder ob nicht die Identität existierender Unternehmen oder Anwälte missbraucht wird. Dazu etwa im Handelsregister-Portal der Länder nachschauen oder eine Zulassung im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer prüfen.
     
  • Besondere Vorsicht gilt bei Geschäftsadressen im Ausland - auch und besonders hier Namen und Adressen bei Suchmaschinen und Online-Kartendiensten eingeben. Dabei nicht auf möglicherweise gefälschte positive Bewertungen hereinfallen.
     
  • Sich nicht von professionell wirkenden Internetseiten samt Auszeichnungen und Siegeln blenden lassen - mit Hilfe generativer KI ist es für Betrüger ein Kinderspiel, so ein Blendwerk aufzusetzen.
     
  • Eine erst kürzlich registrierte Webseite ist ein starkes Indiz für Betrug. Daher beim zuständigen Registrar das Registrierungsdatum der Domain überprüfen. Bei .de-Domains ist das etwa die Denic.

Und ganz wichtig: Erfolgten Betrug aber auch Betrugsversuchen anzeigen - bei der örtlichen Polizei auf der Onlinewache des eigenen Bundeslandes.