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Hilfe, Klogeräusche? Wie Scham unsere Beziehung stärken kann

Ewig kann man es vor neuen Partnern nicht verbergen: man duftet nicht immer nur nach Rosen - sondern rülpst mal, pupst und muss aufs Klo. Ganz normal also. Doch was tun, wenn’s einem trotzdem stinkt?

20.04.2026

Nicht nur Lavendelduft: Gerade in neuen Beziehungen schämt man sich vielleicht, wenn der andere plötzlich Dinge mitbekommt, die vorher privat waren.picture alliance/dpa

Nicht nur Lavendelduft: Gerade in neuen Beziehungen schämt man sich vielleicht, wenn der andere plötzlich Dinge mitbekommt, die vorher privat waren.picture alliance/dpa

© picture alliance/dpa

Der Partner hört, dass man aufs Klo geht: eigentlich kein Problem, oder? Wer gerade frisch zusammen ist, sieht das trotz aller Offenheit womöglich auch mal anders - und schämt sich. Doch für die Scham muss man sich nicht schämen. Sie kann unsere Beziehung sogar voranbringen.

„Scham ist erst mal ein normales Gefühl und eine sinnvolle Funktion, die uns anzeigt, dass unsere Balance von Nähe und Distanz aus dem Gleichgewicht geraten ist“, erklärt die Psychotherapeutin Kathryn Eichhorn im Magazin „Apotheken Umschau“ (Ausgabe 4B/2026).

Und das kann gerade am Anfang von Paarbeziehungen durchaus vorkommen, etwa im ersten gemeinsamen Urlaub. „Haben wir uns bis dahin noch gegenseitig idealisiert, möchten wir nicht, dass nun sichtbar wird, dass wir nicht nur Lavendelduft verströmen“, so Eichhorn in dem Artikel. „Wir schämen uns, weil der andere plötzlich Dinge mitkriegt, die wir vorher vor ihm verbergen konnten.“

Aus Scham wird Nähe

Das mag sich unangenehm anfühlen, kann man aber auch als Chance nutzen - etwa um Grenzen neu zu verhandeln und offen miteinander zu sprechen. Hilfreich dabei oft: eine Prise Humor. „Sätze wie: „Geh doch bitte mal kurz um den Block, ich brauche hier gerade mal zehn Minuten Privatsphäre“ entziehen der Scham den Stachel“, so die Psychotherapeutin.

Das Gute an solchen Situationen: Hinterher weiß man meist auch, dass der Partner oder die Partnerin einen auch noch mag, wenn mal ein Pups zu hören ist. Erst wenn wir bereit sind, das zuzulassen, entsteht Eichhorn zufolge „echte Intimität und Nähe“.