Gutachten zu Jagdunfall: Hinweise auf Querschläger
Ein gezielter Schuss auf seinen Begleiter war es nicht. Das Projektil wurde offenbar abgelenkt und tötete einen 23-Jährigen. Allerdings könnte die Schussabgabe wegen der Sicht riskant gewesen sein.
Nach einem Jagdunfall im Kreis Höxter Anfang des Jahres laufen die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung weiter. (Symbolbild)Robert Michael/dpa
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Rund acht Monate nach einem tödlichen Jagdunfall bei Warburg im Kreis Höxter liegen jetzt zwei Gutachten vor. Nach Auskunft der ermittelnden Staatsanwaltschaft Paderborn handelt es sich bei dem im Körper des getöteten 23-Jährigen gefundenen Projektils vermutlich um einen Querschläger.
Das spreche dafür, dass der Schütze nicht irrtümlich direkt auf seinen Jagdbegleiter gezielt habe. Allerdings gehen die Experten des unabhängigen Prüfinstituts für Waffen, Munition und Ballistik (DEVA) davon aus, dass die damaligen schlechten Sichtverhältnisse gegen eine Schussabgabe sprechen würden.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
Deshalb werde weiterhin wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, sagte Staatsanwältin Kathrin Lohmeier der Deutschen Presse-Agentur. Das Landeskriminalamt hatte das zweite Gutachten erstellt. Die Experten hatten an dem Geschossteil keine biologischen Spuren gefunden, was ebenfalls für die Vermutung eines Querschlägers spricht.
Die verschossene Jagdmunition besteht eigentlich aus mehreren Teilen. Im Körper des Opfers war allerdings nur ein Teil davon in einem kleinen Schusskanal gefunden worden, erklärt Lohmeier. Üblich auf der Jagd ist, dass das Geschoss im Körper des Tieres größere Wunden reißt, damit es schneller verblutet und stirbt. Diese Spuren seien beim Opfer nicht gefunden worden.
Obduktionsergebnis: Schuss in Schulter tödlich
Ersten Angaben der Ermittler zufolge war der Schuss von einem nahe gelegenen Hochsitz aus abgegeben worden, auf dem sich der 22-jährige Schütze sowie zwei Begleiter befunden haben sollen.
Laut dem Obduktionsergebnis war der 23-Jährige im Januar 2026 auf einem Hochsitz von einem Projektil in die Schulter tödlich verletzt worden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt waren die Ermittler von Anfang an nicht ausgegangen.