Panorama

Geständnisse im Prozess um Remscheider Waffenarsenal

Geheimtüren, versteckte Räume und Hunderte Waffen: Zwei Angeklagte packen aus – doch der Hauptangeklagte schweigt weiter eisern.

15.07.2026

Waffen und mehr: Die Ermittler stießen auf eine Art Privatmuseum. (Archivbild)--/Polizei Wuppertal/dpa

Waffen und mehr: Die Ermittler stießen auf eine Art Privatmuseum. (Archivbild)--/Polizei Wuppertal/dpa

© --/Polizei Wuppertal/dpa

Im Prozess um das riesige Remscheider Waffenarsenal haben zwei der drei Angeklagten die Vorwürfe gegen sie gestanden. Nur der Hauptangeklagte schweigt weiterhin. In dem Prozess geht es um Waffenhandel und um einen der größten Kriegswaffenfunde seit 1945. Der Betreiber einer Autowerkstatt soll in Remscheid ein enormes Arsenal von Pistolen, Gewehren und Munition gehortet haben. 

Die Staatsanwaltschaft hatte deswegen die drei Männer im Alter von 35, 38 und 60 Jahren wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz angeklagt. 

Der 35-Jährige und der 38-Jährige gingen nun auf das Angebot des Wuppertaler Landgerichts ein, das ihnen bei umfassenden Geständnissen Strafen zwischen zwei und vier Jahren in Aussicht gestellt hatte. 

Die beiden gestanden, sie hätten bei dem angeklagten 60-Jährigen Maschinenpistolen für rund 2.000 Euro pro Stück sowie Munition gekauft. Die Übergabe habe an der Werkstatt des 60-Jährigen stattgefunden - also dort, wo die Polizei im vergangenen Herbst vier versteckte Waffenkammern ausheben konnte.

Zeuge bringt Hauptangeklagten zusätzlich in Erklärungsnot

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits zum Prozessbeginn die Aussage eines Zeugen in Polen präsentiert, die den Hauptangeklagten zusätzlich belastete: Er hatte den Ermittlern berichtet, an den Mann gut 100 Skorpion-Maschinenpistolen mehr verkauft zu haben als von der Polizei gefunden wurden.

Die Verteidigerin des Hauptangeklagten sagte dazu: „Was da in Polen ausgesagt wurde, bestreitet mein Mandant vehement. Außerdem liegen die Vorstellungen zur Strafhöhe zu weit auseinander.“ Das Gericht hatte dem 60-jährigen Automechaniker für ein vollständiges Geständnis eine Haftstrafe von sieben bis acht Jahren in Aussicht gestellt. 

Am nächsten Verhandlungstag sollen die verdeckten Ermittler aussagen, die den Waffenhandel aufgedeckt hatten. 

Waffen hinter Geheimtüren versteckt

Der Fund des geheimen Waffenarsenals hinter einer Art privatem Waffenmuseum hatte im Oktober vergangenen Jahres bundesweit für Furore gesorgt. Es gab in dem Gebäude Geheimtüren, hinter Zwischenwänden versteckte Räume, verborgene Schließmechanismen und sogar Munition im Hohlraum eines Türrahmens. 

Tagelang stießen 200 Einsatzkräfte in dem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt auf immer neue Überraschungen. Nach und nach förderten sie ein enormes Waffenarsenal ans Licht. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.

Rund 300 scharfe Schusswaffen sichergestellt

Bei den Durchsuchungen in Remscheid hatten die Polizisten am Ende rund 300 scharfe Schusswaffen sichergestellt - darunter 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, Präzisionsgewehre, 11 Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten sowie fast 100.000 Schuss Munition.

Als Käufer vermuten die Ermittler Kunden aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität. Der Hauptangeklagte hatte gegenüber den Ermittlern behauptet, ein Großteil der Waffen sei Teil seiner Privatsammlung, die er nicht verkaufen wolle. Er habe lediglich einzelne Exemplare weiterverkauft.

Einer der Angeklagten verdeckt sein Gesicht. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Einer der Angeklagten verdeckt sein Gesicht. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Wiedersehensfreude unter widrigen Umständen - auf der Anklagebank. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Wiedersehensfreude unter widrigen Umständen - auf der Anklagebank. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

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