Panorama

Gemüse wirklich von Blatt bis Wurzel essen?

Was früher im Müll landete, kommt jetzt in Pesto, Salat oder Smoothie. Essensabfälle zu vermeiden macht Sinn. Der Food-Trend, ein Gemüse restlos zu verzehren, hat aber Grenzen, so Verbraucherschützer.

07.08.2026

Kohlrabi & Co. mit Stumpf und Stiel aufessen: Nicht immer die beste Idee.Holger Hollemann/dpa/dpa-tmn

Kohlrabi & Co. mit Stumpf und Stiel aufessen: Nicht immer die beste Idee.Holger Hollemann/dpa/dpa-tmn

© Holger Hollemann/dpa/dpa-tmn

Alles vom gesunden Gemüse aufessen, nichts mehr übrig lassen: Was nachhaltig klingt, kann einen Haken haben. Denn in der Schale, im Strunk oder manchen Blättern können schädliche Stoffe stecken. Darauf weist die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern hin.

Pestizidrückstände im Blattgrün

Bisher standen sie nicht im Fokus, weil sie meist als Kaninchenfutter oder in der Bio-Tonne endeten. Doch der Restlos-Essen-Trend „Leaf to Root“ (dt. Blatt bis Wurzel) hat die Lebensmittelüberwachung auf den Plan gerufen. So können die Blätter von Radieschen, Möhren, Rettich oder Kohlrabi Pestizidrückstände enthalten. 

Nach einer Untersuchung durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart lagen Radieschenblätter und Möhrengrün zwar innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Aber sie enthielten eine größere Anzahl und Höhe an Wirkstoffen als die Wurzeln, also das vor allem verzehrte Hauptprodukt. Das Grün sollte also nur bei Bio-Produkten oder ungespritzt aus dem eigenen Garten verzehrt werden.

Mehr Nitrat und Solanin

Und egal, ob Bio, Eigenanbau oder aus dem Supermarkt: Es gibt weitere Pflanzenteile, die lieber nicht püriert oder zerhäckselt im Essen landen sollten. Auch in diesen drei Fällen sollten Sie mit „Leaf to Root“ vorsichtig sein, rät die Verbraucherzentrale:

  • Strunk, Stängel und grüne Stellen von Tomaten: Dort bilden die Früchte giftiges Solanin.
  • Grüne und keimende Stellen an Kartoffeln: Auch hier findet sich Solanin, solche Stellen sollten daher immer entfernt und weggeworfen werden.
  • Rhabarberblätter: Sie enthalten viel Oxalsäure, was das Harnsteinrisiko erhöhen kann.