Panorama

Geld weg, kein Bike: Fahrrad-Fakeshops surfen die Sale-Welle

Fahrräder im Ausverkauf, überall. Das freut den Geldbeutel - aber nur, wenn das Ersparte nicht bei einem Fakeshop landet. Wie man den Bike-Betrug rechtzeitig erkennt.

04.09.2026

Ist der Händler seriös? Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen analysiert Seiten anhand verschiedenster Faktoren und gibt eine Einschätzung zur Glaubwürdigkeit ab.picture alliance/dpa/dpa-tmn

Ist der Händler seriös? Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen analysiert Seiten anhand verschiedenster Faktoren und gibt eine Einschätzung zur Glaubwürdigkeit ab.picture alliance/dpa/dpa-tmn

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Viele Fahrradhändler leeren gerade ihre Lager. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Herbst vor der Tür steht. Vom Mountainbike bis zum E-Bike gibt es im Ausverkauf zahlreiche gute oder auch sehr gute Angebote.

Leider surfen aber auch viele betrügerische Shops auf der Sale-Welle mit und streuen im Netz Schnäppchen-Angebote, die keine sind, warnt das Verbraucherschutzportal „Watchlist Internet“.

Unglaubwürdig günstig? - Achtung, Betrug!

Da die betrügerischen Seiten samt gefälschtem Impressum, AGB und falschen Kontaktangaben inzwischen oft professionell gestaltet und nicht auf den ersten Blick zu enttarnen sind, ist der erste und wichtigste Indikator für einen möglichen Betrug der Preis: Ist der auffällig niedrig, sollte man alarmiert sein. 

Teils lägen die Fake-Angebote noch rund 15 Prozent unter den Angeboten echter Händler, nennen die Verbraucherschützer einen Wert zur Orientierung. Um ein Gefühl für realistische und unrealistische Angebote zu bekommen, empfiehlt es sich etwa, verschiedene Preissuchmaschinen zu nutzen.

Bezahlen per Überweisung? - Nie und nimmer!

Ein weiteres starkes Indiz für einen Fakeshop ist immer die Art der Bezahlung. Auch wenn man es am besten erst gar nicht so weit kommen lässt: Bei Fakeshops bleibt an der Kasse am Ende nur noch die Überweisung übrig, alle anderen vorher angepriesenen Zahlungsmöglichkeiten sind verschwunden. Der Hintergrund: Eine Banküberweisung kann der Kunde kaum noch zurückholen.

Hilfreich und wichtig beim Checken: Den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen nutzen. Das Tool analysiert Seiten anhand verschiedenster Faktoren und gibt dann eine Einschätzung (grünes, oranges oder rotes Ampellicht) ab, wie wahrscheinlich es ist, dass es sich bei der jeweiligen Seite um einen Fakeshop handelt.

Fakeshop-Finder? - Mit ihm beginnt die Detektivarbeit!

Wichtig in diesem Zusammenhang: Selbst wenn eine Webseite vom Fakeshop-Finder „grünes Licht“ bekommt, beutet das nur, dass der Shop bisher nicht negativ aufgefallen ist. Trotzdem sollte man auf die Versand- und Rücksendemöglichkeiten sowie vor allem auf eine sichere Zahlungsart achten - und ansonsten lieber abbrechen.

Im Zweifel lohnt es sich auch immer, die Internetadresse in eine Suchmaschine oder die vermeintliche Shop-Anschrift bei einem Kartendienst einzugeben, um zu prüfen, ob dort die auf der Seite genannte Firma tatsächlich auftaucht - oder vielleicht eine andere oder auch gar keine.

Zudem stößt man so im Netz möglicherweise schon auf Warnungen anderer, die den jeweiligen Shop betreffen. Auch mit einem Anruf oder einer E-Mail-Anfrage lässt sich unter Umständen viel erreichen: Denn bei Fakeshops sei oft niemand zu erreichen oder es gebe einfach keine Antwort.

In die Falle getappt? Bank und Polizei ins Boot holen!

Wer in eine Fakeshop-Falle getappt ist und Geld überwiesen hat, sollte sofort seine Bank informieren, raten die Verbraucherschützer: Vielleicht könne die Zahlung doch noch gestoppt oder zurückgeholt werden - wenngleich bei bereits ausgeführten Überweisungen die Chancen auf eine Rückerstattung gering sei.

Darüber hinaus sollte man Anzeige erstatten: Dazu Bestellbestätigung, Zahlungsbeleg, E-Mails und Screenshots der Webseite sichern. Entweder geht man zu einer Polizeidienststelle vor Ort oder nutzt die Onlinewache des eigenen Bundeslandes.