Gebrauchtes E-Bike kaufen: Darauf sollten Sie achten
Pedelecs liegen weiterhin im Trend. Wer sich erst mal herantasten oder einfach etwas sparen will, kann ein gebrauchtes Elektrofahrrad ins Auge fassen. Ein paar Tipps dafür - und für die Probefahrt.
Einmal genau hinsehen: Beim Pedelec verschleißen Kette, Bremsen und Reifen oft schnell.picture alliance / dpa-tmn
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Sie möchten ein gebrauchtes Elektrofahrrad - Pedelec oder umgangssprachlich E-Bike - kaufen? Dann sollten Sie nicht nur auf die klassischen Fahrrad-Komponenten achten, sondern auch gezielt den Motor, den Akku und die Ersatzteilversorgung der speziellen Komponenten im Blick halten, rät der Auto Club Europa (ACE).
Wichtig ist dabei, auch eine Sichtprüfung und anschließende Probefahrt zu machen. Der ACE rät, sich beim Blick aufs Rad besonders die Kette, die Bremsbeläge und die Reifen genauer anzuschauen. Denn die verschleißen beim Pedelec schneller. Für die Überprüfung der Kette eigne sich dabei eine Kettenverschleißlehre. Die gibt es schon für einstellige Beträge im Handel.
Vor dem Losfahren sollte man prüfen, ob man auf dem favorisierten Rad auch wirklich bequem sitzen kann. Dazu müssen Größe und Rahmengeometrie passen und sich Komponenten wie Sattel und Lenker entsprechend einstellen lassen. Passt? Dann mal los.
Funktioniert unterwegs alles geschmeidig?
Lassen sich die Gänge sauber schalten und taucht die möglicherweise vorhandene Federgabel geschmeidig ein? Tipp: auch mal den Motor ausschalten. Dann lasse sich besser erkennen, ob Lager schwergängig sind, Bremsen schleifen oder der Freilauf rund läuft.
Macht der Antriebsmotor Probleme, dann kann sich das durch ungleichmäßige Geräuschentwicklung oder zögerlich einsetzende beziehungsweise aussetzende Unterstützung andeuten, erläutert der ACE. Beim Fahren sollte man auch alle verfügbaren Unterstützungsstufen durchschalten und austesten.
Doch auch, wenn es zu gut läuft, nimmt man besser Abstand vom Kauf. Etwa, wenn der Motor deutlich über das bei normalen Pedelecs erlaubte Tempo von 25 km/h für die Unterstützung hinaus aktiv bleibt. Denn dann liegt der Verdacht von illegalem Tuning nahe.
Laufen vorhandene Displays noch richtig und laufen alle Funktionen? Bei Fehlermeldungen sollte man auf einen Kauf verzichten. Generell sollte man bei den vorhandenen Verbindungsfunktionen schauen, ob diese sich noch normal bedienen lassen. Sind noch Firmware-Updates möglich? Und wurde das Konto des Vorbesitzers getrennt und sind Funktionen wie etwa Diebstahlschutz- oder Ortungsfunktionen zurückgesetzt?
Wie gut ist der Akku noch? Kann man professionell auslesen lassen
Dann zum Thema Akku - ob dessen Gehäuse intakt ist und ob das Ladegerät noch funktioniert und original ist, kann man noch selbst in Augenschein nehmen. Aber ein tieferer Gesundheitscheck ist etwas für Profis.
Wer möchte und wenn es der Verkäufer zulässt, könnte im E-Bike-Fachhandel einen Gebrauchtcheck machen lassen. Der kostet laut ACE je nach Umfang und Anbieter etwa zwischen etwa 40 und 70 Euro. Dabei werden je nach Einzelfall Infos zu Akku und Motor ausgelesen und in einem Prüfbericht festgehalten. Das können sein:
- Informationen zu bisherigen Ladezyklen
- Restkapazität der Batterie
- Kilometerstand
- Fahrprofil
- Fehlerspeicher
Wurde das Pedelec E-Bike etwa oft mit der höchsten Unterstützung gefahren, kann das für eine schnellere Alterung der Akkuzellen sorgen. Oder hat die Batterie weniger als 80 Prozent ihres ursprünglichen Energiegehaltes, heißt das: Ja, sie ist oft noch nutzbar, doch der Verlust an Reichweite sei schon „merklich“ und könnte Preisverhandlungen ermöglichen.
Die Fitness des Akkus ist nicht ganz unwichtig, denn die Kosten für einen Ersatzakku können laut ACE je nach Kapazität auch in den vierstelligen Euro-Bereich reichen. Falls dieser oder andere spezielle Komponenten überhaupt für das betreffende Modell noch verfügbar sind - was man zuvor herausfinden sollte.
Und am Ende gilt: Je jünger das gebrauchte E-Bike ist, desto neuer die Technik. So nennt der ACE ein Beispiel beim Akku: Im Jahr 2020 galt demnach ein Energiegehalt von 500 Wh noch als „ein guter Wert“ bei neuen Modellen. Seit etwa 2024/2025 würden 800-Wh-Akkus angeboten.
Batterie-Check: Ein Akku kann zwar schnell ausgetauscht werden – Ersatz kann aber je nach Modell in den vierstelligen Euro-Bereich gehen.Christin Klose/dpa-tmn
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