Panorama

GdP erwartet 4.500 Einsatzkräfte bei Castor-Transporten

Von Jülich nach Ahaus soll hochgefährlicher Atommüll auf der Straße durch NRW transportiert werden. Dafür werden zahlreiche Polizisten gebraucht. Die GdP und Innenminister Reul sind keine Fans davon.

19.03.2026

Die gelben Castor-Behälter sind hochradioaktiv. (Archivbild)Guido Kirchner/dpa

Die gelben Castor-Behälter sind hochradioaktiv. (Archivbild)Guido Kirchner/dpa

© Guido Kirchner/dpa

Für den bevorstehenden Transport von Atommüll von Jülich nach Ahaus über die Straßen von Nordrhein-Westfalen werden bis zu 4.500 Einsatzkräfte der Polizei benötigt. Damit rechnet Patrick Schlüter, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), wie er der „Rheinischen Post“ sagte.

„Zum Vergleich: Bei einem Derby von Dortmund gegen Schalke oder Mönchengladbach gegen Köln sind üblicherweise 2.500 bis 3.000 Beamte im Einsatz“, führte Schlüter im Gespräch mit der Zeitung aus.

Er betonte, dass ein Strahlenschutz- und Arbeitssicherheitskonzept vorliege, das weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehe. „Deswegen sind wir als GdP NRW damit zufrieden - auch wenn wir diesen Einsatz natürlich weiter für unnötig halten.“

Reul würde gerne auf die Castor-Transporte verzichten

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ist kein Fan von dem Einsatz: „Wenn es nach mir ginge, könnte ich auf die anstehenden Castortransporte gerne verzichten. Aber die Arbeit der Polizei ist kein Wunschkonzert. Wir können uns die Einsätze nicht aussuchen.“

Der Schutz von Castortransporten sei eine große Herausforderung. Doch die Polizei habe die notwendige Erfahrung, um solche Einsätze effizient und sicher durchzuführen, unterstrich der Innenminister.

Die hohe Zahl an Einsatzkräften liegt auch daran, dass es zu Demonstrationen kommen könnte: „Es wäre der Super-Gau, wenn es Castorgegnern gelänge, den Transport unterwegs zu stoppen“, sagte GdP-Landeschef Schlüter. Man wisse um die Radikalität derjenigen, die in Lützerath aktiv waren. „Wir wissen auch, dass die Szene sehr schnell mobilisieren kann. Die Polizei hat ein Auge drauf, beobachtet sehr genau.“

Es gibt keine Endlager - nur Zwischenlager

Es gibt in Deutschland derzeit noch keine Endlager, in denen auf Hunderttausende Jahre hinweg strahlender Atommüll sicher gelagert werden soll. Stattdessen gibt es sechzehn Zwischenlager, unter anderem in Ahaus.

Bei dem Atommüll handelt es sich um rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus einem 1988 abgeschalteten Versuchsreaktor in Jülich. Sie befinden sich in 152 speziellen Schutzbehältern, sogenannten Castoren. Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke nach Ahaus wird nach bisherigen Angaben voraussichtlich jeweils ein kleiner Konvoi von bis zu vier Schwertransportern unterwegs sein. Angesichts der 152 Castoren dürften es zahlreiche Transporte werden.