Panorama

Freispruch nach Tod von Pferd bei Schützenumzug

Ein Pferd stirbt bei einem Schützenumzug in Düsseldorf - der Halter soll 12.500 Euro Bußgeld zahlen. Vor Gericht wird er freigesprochen.

27.03.2026

Prozess um Tod eines Pferds endet mit Freispruch. (Symbolbild)Marius Becker/dpa

Prozess um Tod eines Pferds endet mit Freispruch. (Symbolbild)Marius Becker/dpa

© Marius Becker/dpa

Nach dem Tod eines Pferdes bei einem Schützenumzug auf der Düsseldorfer Königsallee ist der Halter vom Vorwurf eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz freigesprochen worden. Dass der Mann habe erkennen können, dass sein 19 Jahre altes Pferd für einen solchen Einsatz ungeeignet war, sei ihm nicht nachzuweisen, sagte die Richterin am Düsseldorfer Amtsgericht. 

Der 70-Jährige hatte gegen ein Bußgeld in Höhe von 12.500 Euro Einspruch eingelegt. Der Wallach war im Juli 2022 während der Parade des St. Sebastianus Schützenvereins zusammengebrochen und verendet. Die Stadt hatte daraufhin das Bußgeld verhängt.

Von Herzschwäche nichts gewusst

Von einer akuten Herzschwäche des Tieres habe der Halter nichts gewusst, so die Richterin. Zudem habe er die Pferde beim Transport und vor Ort artgerecht mit Heu und Wasser versorgt, wie mehrere Zeugen bestätigt hätten. Das Pferd brach am Tag des Umzugs stark dehydriert zusammen. Eine Obduktion des Tieres ergab eine erhebliche Herzschwäche (Az. 324 Owi 44/25).

Das für den Tierschutz zuständige Ordnungsamt der Stadt war überzeugt, dass der 70-jährige Halter aus Ratingen wusste, dass der Wallach „Waiherr“ für Schützenumzüge nicht ausgebildet und ungeeignet war. Das sah die Richterin nach zweistündiger Beweisaufnahme und Anhörung mehrerer Zeugen anders. Auch den beiden Amtstierärzten, die damals die Pferde begutachtet hatten, war den Angaben zufolge nichts aufgefallen.

Die Tierrechtsorganisation Peta, die gegen den Halter Anzeige erstattet hatte, forderte nach dem Urteil die Stadt Düsseldorf auf, ein Verbot von Pferden auf Schützen- und Karnevalsumzügen auf den Weg zu bringen.