Freigelassener „Maschsee-Mörder“ laut Gutachter schuldfähig
Erst schien das Zusammenleben harmonisch, dann soll Alexander K. seine Ex-Freundin misshandelt haben. Er bestreitet das und wirft ihr eine Intrige vor. Wie ein Gutachter den Angeklagten einschätzt.
Beteuert seine Unschuld: der sogenannte Maschsee-Mörder.Henning Kaiser/dpa
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Im Prozess um mögliche neue Gewaltausbrüche des sogenannten Maschsee-Mörders hat ihn ein Sachverständiger als schuldfähig eingestuft. Der Angeklagte sei zwar emotional gestört und aggressiv, sagte der psychiatrische Sachverständige im Prozess am Landgericht Düsseldorf. Er habe aber bei ihm aber keinerlei Hinweise auf eine krankhafte Psychose gefunden.
Der Sachverständige schätzt den Angeklagten als gemeingefährlich ein. Der Mann sei stark rückfallgefährdet, sagte er bei der Präsentation seines Gutachtens.
Der 38-jährige Alexander K. ist wegen gefährlicher Körperverletzung und Geiselnahme angeklagt. Seine Ex-Freundin hatte ihn angezeigt. Er soll die 34-Jährige bedroht, misshandelt und eingesperrt haben. Zu Prozessbeginn hatte er seine Unschuld beteuert. Kein Wort der Aussage der Ex-Freundin sei wahr.
Angeklagter weist Vorwürfe zurück
Dem psychiatrischen Gutachter hat er laut dessen Schilderung erzählt, die 34-Jährige sei eifersüchtig auf seine regen Kontakte gewesen. Sie habe ihm Psychopharmaka ins Essen gemischt, um ihn bei sich zu halten. Sein Verteidiger beantragte, Chat-Nachrichten in den Prozess einzuführen. „Das wird beweisen, dass nicht mein Mandant, sondern das vermeintliche Opfer eifersüchtig war.“
Kennengelernt hat er die 34-Jährige über TikTok. Er zog nach seiner Haftentlassung im Sommer 2025 zu ihr nach Düsseldorf. Laut ihrer Aussage verlief das Zusammenleben zunächst harmonisch. Kurz vor Weihnachten soll er sie nach Streit zu Boden gestoßen und gewürgt haben.
Wenige Tage später soll er sie dann misshandelt und in der Wohnung eingesperrt haben. Der Angeklagte bestreitet das. Er betonte, er sei Heiligabend mit zu ihren Eltern gefahren und habe dort Weihnachten verbracht.
Am 11. Januar war er im Düsseldorfer Hauptbahnhof verhaftet worden. Dem 38-Jährigen drohen nun bis zu 15 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung.
2012 Prostituierte getötet
Nach der Verbüßung einer zwölfjährigen Haftstrafe wegen des Mordes war Alexander K. 2025 freigekommen. Er hatte 2012 in Hannover eine aus Ibbenbüren stammende Prostituierte getötet, zerstückelt und die Leichenteile in den Maschsee geworfen. Pure Mordlust habe ihn getrieben, stellte das Landgericht Hannover damals fest und wies ihn in eine Psychiatrie ein.