Panorama

Falschfahrer verursacht tödlichen Unfall - Mordprozess

Ein Familienvater hat keine Chance, als ihm auf der Autobahn plötzlich frontal ein Wagen entgegenrast. Vor Gericht äußert sich der Angeklagte unter Tränen.

14.10.2026

Ein 34-Jähriger ist wegen Mordes angeklagt, weil er als Falschfahrer einen tödlichen Unfall verursacht haben soll. (Symbolfoto) Marius Becker/dpa

Ein 34-Jähriger ist wegen Mordes angeklagt, weil er als Falschfahrer einen tödlichen Unfall verursacht haben soll. (Symbolfoto) Marius Becker/dpa

© Marius Becker/dpa

Nach einer kilometerlangen Geisterfahrt über die Autobahn 46 soll ein alkoholisierter Mann einen tödlichen Unfall verursacht haben - heute begann vor dem Landgericht Mönchengladbach der Prozess gegen den 34-Jährigen. Die Anklage lautet auf Mord. Es bestehe „ein hinreichender Tatverdacht für einen bedingten Tötungsvorsatz“, sagte der Vorsitzende Richter zum Auftakt.

Laut Anklage war der Angeklagte im vergangenen November auf der A46 nach Heinsberg zunächst 13 Kilometer in die falsche Richtung gerast, ehe sein Wagen bei Erkelenz mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. Dessen 47 Jahre alter Fahrer, ein vierfacher Familienvater, hatte keine Chance und starb noch in der Unfallnacht an seinen Verletzungen. Der Angeklagte wurde schwer verletzt. 

Vorher Bier und Schnaps getrunken

„Ich habe erst im Krankenhaus von meiner Frau erfahren, was passiert ist“, sagte der 34-Jährige vor Gericht. „Ich kann mich nur erinnern, wie mich jemand aus dem Auto zog.“ Vorher sei er mit einem Freund bei einem Kegelabend in einer Gaststätte gewesen und habe mitgetrunken - „Weizenbier und Schnaps“.

Daran, dass er gegen Mitternacht von Trinkkumpanen nach Hause gebracht worden sei, könne er sich nicht erinnern. Unter Tränen beteuerte der Angeklagte, er wisse auch nicht, warum er nachts dann noch einen Freund angerufen, sich ins Auto gesetzt habe und losgefahren sei.

Voll besetztes Taxi konnte gerade noch ausweichen

Eine Polizeibeamtin sagte als Zeugin, der Angeklagte sei als Falschfahrer an drei Anschlussstellen vorbeigefahren. Währenddessen seien ihm mehrere Fahrzeuge entgegengekommen, unter anderem ein mit fünf Insassen voll besetztes Taxi, dessen Fahrer gerade noch rechtzeitig habe ausweichen können. 

Für den Prozess sind noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.