Panorama

Falsche BKA-Mails im Umlauf: Betrüger drohen mit Haft

Gefälschter Briefkopf, angeblicher Haftbefehl im Anhang: Wie Kriminelle mit frei erfundenen Mails im Namen des Bundeskriminalamts drohen - und warum Sie keine Ausweisdaten verschicken sollten.

03.07.2026

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor gefälschten E-Mails, die angeblich vom Bundeskriminalamt stammen.Sebastian Gollnow/dpa

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor gefälschten E-Mails, die angeblich vom Bundeskriminalamt stammen.Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Für eine Phishing-Kampagne missbrauchen Kriminelle derzeit den Namen des Bundeskriminalamtes (BKA). Sie versenden E-Mails, in denen den Empfängern schwere Straftaten im Internet vorgeworfen werden, warnt die Verbraucherzentrale Sachsen.

Nach Angaben der Verbraucherschützer sind die Nachrichten oft von einem angeblichen Oberstabsfeldwebel gezeichnet. Sie würden täuschend echt wirkende Dateianhänge mit BKA-Briefkopf enthalten.

Kriminelle wollen sensible Daten abfischen

In den Mails drohen die Täter mit Haftbefehlen, Einträgen in Straftäter-Registern und der Weitergabe an die Medien. Um das angebliche Verfahren abzuwenden, sollten die Betroffenen innerhalb von 72 Stunden antworten.

Die Antwort per E-Mail soll eine Stellungnahme sowie eine Kopie des Reisepasses umfassen. Die Betrüger versuchten so, an sensible Daten zu gelangen, erklären die Verbraucherschützer.

Das Spiel mit der Angst vor dem Gesetz

„Die Täter erzeugen bewusst massiven Druck und spielen mit der Angst vor dem Gesetz“, heißt es von der Verbraucherzentrale. „Wer auf diese Erpressung eingeht und seinen Pass oder Ausweis verschickt, öffnet Tür und Tor für gravierenden Identitätsdiebstahl.“

Keine deutsche Ermittlungsbehörde verschicke Vorladungen per ungesicherter E-Mail oder fordere auf diesem Weg Ausweisdokumente an, stellen die Verbraucherschützer klar.

Nicht antworten und Nachricht löschen

Die Verbraucherzentrale rät deshalb dringend, sich nicht von solchen Schreiben einschüchtern zu lassen - auch wenn sie noch so offiziell wirken mögen.

Betroffene sollten keinesfalls antworten, keine Anhänge öffnen oder Links anklicken und niemals persönliche Dokumente übermitteln. Es empfehle sich stattdessen, die Nachrichten umgehend zu löschen oder Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, raten die Verbraucherschützer.